Wie einst in den 70ern

Status Quo und The Hooters rockten in der Stadthalle

So rockt die Generation 50plus: Gut gelaunte Bands begeisterten ihre Fans in der ausverkauften Josef-Kohlmaier-Halle.

Von Rolf-Peter Kahl

Limburg. Große Show mit großen Verstärkern: Die legendären "Status Quo" zeigten in der Josef-Kohlmaier-Halle, was sie können. Foto: KahlAls die Roadies kurz vor 21 Uhr die berühmten weißen Marshall-Verstärker enthüllten und die fünf bereits leicht ergrauten Bandmitglieder auf der Bühne erschienen, brandete Jubel in der Stadthalle auf. Dann griffen die Altherrenrocker in die Saiten – und schon beim ersten Song war er zu spüren, der bewährte alte, nie veränderte, echte, erdige Quo-Sound. Und die unheimliche Power.

Drei Akkorde

Böse Zungen behaupten, dass Status Quo seit gefühlten fünf Jahrzehnten stets den gleichen Song neu aufnehmen und nur drei Akkorde beherrschen. Abgesehen davon, dass dies bei genauerem Hinhören gar nicht stimmt, ist es doch gerade die klare, auf Anhieb zu erkennende Struktur, die ihre Songs auszeichnet und einmalig macht. Einfach – aber einfach gut, was die Jungs um die Frontmänner Rick Parfitt und Francis Rossi da machen. Eben ihr berühmter, gitarrenbetonter, treibender Boogie-Woogie-Rock. Bei Status Quo geht von der ersten Minute an die Post ab. Und zwar so, dass auch junge Leute die ganze Geschichte um Status Quo irgendwie kultig finden. Wobei das Durchschnittsalter in der Stadthalle doch irgendwo bei 50plus lag.

Aber ob nun jung oder alt: Die, die in die Stadthalle gepilgert waren, wussten, dass es Status Quo auf das eine oder andere Watt nicht ankommt. Das Publikum wusste, was es bekommt: 90 Minuten Volldampf auf die Ohren. Besinnlichkeit war noch nie die Sache der beiden letzten Gründungsmitglieder der Band, Rossi und Parfitt. Dies spiegelte sich auch bei einem der Höhepunkte des Abends wider, als die Band "The Army Now" (das Status Quo für die Truppen im Auslandseinsatz neu eingespielt haben) erklingen ließ und sich Drummer Matt Letley anschließend mit einem Solo an seiner "Schießbude" austobte. Und als sie alle gemeinsam "I la-la-la-like it, la-la-la- like it – rockin all over the world!", eine der ganz großen Hymnen des Rock‘n‘Roll anstimmten, mit "Whatever you want" einen akustischen Flächenbrand entfachten und mit "Caroline" bewiesen, dass "SQ" eine Rock‘n‘Roll-Band und kein Männerballett sind, war zu verstehen, warum auch drei Akkorde zur Glückseligkeit verhelfen können.

Folk und Rock

Aber natürlich gehörte der Abend nicht allein Status Quo und ihren Fans: Da waren ja noch The Hooters: Sie hatten das Publikum auf Betriebstemperatur gebracht. Man darf das Sextett aus Philadelphia, das, ähnlich wie Status Quo, seit mehr als drei Jahrzehnten erfolgreich auf der Bühne steht, nicht einfach als Vorgruppe abstempeln. Die sechs Männer, die beim Aid Konzert 1985 in ihrem Heimatland als Opener vor 90 000 Menschen auftraten und sich dabei ihren Ruf als große Folk-Pop-Band erspielten, zeigten sich auch in Limburg von ihrer allerbesten Seite. Die amerikanischen Altrocker bewiesen, dass sie viel mehr zu bieten haben als ihren wohl bekanntesten Song "Johnny B.". Ihr Musikstil ist eine Mischung aus Folkrock und Rock mit Einflüssen aus Reggae und Ska. Mit "All you Zombies", "Satellite" und "500 Miles" bot die Gruppe um Eric Bazilian und Rob Hyman weitere Ohrwürmer. Ein dankbares Publikum ließ sich nicht zwei Mal bitten, mitzusingen und zu klatschen.

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