Tram-Station sicher, Straße nicht

Nachbarn befürchten, dass der Umbau der Tram-Station Stresemannallee/Gartenstraße zu ihren Lasten geht

Die Stadt will die Straßenbahnhaltestelle Stresemannallee/Gartenstraße entschärfen. Doch Anwohner der dahinter befindlichen Seitenstraßen fürchten ein Verkehrschaos und setzen sich daher für eine Änderung der Planung ein.

Sachsenhausen. Eigentlich ist die Entschärfung der Straßenbahnhaltestelle Stresemannallee/Gartenstraße beschlossene Sache: Infolge mehrerer schwerer Verkehrsunfälle forderte der zuständige Ortsbeirat 5 den Magistrat zum Handeln auf. Dieser reagierte und erstellte, wie berichtet, ein kostengünstiges Konzept zur barrierefreien Umgestaltung des neuralgischen Verkehrsknotenpunkts.

Doch als Joachim Bielefeld vom Straßenverkehrsamt die geplanten Änderungen in der Sitzung des Stadtteilparlaments vorstellte, gingen etliche Anwohner auf die Barrikaden. Sollte die Gartenstraße zwischen Stresemannallee und Schaubstraße in eine Einbahnstraße in Richtung Otto-Hahn-Platz umgewandelt werden, so könnten rücksichtslose Raser die sehr enge Schaubstraße als Abkürzung in Richtung Schaumainkai und Friedensbrücke nutzen. "Wir sind nicht gegen die Entschärfung der Haltestellensituation, sondern gegen eine Verlagerung des Problems", fasst Thilo Winkeler, selbst Vater von zwei Kindern, die Befürchtungen vieler Anwohner zusammen. Sein Nachbar Daniel Schacht ist "überrascht, dass wir erst jetzt von dieser Änderung erfahren, ohne vorher darüber informiert zu werden".

Fehlgeleiteter Zielverkehr

Während Ortsbeirat Ralf Heider (SPD) überzeugt ist, dass "Ortskundige dort überhaupt nicht entlangfahren werden", weist er den Vorwurf der mangelhaften Information zurück. Es habe sowohl eine Ortsbegehung mit Anwohnern gegeben als auch mehrere Artikel in der lokalen Presse. "Diese Variante wurde erst im Januar beschlossen. Aber die Bewohner der Schaubstraße befürchten auch, dass Leute von ihrem Navigationssystem den vermeintlich kürzesten Weg angezeigt bekommen", sagt Heider, der zu einer weiteren Ortsbegehung rät und anregt, die Einbahnstraßenregelung in der Schaubstraße einfach umzudrehen. In diesem Fall könne zumindest der drohende Umgehungsverkehr in Richtung Friedensbrücke unterbunden werden.

Joachim Bielefeld allerdings sieht keinen Grund für eine Änderung der Planung: Die Wünsche der Betroffenen seien von Beginn an berücksichtigt worden. "Wir wollen am Otto-Hahn-Platz ein Hinweis-Schild aufstellen, auf dem steht, dass die Durchfahrt von der Gartenstraße in die Stresemannallee nicht möglich ist", sagt der Verkehrsplaner. Hingegen sei nicht geplant, die Fahrtrichtung in der Schaub- oder der Schreyerstraße zu verändern. Hinsichtlich der Navigations-Problematik befinde sich die Stadt schon seit längerem in Kontakt mit den Herstellern der Geräte, damit diese die entsprechende Änderung "relativ zeitnah in ihre Software einstellen".

Alternativlose Lösung

All diesen Argumenten schenken die aufgebrachten Bürger wenig Beachtung. Sie sind für eine Verlegung der strittigen Haltestelle in die Stresemannallee und wollen ihre Forderung in der Bürgerfragestunde der heutigen Ortsbeiratssitzung bekräftigen. Doch wie Ralf Heider anmerkt, wäre eine Verlegung sehr zeit- und kostenintensiv. Auch ist eine Straßenbahnlinie in Richtung Neu-Isenburg geplant. Das mache es schwierig, die Haltestelle zu verlegen.mov

Der Ortsbeirat 5 tagt heute ab 19 Uhr in der Aula der Hochschule St. Georgen in der Offenbacher Landstraße 224

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