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Supermarkt: Größe scheidet die Geister 1 Kommentare
Dass Oberrad einen Discounter braucht ist Konsens, das Stadtteilparlament streitet aber über dessen Dimensionen
Im Stadtteilparlament zeichnet sich eine Debatte über die benötigte Größe einer geplanten Discounter-Filiale ab. Die Stadtverwaltung will die aktuelle Planung nicht kommentieren.
Oberrad. ![]()
Dieses Foto zeigt den Profi-Getränkemarkt in der Offenbacher Landstraße 341. Zur rechten Seite schließt sich das teils noch unbebaute Grundstück der Wehrstraße 1 bis 11 an. Foto: Martin Weis Seit der Penny-Markt 2007 geschlossen hat, besteht die Oberräder Nahversorgung aus einer Rewe-Filiale, einem Profi-Getränkemarkt und einigen kleinen Bäcker- und Metzgerfilialen. Was dem Stadtteil fehlt, ist ein Discounter, bei dem auch Menschen mit wenig Geld im Portemonnaie auf ihre Kosten kommen – darin sind sich die Mitglieder des für Oberrad, Niederrad und Sachsenhausen zuständigen Ortsbeirats 5 einig. Über die Größe des Discounters scheiden sich jedoch die Geister.
"Die Möglichkeit, einen riesigen Markt dort aufzumachen, gab es schon 2001. Damals regte sich dagegen heftiger Widerstand im Stadtteil", erinnert sich SPD-Ortsbeirätin Rosita Jany. Sie plädiert dafür, dass der geplante Supermarkt an der Ecke zwischen Offenbacher Landstraße 337-343 und Wehrstraße 1-11 eine Verkaufsfläche von maximal 800 Quadratmetern erhält. Bei einem zu großen Sortiment bestehe die Gefahr, dass der lokale Einzelhandel unter der feilgebotenen Warenflut leide. "Wer einmal in solch einem Vollsortimenter drin ist, kauft dort auch alles ein, was er benötigt", argumentiert die Sozialdemokratin.
Bürgerwünsche erfüllen
Ortsvorsteher Christian Becker (CDU) sieht die Sache etwas entspannter: "Wir brauchen hier ganz dringend einen Supermarkt mit niedrigen Preisen." Der Bedarf für ein Geschäft mit bis zu 1600 Quadratmetern Verkaufsfläche sei im Stadtteil allemal vorhanden. Zudem könnte der Supermarkt eine Magnetfunktion übernehmen und den Einzelhändlern Kunden bringen. Auch der Bau neuer Parkplätze sieht Becker als eine Bereicherung für die bestehenden Geschäfte.
"Wir werden darauf achten, dass es nicht zulasten der Bürger geht", versichert Becker, der vielmehr auf das Problem der Andienung des Supermarkts fokussiert ist. Diese dürfe nicht über die Offenbacher Landstraße erfolgen, da sonst gegebenenfalls ein Verkehrschaos drohe. Auch die im Stadtteilparlament vertretenen Grünen haben sich mittels einer Pressemitteilung in die Diskussion eingeklinkt: Durch die Ergänzung des Lebensmittelangebotes im Niedrigpreissegment könnten sich zusätzliche Autofahrten erübrigen. Zeitgleich wären mobilitätseingeschränkte Menschen im Stadtteil noch besser versorgt. "Wir Grüne fänden es sehr schön, wenn außerdem anstelle eines Wettbüros ein Hofladen das Lebensmittelangebot ergänzen würde", sagt das grüne Ortsbeirats- und Planungsausschussmitglied Ursula auf der Heide.
Soweit die Wünsche der Lokalpolitiker. Doch letztlich liegt es nicht an den Ortsbeiratsmitgliedern, sondern an der Bauaufsicht, über die Dimension des angedachten Projekts zu entscheiden. Deren Leiter Michael Kummer antwortet auf Nachfrage dieser Zeitung lediglich, dass er keine Einzelheiten verraten könne, solange die Planung noch nicht abgeschlossen sei. "Der Ortsbeirat wird binnen der nächsten drei Monate eine Antwort vom Magistrat erhalten. Bis dahin gilt der aktuelle Bebauungsplan", betonte Kummer.
Auf Radweg verzichten
Dieser gültige Bebauungsplan sieht eine Einzelhandelsfläche von 1260 Quadratmetern vor. Damit das Bauvorhaben verwirklicht werden kann, müsste allerdings ein geplanter und über das Gelände verlaufender Verbindungs-Radweg zwischen Offenbach und Sachsenhausen entfallen. Das stört den Ortsvorsteher nicht, da das Gefälle ohnehin 30 Prozent betrage. Wichtiger sei die Integration des geforderten Gerätehauses der Freiwilligen Feuerwehr.mov (mov)



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Kommentare
Jens Dörnemann schrieb am 22.01.2012 16:17 Uhr
"Methode Fraport" auch in Oberrad?
Wie schon beim Flughafenausbau sollen hier in erster Linie privatwirtschaftliche Interessen durchgedrückt werden: Dies durch Änderung bzw. durch Unterlaufen des gültigen Bebauungsplanes 418, auf den sich die benachbarten Eigentümer und Mieter verlassen haben.
Vor rund 11 Jahren ist ein ähnliches Projekt an gleicher Stelle im OBR 5 mehrheitlich abgelehnt worden. Die damalige Argumentation gegen das Projekt ist auch heute noch gültig und sollte allen Beteiligten vollumfänglich bekannt sein.
Für bereits bestehende Leerstände wurden keine Nachfolepächter gefunden, die mit ihrem Angebot den Ansprüchen an eine bürgernahe Einkaufstraße gerecht werden.
Warum daher ausgerechnet die Grünen heute für dieses Projekt stimmen ist mir schleierhaft.