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Wege zu besserer Bildung
Bildung ist das Zukunftsthema Nummer 1 – da sind sich die meisten politischen Gruppierungen einig. Doch was zu tun ist, um die Chancen der nachwachsenden Generation zu verbessern, darüber gehen die Meinungen doch weit auseinander, wie der zweite Teil der FNP-Serie zu den inhaltlichen Positionen der Oberbürgermeister-Kandidaten verdeutlicht.
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Frage: Fast jeder zehnte Frankfurter Schüler verlässt die Schule ohne Abschluss. Die Mehrzahl von ihnen sind Jugendliche mit Migrationshintergrund. Wie lassen sich diese seit Jahren gleich hohen Quoten senken?
Lesen Sie auf den folgenden Seiten die Antworten der Kandidaten.
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Boris Rhein (CDU)
Nach meiner Auffassung ist das Erlernen der deutschen Sprache für einen erfolgreichen Schulabschluss unabdingbar. Es ist wichtig, dass alle Frankfurter Kinder – unabhängig von ihrer Herkunft – gleichberechtigt an den Bildungsangeboten unserer Stadt teilnehmen können. Deswegen will ich mich für eine Datenbank einsetzen, mit deren Hilfe Jugendlichen mit Migrationshintergrund und deren Eltern bereits vorhandene Bildungsangebote von städtischen und freien Trägern noch zielgerichteter vermittelt werden können. Ich will aber auch den Stellenwert der mittleren Bildungsabschlüsse als Zugangsschlüssel für Ausbildungsberufe zum Beispiel im Handwerk stärken.
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Peter Feldmann (SPD)
Die Ausgestaltung des Unterrichts liegt in Hessen in der Verantwortung des Landes. Hier hat die Landesregierung in der Vergangenheit versagt, weil sie einer zu frühen Sortierung der Schüler das Wort geredet hat und in vielen Jahren nicht in der Lage war, eine ausreichende Lehrerversorgung sicherzustellen. Soweit die Stadt zuständig ist, muss die Versorgung mit Betreuungsplätzen in Krippen und Kitas verbessert werden, damit bereits eine ausreichende vorschulische Bildung gewährleistet wird. Und damit alle bereits vor der Schule die deutsche Sprache gut beherrschen. Für einen guten Start ins Leben brauchen Jungs und Mädchen gute Kitas, gute Schulen und freien Zugang zu Kultur- und Freizeiteinrichtungen. Günstige Tickets für Familien und ein kostenloses Mittagessen für Kinder müssen selbstverständlich sein. Ich werde mit aller Kraft daran arbeiten, dass in Frankfurt jedes Kind seine Chancen bekommt und gute Bildung nicht vom Geldbeutel abhängt.
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Herbert Förster (Piraten)
Jugendliche mit Migrationshintergrund sind in den seltensten Fällen weniger intelligent als deutsche Kinder. In deren Elternhaus wird oft nur die Sprache ihres Herkunftlandes gesprochen. So kommen sie erst im Kindergarten intensiver mit der deutschen Sprache in Berührung. In den Kindertagesstätten muss mehr für die Sprachförderung getan werden, dann können die Kinder später in der Schule besser folgen. Denn was nützt die Intelligenz, wenn ich nicht verstehe, was der Lehrer sagt? Je früher die Kinder deutsch sprechen und verstehen, umso besser können sie später dem Unterricht folgen. Generell haben die Eltern bisher eine Holpflicht, wenn es um die schulische Laufbahn ihrer Kinder geht. Wenn die Eltern nicht engagiert oder interessiert sind, hat das Kind dies auszubaden. Von Anfang an sollte die Stadt die Eltern mit Informationen über die Möglichkeiten, welche die Schullandschaft bietet, informieren. Die Eltern und Kinder müssen da abgeholt werden, wo sie stehen.
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Ursula Fechter (FAG)
Bildung ist der Schlüssel für eine sichere Zukunft und die Teilhabe der Kinder an unserer Gesellschaft. Dies muss so früh wie möglich beginnen. Besonders wichtig für die Kinder mit Migrationshintergrund ist das korrekte Erlernen der deutschen Sprache, als Vorbereitung auf ein spätere Ausbildung und das Berufsleben. Daher sollte der Kindergartenbesuch für alle verpflichtend werden. Weiter bin ich für den Ausbau der Ganztagsschulplätze, die Förderung von Betriebskindergärten und vor allem die Verbesserung der Hortversorgungsquote. Wichtig ist auch die Erhöhung der integrativen Vorschuleinrichtungen und die Förderung der integrativen Klassen in den Schulen. Jedes Kind sollte – soweit notwendig – die Möglichkeit der Hausaufgabenbetreuung haben.
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Jean-Jules Tatchouop
Integration zu predigen ohne Inhalt bringt nichts. Nur Taten zählen. Es ist nötig, ein Budget für die betroffenen Menschengruppen festzulegen und dafür auszugeben. Ich werde mich dafür einsetzen.
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Rosemarie Heilig (Grüne)
Nach meinen Informationen liegt die Quote der Schulabgänger ohne Abschluss in Frankfurt bei knapp vier Prozent. Damit liegt Frankfurt deutlich unter dem Bundesdurchschnitt von sieben Prozent. Ich sehe darin eine Bestätigung der Bildungs- und Integrationspolitik der vergangenen zwei Jahrzehnte. In Frankfurt besuchen fast alle Kinder, auch diejenigen aus zugewanderten Familien, den Kindergarten. Bildung von Anfang an, so lautet das Leitmotiv. In den Schulen sind von der grünen Bildungsdezernentin Jutta Ebeling vielfältige Sprachförderprogramme und Sozialarbeit eingeführt worden. Dabei galt als Motto: Kein Kind soll zurückbleiben. Das spiegelt sich auch im Angebot der Schulformen wider, Gesamtschulen werden ausgebaut wie Gymnasien. Diesen erfolgreichen Weg sollten wir fortsetzen, um die Schulabbrecher-Quote weiter zu senken.
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Janine Wissler (Linke)
Alle Kinder müssen das Recht auf bestmögliche Bildung haben. In Deutschland sind Bildungschancen jedoch sehr stark abhängig vom Geldbeutel der Eltern. Wer arme Eltern hat, kann sich keinen Nachhilfeunterricht leisten und hat es schwerer, einen höheren Bildungsabschluss zu machen. Kinder aus armen Familien, Kinder mit Migrationshintergrund und Kinder mit Behinderungen werden durch das mehrgliedrige Schulsystem benachteiligt. Durch längeres gemeinsames Lernen in kleineren Klassen könnten alle Kinder unabhängig von ihrer Herkunft besser gefördert werden. Aufgabe der Stadtpolitik ist es, einen wohnortnahen Zugang zu Bildungseinrichtungen zu garantieren, statt Stadtteilbibliotheken zu schließen wie im Riederwald geschehen. Denn das trifft die Kinder besonders hart, die auf öffentliche Bibliotheken angewiesen sind, weil sie sich nicht jedes Buch kaufen können. Frankfurt braucht zudem eine bessere Ausstattung der Schulen, Schulsozialarbeit, mehr Schulpsychologen und einen Ausbau der Ganztagsschulen.
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Karl-Maria Schulte
Der unabhängige Kandidat Carl-Maria Schulte hat die Fragen der FNP erhalten, aber keine Antworten geschickt.
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Harald Frenzel
Die Stadt Frankfurt ist nur bis zum 6. Lebensjahr für die Bildung zuständig. Danach ist Bildung Ländersache. Es müssen also mehr Kindergärten/Kitas eingerichtet werden, um so eine Art Vorschule zu schaffen, die verstärkt auf das Erlernen der deutschen Sprache hinwirkt. Weitere Abhilfe kann nur durch eine Verkleinerung der Schulklassen erreicht werden. Auch muss die Stadt wieder verstärkt im Handwerk in stadteigenen Betrieben Berufsausbildungen betreiben.
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Oliver Schmitt (Die Partei)
Durch verbesserte und speziell zugeschnittene Bildungsangebote. Rappen, Chillen und Voll-geil-die-City-cruisen müssen endlich abschlussprüfungsrelevante Unterrichtsfächer werden, dann haben Zuwandererkinder auch eine reelle Chance.



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