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Die Fürstenstadt im Narrenfieber
Die KG Hadamar zeigte sich von ihrer besten Seite
Da kann man fast neidisch werden: Die Hadamarer haben wahrlich das Zeug zum Fastnacht feiern, Tanzgarden, eine bunter und flotter als die andere, scharfzüngige Büttenredner von Klasse, einen Elferrat, der nicht nur am Tisch sitzt, sondern aktiv ins Programm eingreift, und neuerdings einen ausgesprochen der Fastnacht verbundenen Bürgermeister, nicht zu vergessen ein Mitmach-Publikum erster Güte. Auf solch einem guten Boden reift das Pflänzchen "Fassenacht" zu voller Blüte heran.
Hadamar. ![]()
Wie die Orgelpfeifen: An Nachwuchs herrscht bei der KG Hadamar kein Mangel. Gleich acht Solo-Tanzmariechen zeigten in der Kappensitzung ihr Können. Fotos: wu In der proppevollen Stadthalle hatten Ex-Prinzessin Martina Obre und Ministerpräsident Alwin Braun neben dem närrischen Publikum auch eine Menge Honoratioren aus Stadt und Land sowie die Abordnungen befreundeter Vereine begrüßt, nachdem ein jeder das farbenprächtige Bild aller aufmarschierten Garden einschließlich des Elferrates in sich aufgenommen hatte.
Die Kindergarde durfte gleich auf der Bühne bleiben, überzeugte mit dem Alpengaudi-Showtanz, bevor der "ganze Stolz der KG", acht Solotanz-Mariechen Tanz-Artistik pur zeigten. Die drei Wettens (Axel, Lukas und Jonas) kalauerten über die Schule, natürlich immer zum Nachteil des Lehrers ("Was weißt du über die alten Griechen?" – "Alle tot!" und "Warum ist in der Milch Fett enthalten?" – "Damit beim Melken das Euter nicht quietscht."), und der Strohwitwer (Karl Endres) mit sei‘m Hund pries letztlich die Heimkehr seiner "Fraa" nach deren Urlaub.
Dann legten die Trommeln und Blechinstrumente des Fanfarenzugs Niederhadamar los, dass buchstäblich die Wand wackelte. Dass es die Bläser auch schaffen, gemeinsam mit dem Publikum flotte Volksweisen zu singen, stellten sie eindrucksvoll unter Beweis.
Närrischer Besuch kam mit dem Prinzenpaar aus Langendernbach, Pamela I. und Christoph II. sowie dem Kinderprinzenpaar Luna und Felix, im Gefolge die furiosen "Bordsteinschwälbchen", die vor dem Einzug der Majestäten eine Kung-Fu-Show auf die Bretter hämmerten, dass einem vom Zuschauen allein schon die Gelenke schmerzten.
Danach wurden
Orden und Küsschen ausgetauscht, wie auch bei der späteren Aufwartung der Dreierbundsprinzessin Deborah I., die ihre Untertanen zum großen Fastnachts-Umzug nach Diez einlud. "Kein Weg geht an Dir vorbei" und "ein Hammervortrag": Diesen Wertungen des Vortrags des Fastnachts-Urgesteins schlechthin, Helga Poppe, ist nichts hinzuzufügen. Dieses Mal brillierte sie als Prinzessin, die keiner wollte, obwohl sie doch mit höchsten "Sprecher"-Qualitäten gesegnet ist, wenn auch ihr Verfallsdatum näher gerückt sei, obwohl ihre kosmetischen Hilfsmittel sich als äußerst wirksam erwiesen haben: "Meine Faltencreme zieht sogar das Wellblech von der Garage glatt." Der gebürtige "Elzer Blechkopp" hatte auch für Brüller sorgende Rätsel parat: "Wie heißt die Männer-Unterhose auf hessisch?" – "Rüsselsheim".
Die Stimmung zum Siedepunkt brachte die Elferrats-Band mit ihren kölschen Liedern zum Mitsingen.
Pfarrer Andreas Fuchs und Stadt-Chef Michael Ruoff hatten sich anschließend einiges zu sagen, ein Schweizer Handelsvertreter stellte Geld für die KG in Aussicht, die KG-Senioren entdeckten den Showtanz für sich neu, bevor sich zum großen Finale nochmals die Bühne füllte.wu



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