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"Neues aus Quetschebach"
60 Gedichte und Balladen in Mundart, 40 auf Hochdeutsch
Der Kirberger Peter Makamul hat sein erstes Buch geschrieben. Es enthält 60 Gedichte und Balladen in Mundart und 40 in Hochdeutsch. Das Buch wird im März in Druck gehen.
Hünfelden-Kirberg. Er verarbeitet Träume zu Gedichten, nimmt sich aber auch aktuellen Geschehens an. Ihm besonders angetan haben es Themen aus dem früheren Leben im Dorf. Das Buch bzw. die Geschichten und Gedichte darin tragen erkennbar autobiographische Züge. Peter Makamul, früher Croupier bei der Spielbank Wiesbaden, ist seit 2005 Rentner, wohnt in dem Haus Burgstraße 48, in dem früher Schlimmes passiert sein muss. Davon ist er überzeugt.
Seit er hierher gezogen ist (2007), geschehen immer wieder merkwürdige Dinge. Mal fallen grundlos Bilder von der Wand, klirrt Geschirr heftig im Schrank oder sind Gläser zersprungen. Manchmal hört er schwere Schritte im doppelten Speichergeschoss, da wo früher die Gesindewohnungen waren. Vielleicht ist es der ehemalige Eigentümer, der schwere Schuld auf sich geladen hat und nun nicht mehr zur Ruhe kommt. Das damalige Geschehen hat er in einem Gedicht verarbeitet, das von einer jungen Magd handelt. Ihr stellt der Bauer nach und als er bei ihr nicht zum Zug kommt, passt er sie des Sonntags vor der Kirche ab und beschuldigt sie öffentlich, mit dem Teufel im Bunde zu stehen. Sie wird von den Umstehenden ergriffen und als Hexe auf dem Scheiterhaufen verbrannt.
Kirberger Wörterbuch
Als 26-Jähriger hat er seine ersten Mundartgedichte geschrieben, die er auf den Jahrgangstreffen seiner Mutter vortrug. Diese hätten damals schon den Leuten gefallen und fortan habe er sich hingesetzt und des öfteren mal was aus seiner Feder geholt. Seine erste große schriftstellerische Tat war das Verfassen eines Wörterbuchs in Kirberger Mundart und trägt den Titel "Suu schwetzt de Käbäjer". Mit dem Mundartgedicht "E Schtiggsche Schoggeload" (ein Stückchen Schokolade) trat er zum ersten Mal bei einem Wettbewerb an, nämlich beim Mundartwettbewerb der Nassauischen Neuen Presse im Elzer Bürgerhaus, und erreichte den vierten Platz. Das Gedicht geht richtig zu Herzen und handelt von der Oma Emma, die sowohl für den Opa ("Koarze Lui" – Ludwig Kurz) als auch für den kleinen Peter als Belohnung eines Tages immer wieder mal ein Stückchen Schokolade hervorzauberte, was in den 50er Jahren ein absoluter Luxus war.
Bei solch einem renommierten Wettbewerb einen vorderen Platz zu erringen, hatte ihn schon ermutigt und nun nahm er die Einladungen zu Veranstaltungen von Seniorenheimen, Kliniken und Bürgertreffs öfter an. Nach den Veranstaltungen wurde er häufig gefragt, ob und wo man sein Buch kaufen könne. Aber er hatte ja keins und so reifte das Vorhaben, ein Buch herauszugeben, seine gesammelte Loseblatt-Werke zu veröffentlichen.
"Ein Buch zu veröffentlichen – das stellt man sich im allgemeinen recht einfach vor, ist es aber nicht", erinnert sich Makamul seiner ersten Bemühungen. Zunächst müssten Fachleute gefunden werden, die die Buchgestaltung übernehmen. Da sein Buch mit Zeichnungen illustriert werden wird, musste auch noch ein erfahrener Zeichner mit ins Boot.
Und ein Verlag musste gefunden werden, der zu einem angemessenen Preis den Druck übernimmt. Das hat Makamul hinter sich. Zwei Freunde sind unentgeltlich (in ihrer Freizeit) eingestiegen und mit dem Verlag ist er handelseinig, so dass nach der Gestaltungsarbeit das Buch Anfang März in den Druck gehen wird. Der Arbeitstitel "Neues aus Quetschebach" wird auch der reguläre Buchtitel werden.
Besier und juwi
Peter Makamul beschränkt sich bei seinen aufgespießten Themen nicht nur auf Begebenheiten früherer Jahre, sondern er nimmt gerne auch das aktuelle Geschehen kritisch unter die Lupe, so zum Beispiel auch den Dauerbrenner "Windpark in Hünfelden". "Lieblingskind des ehemaligen Bürgermeisters", sagt der frühere Gemeindevertreter Makamul und echauffiert sich: "Es kann doch nicht sein, dass ein Bürgermeister während seiner aktiven Zeit die notwendigen Entscheidungen im Parlament herbeiführt, um sich dann nach seiner Amtszeit ins gemachte Bett zu legen." Und dann war da noch der Waldbegang zur Besichtigung der Standorte für die Windkraft in 2010, bei dem eine Bad Cambergerin den Bürgermeister auf eine künftige Tätigkeit bei der Firma juwi ansprach, worauf sich dieser solche Äußerungen verbeten habe. Jetzt arbeite er für juwi, wie im Internet zu sehen. Makamul ist dabei, diese Begebenheiten in Verse zu fassen. "Da musst du gar nicht weit nach Niedersachsen fahren", sagt Makamul beim Abschied.wu



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