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Ein närrischer "Vergleich" mit der Stadt
Mit Spannung war auf der Kappensitzung das "Duell" zwischen KG-Ehrenpräsident Heinz Wetten und den Bürgermeistern der Stadt, Michael Ruoff und Hermann Bellinger, erwartet worden.
Hadamar. ![]()
Wie im richtigen Leben: Die KG hat mit der Stadt einen für alle gangbaren Vergleich geschlossen, von links Bürgermeister Michael Ruoff, Altbürgermeister Hermann Bellinger, Martina Obre und Heinz Wetten. Foto: wuGrundlage des "Streits", der schon närrische Rechtsgelehrte beschäftigt hatte, war ein "Vertrag" vom 16. Januar 1982, in dem der damalige Stadt-Chef Bellinger der KG eine Anleihe von 5000 Mark, zu verzinsen mit 11 Prozent und auszuzahlen am 11.11.2011 zugesichert hatte (wir berichteten).
Der Betrag, der nach Berechnungen der KG auf 57 514 Euro angewachsen sei, sollte im Rathaussaal – möglichst in bar (man weiß ja nie) – ausgezahlt werden, was aber nicht erfolgte, so dass die Schuld nun überfällig war.
Heinz Wetten hielt das in gereimter Rede den beiden Stadt-Sheriffs vor. Michael Ruoff war natürlich als Nachfolge-Bürgermeister mit in der Pflicht und er klagte darauf los: "57 514 Euro, das wird teuro." Die Anleihe sei an der Theke gemacht worden, räsonierte er weiter. Zudem habe die Stadt das Pulver nicht. Damit sei jetzt die Abstufung der Fürstenstadt bei allen (närrischen) Ratingagenturen zu befürchten. Sein Vorgänger Bellinger gab sich zunächst zerknirscht: "Nach 30 Jahren kommt der Schreck als Folge von ‘nem Fastnachtsgag. Jetzt muss ich, wie konnt‘ ich das ahne, für mei Dollheit noch bezahle. So viel Geld für die KG, Ihr könnt‘ verstehen, das tut weh." Und: "Ich konnt‘ nicht ahne, net vor Zeite, dass heut die Stadt ist restlos pleite. Nun muss ich in meine alte Tage, mich auch noch für Schulde plage." Den aktuellen Bürgermeister nahm er aus der Schusslinie: "Den Sheriff Ruoff trifft kei‘ Schuld, drum habt mit ihm noch viel Geduld. Vielleicht schafft er bis zur Pensionierung für den Haushalt die Sanierung", ging aber dann in die Offensive: "Nun liebe Freunde der KG, man kann die Sach‘ auch anders seh‘: Wenn 30 Jahre lang, ihr Dolle, vergesse habt, den Zins zu holle, wenn nicht abgeholt das Geld, es nach Haushaltsrecht verfällt." Und er rechnete nach: Nach Adam Riese, bitte sehr, bleibe zweieinhalbtausend und net mehr, abzüglich Verwaltungs- und Depotgebühren, wird das bestimmt noch dazu führen, dass schließlich noch zum Schluss, die KG bezahlen muss." Der Vergleich zum Schluss war wohl im Sinne aller Beteiligten. Beide Stadt-Sheriffs überreichten ein Sümmchen im Kuvert für die KG-Jugend und zugunsten eines "warmen" Zeughauses.wu



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