Narretei kennt keine Grenzen

Gott Jokus meinte es gestern gut mit seinen Jüngern und schickte Sonnenschein übers Nassauer Land, wo die Narren auf Straßen und Plätzen in bester Laune unterwegs waren.

Limburg. Der Stammtisch 08/15 entführte beim Zug in Dehrn in die Hippiezeit. Fotos: Klöppel (3) Der gestrige Rosenmontag sollte schlimme Folgen für die Chefs der Bäckerei Huth haben. Das Ultimatum, dass ihnen der "Limburger Carnevalsverein Blaue Funker" bis gestern um 14.11 Uhr gestellt hatte, ließen sie jedenfalls ungenutzt verstreichen. Stattdessen hatten sich die Huth-Brüder und ihre Mitarbeiter in ihrer Bäckerei in der Werner-Senger-Straße eingeschlossen. Nach einigen Wortgefechten war es aber Schluss mit lustig: Die Funker kannten kein Pardon mehr und bliesen mit ihrem Rammbock und der Kanone "Joseph der Große" zum Sturm auf die Bäckerei. Die Beutelust der Funker-Offiziere kannte keine Grenzen: Sie schnappten sich die Chefs der Bäckerei und führten ihre Gefangenen in Ketten zur weiteren Vernehmung ins Funkerheim am Stephanshügel ab.bra

Runkel. Kunterbunt durch die Narretei bewegte sich der Rosenmontagszug in Runkel, der einst von seinem Erfinder zu Ehren "Ihrer Tollitäten" aus der Taufe gehoben wurde. Nun hat aber in diesem Jahr die Runkeler Fassenacht erstmals weder eine Prinzessin noch ein Prinzenpaar, und das lassen sich Narren im Städtchen nicht gefallen. Also schmissen sich zwei Damen – wenn auch nicht mehr Jungfrau und bereits im Ehestand – in fürstliche Gewänder und übernahmen die Rolle "Ihrer Tollität", wofür sie schon viel Beifall erhielten. Das war auch eines der Themen beim gestrigen Umzug und selbstverständlich waren Pia I. und Andrea I. mit auf der Straße. Rund 25 Nummern, Motivwagen und Fußgruppen, waren auf die Räder und Beine gestellt und schlängelten sich hinter Zugmarschall Arne Kasselmann bei schönem Wetter durch die von viel Volk gesäumten Gassen.

Runkel-Dehrn. Über mangelndes Interesse brauchte der Fastnachtsumzug in Dehrn gestern nicht zu klagen. Und auch die Zahl der beteiligten Fußgruppen stimmte. Schön wäre es allerdings gewesen, wenn noch mehr richtig gut kostümierte Gruppen und liebevoll geschmückte Wägen wie in früheren Zeiten dabei gewesen wären. Nur auf einen Anhänger stellen, trinken und die Musik laut machen kann jeder. Dass tolle Maskerade das Salz in der Suppe ist, zeigten unter anderem die Milchkühe,oder die Frauen vom Stammtisch "Ruckzuck", die als "Club der Teufelinnen" vertreten waren. Viel Mühe mit ihrer Kostümierung hatten sich ebenfalls die Männer und Frauen des Stammtischs 08/15 gemacht, die als Hippies unterwegs waren. rok

Bad Camberg. Nur alle fünf Jahre ist in Bad Camberg Großfastnacht, und dann gibt es gleich zwei Züge, am Fastnachtssonntag und am Rosenmontag. Gestern säumten wieder viele Menschen die Straßen – nun von Anfang an bei herrlichem Sonnenschein.pp

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