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"Ich werde wieder antreten"
Angelika Munck strebt eine dritte Amtsperiode als Bürgermeisterin an
Die Wahl der FWG-Vertreterin zur Bürgermeisterin galt im Jahr 2002 als Sensation. Die Rathauschefin möchte in Zukunft einige heiße Eisen anpacken.
Hochheim. ![]()
Die Kommunalwahl im März hat einiges durcheinander gewirbelt. Auch auf Kreisebene. Dort regiert eine CDU-/FWG- und FDP-Koalition. Für Rathauschefin Angelika Munck (FWG) ist diese neue politische Konstellation aber wie ein Sechser im Lotto. Denn der Koalitionär der Freien Wähler in Hochheim ist seit 2011 ebenfalls die CDU. Damit hat die 57-Jährige nun so etwas wie Planungssicherheit. Beklagte die Bürgermeisterin jahrelang seit ihrem Amtsantritt im Jahr 2002 gebetsmühlenartig die fehlenden Vorgaben von der Stadtverordnetenversammlung, so ist es nun vorbei damit. CDU und FWG bringen ihre Vorschläge aufs Tapet, die Verwaltungschefin übernimmt deren Umsetzung. Für Munck ist diese neue Art von Hochheimer Kommunalpolitik "erholsam", wie sie sagt. Jahrelang habe es eine Blockade gegeben, weil sich die Fraktionen nicht einig waren.
Tatsächlich tendierte die Ortspolitik in der Wein- und Sektstadt oft in Richtung Kasperltheater. Hielten CDU und SPD wie die Ritter aus der Nibelungensage trotzig am Traum von einem Hotel- sowie Stadthallenbau samt Hallenbad fest, so passierte mit dem dafür vorgesehenen Gelände am Königsberger Ring/Danziger Allee jahrelang gar nichts. Anekdotenhaft sind die Geschehnisse, die sich rund um das Ex-Möbel-Busch- und Ex-Möbel-Franz-Gelände ranken. So quakten in der dortigen Baugrube, die zu manchen Zeiten mit viel Regenwasser gefüllt war, viele kleine Frösche. Prompt verlangte die Naturschutzbehörde die Umsiedlung der Amphibien auf ein Wiesenstück an der Autobahn (BAB 671). Danach quakte dort nichts mehr, weil die Grube aufgefüllt wurde. Ein Investor, der ein Hotel sowie eine Stadthalle an dieser Stelle errichten sollte, wurde aber weiterhin nicht gefunden. Unter der Ägide von Munck veränderte sich nicht viel. Außer, dass die Vorstellungen der Bürgermeisterin nicht mit den Ideen mancher Stadtverordneten zusammenpassten. Und so passierte auf dem Areal wiederum jahrelang nichts.
So musste die Rathauschefin einen langen Atem haben, bis nun endlich feststeht, was dort gebaut werden soll. Ein kleines Ärzte- und Medizinzentrum für Orthopädie soll entstehen; dazu sei noch ein Altenpflegeheim wünschenswert, meint Munck. Somit könnte ein Langzeit-Kapitel in Hochheim geschlossen werden.
Die Bürgermeisterin attestiert ihrer Kommune zwar, "dass Hochheim nach wie vor eine schöne Stadt ist". Doch bei den Themen Finanzen und Flughafen hören die positiven Attribute auf. Geld hat die Stadt in Form von Schulden mehr als ausreichend und muss deshalb immer noch extrem sparsam sein. Und vom Fluglärm bekommt die Mainstadt seit der Inbetriebnahme der Nordwest-Landebahn im vergangenen Oktober ebenfalls einen großen Teil ab. Trotz aller dieser Probleme: "Ich werde zum dritten Mal bei der nächsten Bürgermeisterdirektwahl antreten", erklärt Angelika Munck. Bis dahin möchte die Verwaltungschefin einige heiße Eisen anpacken und zum Abschluss gebracht haben. "Die Verwaltung muss ihre Bereiche managen, nicht nur verwalten", lautet eines der Ziele der Rathauschefin.
Dass der Hochheimer Markt sozusagen das Prunkstück der Stadt ist und deshalb auch dermaßen gepflegt und gehegt werden soll, hat Munck durch die Auswertung der Bürgerumfrage erfahren: "Ich war überrascht, wie wichtig den Hochheimern der Hochheimer Markt ist." Demgegenüber sei aber die Umgehungsstraße B 40 (neu), die im Vorjahr bei einem Bürgerentscheid abgelehnt wurde, überhaupt nicht als eine der wichtigsten Themen von den Umfrageteilnehmern genannt worden. Dies habe sie so
nicht erwartet. Schließlich sei darüber monatelang diskutiert worden.
Auch der Hochheimer Hof beschäftigte schon oft die Kommunalpolitiker. Während der Amtszeit von Munck wurde das Filetstück in der Altstadt verkauft. Inzwischen wurde der Komplex in der Mainzer Straße auf einer Zwangsversteigerung von einem Wiesbadener Geschäftsmann erworben. "Wenn wir das Geld hätten, den Hochheimer Hof zurückzukaufen, wäre es trotzdem nichts für uns, dort eine Gaststätte betreiben zu lassen", sagt Angelika Munck. Es seien ja Steuergelder, die dazu genutzt würden. meh



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