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Vereine haben eine Zukunft verdient
Ortsvorsteherin Ricarda Köhler übt Kritik an der Stadt, weil ehrenamtliche Arbeit der Bürger nicht angemessen honoriert wird
Die Situation der Vereine im Stadtteil beschäftigte den Ortsbeirat 4 (Bornheim, Ostend) bei seinem Neujahrsempfang.
Ostend. ![]()
Der Bunker in der Petterweilstraße soll verkauft werden, die Stadt hat kein Geld dafür. Foto: Weis "Unser Bornheimer Vereinsring ist mit rund 70 Vereinen der größte Frankfurts und somit für Bornheim ein starkes Netz des sozialen Zusammenhalts." Mit diesen Worten eröffnete Ortsvorsteherin Ricarda Köhler (SPD) den Neujahrsempfang des Ortsbeirats 4 im Zoogesellschaftshaus. Mit Sorge blickt das Stadtteilparlament momentan auf die Raumsituation der Vereine. Der Bürgertreff in der Burgstraße sowie der Bunker in der Petterweilstraße stehen kurz vor der Schließung.
Wie berichtet kann der Vereinsring Bornheim die Miete für den Bürgertreff nicht mehr bezahlen und will den Mietvertrag wohl kündigen. Ungewiss sieht die Zukunft für die Vereine aus, die den Bunker nutzen. Dieser gehört dem Bund, der ihn verkaufen möchte – für 1,1 Millionen Euro, was wiederum der Stadt zu teuer ist.
Stütze der Gemeinschaft
"Wir können nicht die ehrenamtliche Arbeit von Bürgern einfordern und ihnen dann, wenn sie dazu bereit sind und sich als Stütze der Gemeinschaft etabliert haben, die Grundlagen, das heißt die finanzielle Förderung und die Räumlichkeiten dazu entziehen", kritisierte Köhler. Eine Lösung ist jedenfalls ist nicht in Sicht. "Ich habe das Gefühl, dass sich der Vereinsring schon damals bei der Anmiete des Bürgertreffs etwas übernommen hat. Der Ortsbeirat besitzt leider keine Räume, sonst würden wir sie zur Verfügung stellen", so Martin Ried (Grüne).
Auch im Ostend gibt es Probleme: So kommt man mit der Suche nach einer geeigneten Bleibe für das Nachbarschaftszentrum nicht weiter, der Ausbau der Uhlandschule ist dringend nötig und die Frage nach bezahlbarem Wohnraum nach der Fertigstellung der Europäischen Zentralbank ist offen.
Die Wünsche von Zoodirektor Prof. Manfred Niekisch bezüglich der Umgestaltung des Zoogesellschaftshauses sind dagegen sehr klar: "Das Zoogesellschaftshaus ist mit der Alten Oper und dem Palmengartenhaus zusammen eines der drei charismatischsten Gebäude Frankfurts und liegt genauso wie der Zoo mitten im Herzen der Stadt. Das soll nach dem Umbau wieder mehr hervorstechen."
Nachdem der bisherige Nutzer Peter Kofler seine Catering-Küche nach Hanau und seinen Firmensitz ins Thurn-und-Taxis-Palais in die Innenstadt verlegt hat, ist der Weg frei für eine Sanierung des Gebäudes. Doch die Stadt hat kein Geld dafür.
Niekisch möchte mit einem neuen Gastronomiekonzept wieder an die rauschenden Feste der 20er und 30er Jahre anschließen, in denen das Gesellschaftshaus noch im Mittelpunkt des Frankfurter Gesellschaftslebens stand. "Wir möchten gerne eine 24-Stunden-Gastronomie aufbauen. Das Restaurant soll einen öffentlichen, vom Zoo getrennten Eingang haben, tagsüber preiswertes, regionales und biologisches Essen für die Zoobesucher bieten und abends mit gehobener Gastronomie bald auch die Mitarbeiter der EZB ansprechen", erklärt der Direktor.
Hohe Ansprüche
Geeignete, ernsthafte Interessenten für dieses Vorhaben gäbe es bisher nicht mehr als ein Dutzend, da die Ansprüche des Zoos an neue Pächter hoch sind. "Neben der regulären Gastronomie sollen immer auch Events veranstaltet werden, um unsere beiden Festsäle entsprechend zu nutzen. Auf unserer Sommerterrasse kann schließlich, im Gegensatz zur Innenstadt, bis spät in die Nacht gefeiert werden, ohne Anwohner dabei zu stören", sagt Niekisch. Trotz konkreter Ideen wird die Zukunft des Gesellschaftshauses wohl noch längere Zeit im Ungewissen schweben. Die Finanzierung des Projektes, wodurch das Gebäude auch energieeffizienter werden soll, ist ungeklärt.erg



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