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Tränen "Große Jungen weinen ni...
Tränen
"Große Jungen weinen nicht!" "Ein Mann, der weint, ist kein Mann!" "Ich kann keine Frau weinen sehen." Bekannte Sprüche. Wann darf ein Mensch überhaupt weinen?
Aus Erfahrung wissen wir, wie dramatisch es sein kann, wenn ein Mensch nicht weinen kann, wenn Schock und übermächtige Trauer das Herz des Menschen versteinern.
Im alten Messbuch der katholischen Kirche gab es einen Bittgottesdienst um die Gabe der Tränen. Die Menschen wussten um die heilende Kraft des Weinenkönnens. Ich habe auch schon Menschen sagen hören, das ist "zum Weinen schön." Freude und Schmerz können das Herz des Menschen tief erschüttern. Es gibt auch die Tränen der liebenden Sorge. Sie sind ein wortloses Gebet mit der Bitte um Rettung und Heil. In der Geschichte der Heiligen wird uns von einer Mutter erzählt, die um ihren Sohn, ein "hochbegabtes Sorgenkind", viele Tränen vergossen hat. Hochbegabte sind oft "Grenzgänger", und die Begabung allein kann sie nicht vor dem Absturz bewahren.
Von Augustinus und seiner Mutter Monika ist die Rede. Er neigte zu einem lockeren Leben, fiel vom Glauben ab und bewegte sich in extremem Gedankengut. Nach dem Tod ihres Mannes folgte Monika dem Sohn nach Rom, der dort Professor für Rhetorik wurde. Die Begegnung mit dem Bischof Ambrosius von Mailand brachte die Wende im Leben des Augustinus. Er ließ sich taufen und wurde einer der bedeutendsten Theologen der Kirche des Westens. Wenn von ihm gesprochen wird, wird nie der Anteil seiner Mutter Monika an seiner Lebenswende vergessen. Am 27. August ist ihr Gedenktag.
Tränen sind stumme Gebete. In ihrer scheinbaren Ohnmacht können sie mit Gottes Hilfe Mächtiges bewirken.
Joachim Hilgert



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