Kommentar: Die Limburger Südumgehung darf keine Ausrede mehr sein

Johannes LaubachNun also zurück auf die Alttrasse. Nicht so wie früher vorgesehen, sondern mehr im Tunnel verlaufend oder eingehaust. Bürgermeister Martin Richard verweist in diesem Zusammenhang auf eine rein fachliche Entscheidung. Das stimmt – aber nur zum Teil. Das alles hat eine Vorgeschichte, die ins Jahr 2000 zurückführt. Am 3. April dieses Jahres entschied die Stadtverordnetenversammlung mit Mehrheit, die Südumgehung auf der Alttrasse zu bauen. Dann kam Sigrid Schmüser mit ihrem Bürgerbegehren. Die knapp 3000 Unterschriften, die sie gesammelt hatte und die damit einen Bürgerentscheid ermöglicht hätten, ließen im Rathaus fortan den Fokus auf die beiden Varianten um Blumenrod herum richten.

Elf Jahre später soll es wieder die Alttrasse werden. Sie ist natürlich teurer als vor elf Jahren und ein Bürgerbegehren mit einem anschließenden Bürgerentscheid droht natürlich auch wieder; vor elf Jahren kniff die Politik kurz vor der Kommunalwahl vor einem Bürgervotum.

Die Limburger Südumgehung, das ist ein Beispiel dafür, dass die Politik keine Entscheidungen trifft und sie immer weiter hinausschiebt. Lösungsorientiert ist das nicht. Natürlich lässt sich argumentieren, dass alle machbaren Varianten nun geprüft sind. Aber auch dieser Einwand ist nur halbwahr, denn die große Variante an Linter vorbei ist nach wie vor unberücksichtigt.

Ob die Südumgehung jemals kommen wird und einmal für Entlastung auf den bereits vorhandenen Straßen Limburgs sorgen wird (ich glaube es nicht), ist unsicherer denn je. Das Geld für solche Projekte wird knapper. Die für die Variante Alttrasse kalkulierten Kosten von 67,5 Millionen Euro werden sehr wahrscheinlich nicht ausreichen. Und wenn die 100-Millionen-Euro-Marke geknackt wird, schwenken die Pläne dann wieder auf eine Umfahrung von Blumenrod um?

Es gibt bei all den Unsicherheiten und Unwägbarkeiten im weiteren Verlauf ein klares politisches Signal, das ab sofort und mit aller Konsequenz umzusetzen ist: Bei allem, was in der Stadt an Entwicklung passiert, von der Politik begleitet und gefördert wird, darf der Hinweis auf eine mögliche Südumgehung nicht mehr dazu dienen, um höhere Belastungen auf den bestehenden Hauptverkehrsstraßen zu rechtfertigen. Bisher wird das Mehr an Verkehr oft genug noch mit dem Hinweis zur Seite gelegt, dass durch die Südumgehung eine Entlastung kommt. So etwas weiter zu behaupten, ist die Leute für dumm verkaufen – vor allem die, die bereits unter dem Verkehr massiv leiden.

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