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"Das läuft irgendwie schräg"
Eine Gebühr von 50 Euro, aber keine Garantie für einen Stellplatz
Die Bürgerinformation hat am Mittwochabend gezeigt, dass das "Bewohnerparken" in der Altstadt bislang auf wenig Gegenliebe stößt. Die Skeptiker sind eindeutig noch in der Mehrheit.
Von Barbara Schmidt
Hofheim. ![]()
Leerstand: Auf dem Parkdeck des Chinon-Centers sucht man meist Autos vergeblich. Die Idee: die Fläche den Anwohnern zur Verfügung zu stellen. Foto: Knapp"Das ist alles nur Geldmacherei." Das Urteil der Bürgerin, die vorzeitig die Informationsveranstaltung in der Stadthalle verließ, zeigte es überdeutlich: Der Stadt ist es bislang nicht gelungen, den betroffenen Anwohnern die Segnungen zu vermitteln, die ihnen das neue "Parkraum-Konzept" bringen soll.
Der Knackpunkt schälte sich in der Veranstaltung zur Bürgerinformation schnell heraus: Es ist die Verwaltungsgebühr in Höhe von 50 Euro, die für die Ausstellung eines Bewohnerausweises mit zwei Jahren Gültigkeitsdauer fällig wird. Weil es im Gegenzug keine Garantie auf einen freien Stellplatz oder einen festen Platz fürs eigene Auto gibt, sehen viele in der neuen Regelung für sich eine Verschlechterung. "Das einzige, was sich für uns ändert: Dass wir auf einmal bezahlen müssen, aber deshalb nicht mehr Parkplätze haben. Das läuft doch irgendwie schräg", brachte ein Bürger seinen Ärger auf den Punkt und erhielt dafür reichlich Zustimmung unter den 150 Besuchern.
Das Quartett auf dem Podium – Erster Stadtrat Wolfgang Exner, Stadtrat Wolfgang Winckler und die Verwaltungsmitarbeiter Christine Filipp und Bernhard Schulz – mühte sich, die Vorteile für die Anwohner deutlich zu machen. Schulz etwa wies darauf hin, dass die Neuregelung unter anderem bezwecke, die Dauerparker aus der Innenstadt zu verbannen. Denn kostenfreie Parkplätze, auf denen das Auto unbegrenzt stehen kann, wird es ab dem 1. April nicht mehr geben. Montags bis freitags darf zwischen 8 und 19 Uhr für höchstens zwei Stunden geparkt werden, samstags gilt das von 8 bis 14 Uhr. "Bisher hat sich da mancher Angestellte, der in der Altstadt arbeitet, hingestellt", so Schulz. Damit mache das neue System Schluss.
Große Veränderung
Exner und Winckler hatten bereits in ihrer Vorrede auf den Verkehrsentwicklungsplan verwiesen, der klar gefordert habe, das uneinheitliche System fürs Parken in der Innenstadt zu verändern, da es für erheblichen Parksuchverkehr sorge. Wer in unmittelbarer Nähe zu Parkplätzen, die gebührenpflichtig sind, auch solche anbiete, die nichts kosten und dazu auch noch unbefristet genutzt werden können, dürfe sich nicht wundern, wenn die Autofahrer lieber so lange um den Block führen, bis sie ihr Vehikel ohne Parkschein losgeworden sind. Das neue System bedeute "eine große Anstrengung und sicher große Veränderung", räumte Winckler ein. Erst der Praxistest werde zeigen, ob man das angestrebte Ziel erreiche.
Die Verwaltungsgebühr, an der sich die Bürger vor allem stoßen, sei vergleichsweise gering, so Exner, und die Stadt sei nun einmal gehalten, sich ihren Aufwand entschädigen zu lassen. "Ein Personalausweis, für den der Aufwand doch sicher höher ist, ist preiswerter", hielt ein Mann dagegen. Auf Nachfrage erfuhren die Bürger, dass für das Bewohnerparken insgesamt 230 Parkplätze in der Innenstadt genutzt werden dürfen. Der Vorteil derer, die einen Ausweis haben: Ihr Wagen darf hier werktags auch tagsüber länger als zwei Stunden stehen.
Für viele unverständlich: Warum berechtigt der Bewohnerparkausweis nicht, das Auto etwa auf dem Parkplatz an der Pfarrgasse, auf dem Platz am Untertor oder Am Alten Bach abzustellen? Auch in der Hauptstraße wird es kein Bewohnerparken geben. In diesen Bereichen sollten tagsüber Kunden und Besucher von Praxen einen Stellplatz finden, so Winckler, das sei für die Gewerbetreibenden "lebenswichtig".
Lieber feste Plätze
Viele Innenstadtbewohner fürchten, künftig mindestens so lange nach einem freien Stellplatz suchen zu müssen wie bisher. Sie hätten mit dem Ausweis lieber feste Parkzonen verbunden, die ihnen zu bestimmten Zeiten allein zustehen, wie es etwa in Frankfurt praktiziert wird. Andere verwiesen auf die Stellplatz-Ablöse, die gerade in der Altstadt von vielen gezahlt worden sei. Im Gegenzug könne die Stadt ihnen das obere Parkdeck im Chinon-Center kostenlos zur Verfügung stellen, schlug ein Mann vor. "Da gibt’s doch Leerstände genug."
Nachgebessert hatte die Stadt übrigens schon vor dem Info-Abend auf zahlreiche Proteste hin: Statt nur eines Ausweises pro Wohneinheit, wie noch vor kurzem vorgesehen, können jetzt bis zu zwei ausgegeben werden. "Mein Sohn hat auch ein Auto", machte ein Bürger deutlich, dass das noch nicht jedem reiche.
Die Anträge fürs Bewohnerparken gibt es ab sofort im Rathaus oder übers Internet (http://www.hofheim.de). Bearbeitet werden sie in der Reihenfolge des Eingangs.



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