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Er hält den Laden am Laufen
Stadtjugendfeuerwehrwart Andreas Heuss – nach zehn Jahren alles andere als amtsmüde
Letztes großes Ereignis in diesem Jahr war für die Jugendfeuerwehren im Stadtverband die Großübung in Wallau. Gemeinsam rückten sie zu einem "Brand in einer Produktionshalle" aus. Das Resümee war rundum positiv.
Von Tina Schehler
Wallau. ![]()
Geschafft, aber zufrieden: Andreas Heuss bei der Übung im Wallauer Gewerbegebiet. Foto: ReußStadtjugendfeuerwehrwart Andreas Heuss (32) steht am Rand des Geschehens und sieht zufrieden aus. Fünf der sieben Jugendwehren aus dem Stadtgebiet und die Jugend des THW Hofheim sind in Aktion. Auf dem Gelände der Firma Ströhmann im Wallauer Gewerbegebiet ist, so das Szenario, eine Säge in Brand geraten. Inzwischen ist ein Vollbrand daraus geworden. Die ganze Lagerhalle brennt. "Damit es echt aussieht, haben wir für eine große schwarze Rauchwolke gesorgt und alles stark vernebelt. Außerdem sitzt ein Sprengmeister in der Halle, der regelmäßig Knallkörper zündet", erzählt Heuss, der selbst schon mit zwölf Jahren zur Diedenberger Jugendfeuerwehr stieß. "Das ist ein Riesen-Überraschungseffekt für die Jugendlichen." Nur die Betreuer kennen das Drehbuch.
An der Einfahrt zum Gewerbegebiet haben sich die Wehren gesammelt, als der inszenierte Notruf kommt. Dann rücken sie zeitversetzt aus, in der Reihenfolge, in der sie auch im "Ernstfall" vor Ort sind. Auf dem Firmengelände werden Einsatzfahrzeuge schleunigst in Position gebracht, die Drehleiter aus Hofheim wird ausgefahren. Die Aufregung ist zu spüren. Mehrere Jugendliche rollen Schläuche aus und beginnen zu löschen, andere starten den "Innenangriff" – sicherheitshalber mit leeren Schläuchen und Atemschutzattrappen. Einige legen verletzte "Produktionsmitglieder" auf eine Trage. "Wo sollen wir die Person hintun, die wir gefunden haben?", fragt ein Jugendlicher mit einem Dummy auf dem Arm. Heuss und die Umstehenden müssen lachen. Gott sei Dank ist alles nur gespielt.
70 Jugendliche zwischen 10 und 17 Jahren sind im Einsatz. Jeder hat eine Aufgabe. "Die Jüngeren schauen meist gebannt zu", weiß der Stadtjugendfeuerwehrwart. "Das ist ihnen schon Abenteuer genug." Er weiß aus eigener Erfahrung: "Für die Jugendlichen ist so eine gemeinsame Großübung das Highlight des Jahres und eine riesengroße Motivation. Immer nur Theorie, das ist langweilig." Er hofft, dass sie "bei der Stange bleiben" und sich möglichst auch für die Einsatzabteilung der Freiwilligen Wehren begeistern.
Freizeit-Konkurrenz
In den vergangenen Jahren war die Zahl derer, die von der Jugendfeuerwehr zur Einsatzabteilung wechseln, leicht rückläufig. "Freizeitaktivitäten gewinnen immer mehr an Bedeutung, wir müssen mit vielen konkurrieren. Heute kann man auch am Computer Feuerwehr spielen", sagt Heuss. Die Bambini-Wehren für Kinder ab sechs, wie es sie schon lange mit großem Erfolg in Wildsachsen und bald wieder in Wallau gibt, sind seine große Hoffnung. "In Wildsachsen wechseln 2012 acht Kinder von den Feuerbären in die Jugendwehr. Dann sind es dort ganze 36 Kinder", erzählt er beeindruckt.
Andreas Heuss lässt die Begeisterung für die Feuerwehr nicht los. "Ich bin infiziert", sagt er. Einmal in die Diedenberger Jugendwehr eingetreten, blieb er dem Hobby treu, wurde Jugendwart, war dann fünf Jahre lang Stadtjugendwart. Nach zwei Jahren Pause wurde er erneut in dieses Amt gewählt. Jetzt ist er in seinem zehnten Amtsjahr. "Im November stelle ich mich für fünf weitere Jahre zur Wahl", sagt der gelernte Schreiner, der im Familienbetrieb mitarbeitet. Ein weiterer Kandidat sei nicht in Sicht.
Zu seinen Aufgaben als Stadtjugendwart gehört es, gemeinsame Veranstaltungen wie den Florianstag, die Großübung, das Seifenkistenrennen und ein Zeltlager zu organisieren, auf die Prüfung zur "Leistungsspange" (eine Auszeichnung, die die Grundausbildung zum Feuerwehrmann um ein Jahr verkürzt) vorzubereiten und "Stadtrat Exner wegen der Finanzen zu nerven", sagt er. "Mich begeistert, dass Kinder, die ich aus meinen Übungsstunden kenne, jetzt als Jugendbetreuer neben mir sitzen. Alles läuft wie von selbst: Wir sind im Stadtverband zurzeit ein Spitzenteam." Eines seiner großen Ziele sei es gewesen, die Jugendwehren der Stadtteile zusammenzuschweißen. Auch sonst ist Heuss durchsetzungsstark: Er hat bei der Stadt einen Stellvertreter durchgesetzt. Eineinhalb Jahre hat ihn Karsten Hillner (33) unterstützt, er hört jetzt aber aus privaten Gründen auf. "In fünf Jahren bin ich dann zu alt für den Job. Die Jugendwarte um mich herum sind 20 Jahre alt", sagt Heuss. "Aber im Hintergrund bleibe ich auf jeden Fall dabei."



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