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Entscheiden die Bürger?
Südumgehung Limburg: Die Planungen kehren zurück auf die Alttrasse durch Blumenrod
Jetzt soll die Südumgehung wieder durch das Wohngebiet von Alt-Blumenrod führen. Die Reaktionen aus der Politik fallen unterschiedlich aus. Für den CDU-Fraktionsvorsitzenden Michael Köberle ist klar: Ohne Bürgerentscheid wird es keine Umgehung geben.
Limburg. ![]()
Eine Zeichnung des Illustrators Michi Schmidt aus Limburg aus dem vergangenen Jahr hat sich bewahrheitet: Das Grundwasser und die damit verbundenen Kosten beim Bau lassen die Planungen für die Umgehung auf die Alttrasse umschwenken. "Wir schlagen vor, was aus rein fachlicher Sicht vorzuschlagen ist", macht Eugen Reichwein, Leiter des Amts für Straßen- und Verkehrswesen in Dillenburg, deutlich. Vorzuschlagen war dem Lenkungsausschuss für die Südumgehung, dem Vertreter der Straßenbaubehörden aus Hessen und Rheinland-Pfalz, weiterer Fachdienststellen sowie der Verwaltungen der betroffenen Kommunen angehörten, die Umgehung auf der sogenannten Alttrasse (ein von Bebauung freigehaltener Streifen zwischen den Straßen "Im großen Rohr"/Holzheimer Straße und der Wiesbadener Straße) verlaufen zu lassen (wie gestern in der NNP berichtet). Der Vorschlag basiere auf den Ergebnissen der vorgenommenen Untersuchungen. Die Kostensteigerung spielt bei der Entscheidung eine gewichtige Rolle: 100 Millionen Euro soll die Straße kosten, 2007 lagen die Schätzungen – je nach Variante – noch bei 37 bis 42 Millionen Euro.
Eine ähnliche Entwicklung der Kosten hält Reichwein bei der Variante 2 (Alttrasse) für relativ unwahrscheinlich. Das Grundwasser, das die Umfahrung von Blumenrod so teuer gemachte habe (vor allem die Kostensteigerung bei der in einem Trog verlaufenden Abschnitt) sei im Bereich der Alttrasse nicht zu erwarten; Probebohrungen hätten schon stattgefunden. Auch sei ein Tunnel in den ursprünglichen Planungen schon vorgesehen.
Ziel erreicht
Ihr Ziel war es, den Bau der Südumgehung um Blumenrod herum zu verhindern, das Ziel scheint erreicht. "Eine Südumgehung, egal welche, wird mit großer Wahrscheinlichkeit nicht gebaut", sagt Professor Dr. Jürgen Distler als stellvertretender Vorsitzender des Vereins "Keine Südumgehung Limburg". Er fordert von der Stadt, nicht nur auf eine Umgehung bei der Verkehrsentlastung zu sorgen, sondern zum Beispiel beim Durchfahrtverbot für Lastwagen, die in der Stadt kein Ziel anfahren, ernst zu machen,
"Wir vom Verein mussten die Planer doch erst einmal zum Jagen tragen", fasst Distler etwas salopp den Erfolg der Südumgehungsgegner zusammen. Tatsächlich kamen die Hinweise auf die hydrologischen Schwierigkeiten vom Verein. Der hohe Grundwasserstand, so sagt Distler, ist seit den 20er- Jahren des vergangenen Jahrhunderts immer wieder Thema gewesen, unter anderem bei Entwässerungsplänen der Landwirtschaft. Auch bei anderen Gutachten habe der Verein immer wieder auf Schwachstellen hingewiesen. "Der Wunsch des Auftragsgebers war vielen Gutachten zu entnehmen", merkt Distler dazu kritisch an.
Eine Stellungnahme des Vereins "Bürger gegen die Südtangente/Alttrasse" war gestern für die NNP nicht zu erhalten. jl



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