Hier entsteht ein neuer Treffpunkt

Jugendliche bewerfen Haus mit Steinen – Polizei sucht Zeugen, sagt aber, dass sich die Lage in Niederhöchstadt verbessert hat

Die Stadt Eschborn will auf einem Grundstück an der Ecke Steinbacher Straße/Dörnweg eine Hütte errichten lassen, die den jungen Leuten als Anlaufstelle dienen kann.

Niederhöchstadt. Einige lärmende und randalierende Jugendliche sind am Donnerstagabend durch den Langen Weg gezogen. "Sie klingelten an Häusern, warfen eine Mülltonne vor die Haustür, traten gegen eine Laterne und bewarfen ein Haus mit Steinen", teilte ein Sprecher der Polizei gestern mit. Er berief sich auf Angaben von Anwohnern und gab den Schaden an dem Gebäude mit etwa 400 Euro an. Wer Angaben zu den Jugendlichen machen kann, sollte sich telefonisch unter (0 61 96) 96 95-0 bei der Polizeistation in Eschborn melden.

Vermittlungsgespräche

Geht es schon wieder los mit dem Radau rund um den Montgeronplatz? Wie berichtet, entwickelte sich das Gelände in den vergangenen Jahren zu einem Brennpunkt. Immer wieder beschwerten sich Anwohner über junge Leute, die Dreck hinterlassen, Krach machen und Alkohol trinken. Darauf hin entschlossen sich die Stadt und ihr Präventionsrat zu Vermittlungsgesprächen zwischen den Jugendlichen und den Anwohnern. Das war im ersten Halbjahr 2011.

"Ein Ausreißer"

"Aus unserer Sicht hat sich die Lage seither beruhigt", sagte der Jugendkoordinator der Polizei im Main-Taunus-Kreis, Uwe Thöne, am Freitag auf Kreisblatt-Anfrage. Das Mediationsverfahren, an dem Thöne als einer von zwei Vermittlern beteiligt war, habe sich "ganz gut angelassen". Bei dem Vorfall von Donnerstag, 21.30 Uhr, handelte es sich nach seiner Einschätzung "um einen Ausreißer". Diesen Standpunkt teilt der Erste Stadtrat Mathias Geiger (FDP), der dem Präventionsrat vorsteht. Die Situation hat sich nach seinen Worten "bei weitem verbessert". Das habe zum einen am Vermittlungsverfahren gelegen. Zum anderen mache sich positiv bemerkbar, dass die Stadtpolizei in diesem Gebiet regelmäßig auf Streife gehe. Geiger weiter: "Wir konnten das im Großen und Ganzen ganz gut eindämmen." Der Vorsitzende des Präventionsrats räumt aber ein, dass sich die Jugendlichen bei regnerischem und stürmischem Herbst- und Winter-Wetter weniger oft draußen aufhalten. Insofern kommt es während der kalt-trüben Monate zu weniger Beschwerden.

Die Stadt setzt jedoch nicht nur auf Streifengänge und Dialog. Sie will den jungen Leuten auch Alternativen anbieten.

Geiger teilt mit, dass die Stadt das Grundstück Steinbacher Straße/Dörnweg als Treffpunkt zur Verfügung stellen will: "Dort sollen die Jugendlichen in eigener Regie eine Hütte bauen." Ein Mitarbeiter des städtischen Bauhofs, ein Zimmermann, wird ihnen mit Rat und Tat zur Seite stehen und darauf achten, dass etwas Vernünftiges herauskommt. Die Kosten für das Vorhaben sind überschaubar. Mathias Geiger spricht von etwa "500 bis 600 Euro".

"Neupositionierung"

Als Erster Stadtrat ist Geiger das Ressort Jugend seit Thomas Eberts Amtsantritt im Dezember los. Der Grünen-Politiker ist jetzt für die städtische Nachwuchsarbeit zuständig. Er kündigte kürzlich im Kreisblatt "eine Neupositionierung der städtischen Jugendarbeit" an. Er sagte: "Wir lassen dazu eine Sozialraum-Studie erstellen." Es geht zum Beispiel darum, das Jugendzentrum von der Jahnstraße (Eschborn) an einen anderen Standort zu verlagern. Die Stadt favorisiert ein Gelände an der Heinrich-von-Kleist-Schule (wir berichteten).ask

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