Ein Lebenswerk zerstört

Feuer vernichtete Hallen der Firma Meuser Optik

Ein Großbrand vernichtete gestern Morgen die Produktionshallen der Firma Meuser Optik in Aumenau. Dabei entstand nach ersten Schätzungen ein Gesamtschaden in Höhe von sechs Millionen Euro. Die Brandursache steht noch nicht fest, klar ist aber, dass das Feuer in einer 3500 Quadratmeter großen Halle ausbrach.

Villmar-Aumenau. Immer wieder loderten Flammen auf: In den Lagerhallen brannten auch Traktoren und Maschinen nieder. Fotos: HäringAls die Feuerwehr kam, war schon nicht mehr viel zu machen. Um 5.14 Uhr ging der Notruf ein, kurze Zeit später waren die Einsatzkräfte der Feuerwehr Aumenau auf dem Gelände der Firma Meuser-Optik, und sie sahen riesige Flammen aus den Dächern der großen Produktionshallen schlagen, einige waren schon eingestürzt. "Daher haben wir uns darauf beschränkt, die Flammen zu löschen und ein Übergreifen der Flammen auf eine weitere große Produktionshalle und ein Wohn- und Bürogebäude zu verhindern", sagt Thomas Schmidt, der Brandschutzbeauftragte des Kreises.

Die Feuerwehr Aumenau bekam bald Hilfe: Insgesamt 111 Einsatzkräfte rückten aus, nicht nur Feuerwehrleute, sondern auch Mitarbeiter des Technischen Hilfswerks aus Limburg und Weilburg und des Malteser Hilfsdienstes. Und sie hätten alle sehr gut zusammengearbeitet, sagt Thomas Schmidt. Das Feuer habe sicherlich schon länger gewütet, bevor es ein Nachbar entdeckte und die Feuerwehr alarmierte.

Schlauchleitung

Und die hatte bei diesem Einsatz mit besonderen Schwierigkeiten zu kämpfen – nicht nur mit dem Feuer, sondern auch mit der klirrenden Kälte. Die Feuerwehrleute mussten drauf achten, dass die Schläuche nicht einfrieren. Und sie mussten immer wieder Streusalz auf die Eisflächen streuen, die sich aus dem Löschwasser gebildeten hatten. Und mit dem Wasser-Nachschub gab es auch Probleme: Der vom Firmenbesitzer extra gebaute Löschteich war schlicht und einfach zugefroren. Um an genügend Löschwasser zu kommen, musste eine 300 Meter lange Schlauchleitung von der Lahn bis zum Brandherd aufgebaut werden. Die Folge: Der Bahnverkehr zwischen Weilburg und Limburg musste komplett gesperrt werden, weil die Schläuche zuerst über die Gleise verlegt werden mussten. "Dann mussten wir die Schläuche in ein Schwellenfach unter die Gleise verlegen, um anschließend den Bahnbetrieb wieder aufrecht zu erhalten", teilte Dirk Enders, Notfallmanager der DB-Netz mit. Außerdem musste sichergestellt werden, dass das Feuer nicht auf Heizöltanks übergreift. Um 8.06 Uhr konnten die Züge dann aber wieder fahren. Eine weitere Schwierigkeit war ein großer Gastank, der gesichert werden musste.

Mehrere Stunden dauerte es, bis sich die Einsatzkräfte der Feuerwehren aus Villmar, Weilburg, Limburg, Brechen, Langhecke, Aumenau, Weyer und Seelbach bis an die Flammen herankämpfen und löschen konnten. Immer wieder loderten in den riesigen Hallen Flammen auf. Das lockte auch viele Schaulustige an – trotz der klirrenden Kälte fanden sich viele Zuschauer ein, auch viele der 30 Mitarbeiter der Firma Meuser Optik standen fassungslos vor dem Inferno. So wie Volker Rada: "Ich habe gestern meine Abschlussprüfung als Feinoptiker gemacht und wäre von der Firma übernommen worden", sagte er. Schockiert und entsetzt war auch Bürgermeister Hermann Hepp. "Die Firma ist ein Lebenswerk von Horst Meuser und seiner Familie." Meuser Optik habe in den vergangenen Jahren mehrere Millionen Euro in die neuen Hallen und die Produktionsstätten investiert. "Die haben die Firma für Generationen gebaut. Mit einem Schlag ist nun alles weg."

Spezialisten der Polizei sollen nun die Brandursache klären, was wegen des gefrorenen Löschwassers schwierig ist. Spekuliert wird aber schon: Das Unternehmen hatte vor nicht allzu langer Zeit eine Fotovoltaik-Anlage bekommen, und in der Vergangenheit seien einige dieser Solar-Anlagen in Flammen aufgegangen, weil sie offenbar unsachgemäß montiert waren.

Auf jeden Fall ist der Schaden hoch: Auf rund sechs Millionen schätzt ihn die Polizei. In der großen Halle wurden unter anderem Spezialobjektive für Kameras (HD-Technik) mit hochwertigen Maschinen verarbeitet. kdh

  • Zurück
  • Versenden
  • Kommentar
  • Druckansicht
    • Delicious
    • Mr. Wong
    • Linkarena
    • Google
    • Yigg
    • Oneview
    • Facebook
    • Facebook

Wetter in Frankfurt am Main

Jetzt

sonnig

14 °C

Morgen

sonnig

10 °C | 21 °C

Übermorgen

sonnig

10 °C | 23 °C

Rhein-Main-Map

Frankfurter Neue Presse

Klicken Sie aufs Bild, um über eine Karte zu Meldungen Ihrer Region zu gelangen.

Anzeige

Nachrichten-Archiv

April
1
2345678
9101112131415
16171819202122
23242526272829
30
Mai
123456
78910111213
14151617181920
21222324252627
28293031

Ihre Tageszeitung als PDF

Frankfurter Neue Presse

Die Titelseite der Frankfurter Neue Presse vom 25.05.2012 als PDF zum Downloaden.

Zum Thema

Meine Eintracht

In unserer Arena erzählen Prominente aus der Region von ihren persönlichen Erlebnissen mit der SGE. Die Serie "Meine Eintracht" gibt's natürlich auch online.

Gratis: Eintracht-Newsletter

Umfassend über den Lieblingsverein informieren lassen. Gratis. Und bequem per Mail.

Kinofilme – wann und wo

Einfach hier abfragen.

FNP-Testabo bestellen

Lesen, was Sache ist: Das FNP-Probeabo! 14 Tage kostenlos.

Nichts wie weg

Die Leserreisen Ihrer Zeitung – alle online!

Umfrage: Tempo 30 in der Nacht

Um die Lärmbelästigung für die Anwohner zu reduzieren, testet die Stadt Frankfurt ab Herbst ein Tempolimit von 30 Km/h auf den Hauptverkehrsstraßen. Was halten Sie davon?

Ihre Meinung

Rhein-Main-Wiki

Anzeige

Extras

Die FNP mobil lesen

Tausende lesen die FNP schon auf dem iPhone. Die neue Version der App ist noch umfangreicher und schneller. Es gibt sie im App-Store.

Wir bei Twitter

Folge uns unter twitter.com/fnp_zeitung. Ständig aktuelle Tweets zu Nachrichten aus der Wetterau und dem Main-Kinzig-Kreis.