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Wo der Richter mit dem Staatsanwalt. . .
Nach sechs Wochen Umbaupause ist die Kantine im Gerichtsviertel wieder geöffnet
Sie ist die Nachrichtenbörse des Gerichtsviertels in der Innenstadt: die Justizkantine. Umso größer die Qual, als sie nun sechs Wochen zu war. Dafür kocht jetzt Mirko Reeh.
Von Matthias Gerhart
Frankfurt. ![]()
Alle an die Töpfe: Koch Mirco Reeh, Gastronom Jan Mai und Pächter Jochen Gerber (v.l.). Foto: rüf Hier wird so mancher Fall auf dem kurzen Dienstweg geklärt, treffen Angeklagte ganz informell auf ihre Richter und plaudern Staatsanwälte mit den Kollegen von der anderen Seite: in der Justiz-Kantine im Gebäude E des Frankfurter Gerichtsviertels.
Und hier kann man sich seit Neuestem fühlen wie in einem Fernsehstudio des HR. Denn in der Gerichtskantine kocht ab sofort in regelmäßigen Abständen Mirco Reeh, der Fernsehkoch des Hessenfernsehens. Nach knapp sechswöchiger Renovierungs- und Umbauzeit eröffnete die Kantine mit ihren 270 Sitzplätzen gestern unter neuer Führung. Jochen Gerber (42), der bereits seit zwölf Jahren im Geschäft ist und auch das Betriebsrestaurant im Mainzer Wirtschaftsministerium betreibt, heißt der neue Wirt, nachdem der langjährige Pächter Peter Wonka Ende 2011 in den Ruhestand gewechselt war.
Kaffee auf der Couch
Der umtriebige Gastronom, der selbst einmal beim ZDF in Mainz gearbeitet hatte, war noch keine drei Tage im Amt, da wurde schon etwas anders. Als erstes stattete er die kleine Cafeteria am Gebäude E an der Hammelsgasse mit bequemen Sofas aus, auf denen sich nun Richter, Staatsanwälte, Wachtmeister, Verteidiger und all die anderen mit den Gerichten mehr oder weniger verbundenen Leute räkeln können.
Die große Kantine hat ihr Äußeres dagegen weitgehend behalten: "Alles ist aber neu gestrichen, ein neuer Bodenbelag war ebenfalls fällig", sagt Betreiber Gerber, der sich aber vor allem auf das kulinarische Konzept konzentriert. Neu ist die Theke, an der vor den Augen der Gäste Schnitzel, Steaks oder Schweinefilets zubereitet werden. 5,50 Euro kostet eine Mahlzeit für Justizangehörige. Gäste sind aber auch willkommen, zahlen allerdings einen Aufschlag von 20 Prozent. An der Salat- und Nudelbar (auch eine Neuheit) gibt es schon ab 1,70 Euro eine Portion. Und Tellergerichte wie Krautwickel oder Frikadelle mit Gemüse halten sich zwischen drei und vier Euro.
Gerber legt Wert darauf, dass fast alle Speisen aus frischen Zutaten frisch in der Küche zubereitet werden: "Warum sollte ich eine Kohlroulade bereits am Vortag malträtieren, um sie am nächsten Tage wieder aufwärmen zu müssen?" Einige der Mitarbeiter seines Vorgängers hat er übernommen, dazu drei bis vier neue Leute.
Eröffnung mit Torte
Darunter – einmal im Monat hat er Dienst – eben auch Fernsehkoch Reeh, der auch gestern bei der Eröffnung des Betriebsrestaurants war. Landgerichtspräsident Klaus Scheuer durfte zu diesem Anlass die eigens kreierte "Justiztorte" anschneiden. Für die Gäste gab es eine Nudelpfanne und Garnelenspieße in einer rassigen Wodka-Sahnesauce. Wie gut, dass die meisten Gerichtsverhandlungen bereits am Vormittag stattfinden . . .



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