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Ihr Ziel heißt Prävention
Beim Sommerfest am Bügel stellten sich Uwe Lorey und Michael Paul vor
Uwe Lorey (links) und Michael Paul sagen, dass den Ben-Gurion-Ring einen Schwerpunkt ihrer Arbeit als Chefs des Präventionsrats darstellt, vor allem Gewalt in Familien hat zugenommen. Foto: Martin Weis
Von Julia Rösch
Das Sommerfest der Bürgerinitiative bekam zwar zunächst nicht viel Sonnenschein ab. Dafür hatten die Besucher Gelegenheit zu einem Schwatz, einem Stück Kuchen und einem Gespräch mit den neuem Vorstand des Präventionsrates Nieder-Eschbach.
Nieder-Eschbach. Es war der Regenguss, auf den Frankfurt seit Tagen gewartet hatte: Am Samstagvormittag fielen einige Liter, auch in der Seniorenwohnanlage im Ben-Gurion-Ring. Doch während die Städter aufatmeten, gab es zunächst lange Gesichter auf dem Sommerfest in Nieder-Eschbach. Werner Waniek, Sprecher der Bürgerinitiative Am Bügel, ärgerte sich: «Der Regen hat unsere Planung komplett durcheinander gebracht!» Sämtliche Stände sollten draußen stehen, ein richtiges Gemeinschaftserlebnis unter freiem Himmel hätte es werden können, organisiert von der Bürgerinitiative und anderen Vereinen des Stadtteils. So drängten sich Grill und Koch unter der Markise, die Gäste im Saal des Seniorenheims.
Aber kein Grund, um lange Trübsal zu blasen; dafür war das Programm auch zu abwechslungsreich: Der Frauenchor begeisterte mit Gesang, die freiwillige Feuerwehr informierte über richtigen Brandschutz und löschte Stichflammen – kontrolliert gelegte, natürlich. Und die Besucher hatten sogar Gelegenheit, die beiden neuen Vorsitzenden des Präventionsrates Nieder-Eschbach persönlich kennen zu lernen: Uwe Lorey (49) und seinen Stellvertreter Michael Paul (58), die an ihrem Stand mit einem Quiz über den Bügel für Aha-Erlebnisse sorgten.
Seit Januar 2010 treten sie in die Fußstapfen von Werner Ullrich (78), der über zehn Jahre lang den Präventionsrat im Ort leitete. Ihre Aufgaben: Gewalt und Straftaten durch Aufklärung und gezielte Aktionen vorbeugen. «Gewalt in der Familie», sagen Lorey und Paul, ist das aktuelle Thema ihrer Arbeit. Dazu wollen sie bald einen Infoabend organisieren und eine Arbeitsgruppe bilden. Anlass waren einige Vorfälle in jüngster Zeit, vor allem in der Gegend Am Bügel. Verurteilen wollen sie das Wohngebiet aber nicht, betont Lorey: «Wir wissen, dass es einige Probleme gibt, und wollen deshalb den Schwerpunkt unserer Tätigkeit hierhin verlagern. Trotzdem finden wir, dass sich die Situation in dieser Gegend in den vergangenen zwei Jahren entspannt hat.»
Das ist auch das Werk ihres Vorgängers Ullrich, der besonders zu den Jugendlichen Am Bügel einen guten Draht hat. Er besuchte sie oft, trank ein Bier mit ihnen und erfuhr so von all den Nöten und Problemen, die sie bewegen. Daran wollen Lorey und Paul anknüpfen. Denn viele Nieder-Eschbacher wüssten nicht so recht, wofür der Präventionsrat steht. «Andererseits haben wir auch eine koordinierende Aufgabe, bei der wir eher im Hintergrund tätig sind», sagt Paul. «Wir arbeiten mit vielen Einrichtungen zusammen – den Kirchen, dem Jugendhaus, der Deutschen Lebens-Rettungs-Gesellschaft beispielsweise –, um umfassend beraten und Angebote auf die Beine stellen zu können.»
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