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Schnelles Internet in den Stadtteilen weiter auf Eis
In Lorsbach, Langenhain und Wildsachsen gibt es World-Wide-Web weiterhin in altertümlicher Form.
Hofheim. Bis die drei Hofheimer Stadtteile wirklich schnelles Internet haben, dürfte noch einige Zeit ins Land gehen. Das liegt vor allem an den Besitzern der Glasfaserkabel, die nach Lorsbach führen. Da muss Titan-Net, das die drei Stadtteile künftig mit DSL versorgen will, zugreifen können. Ein Anbieter, mit dem sich Titan-Net handelseinig war, wurde verkauft und sofort wurden die Mietpreise vom neuen Inhaber um das Dreifache in die Höhe geschraubt, so dass Titan-Net passen musste. "Wir sind im Gespräch mit zwei anderen Firmen, aber jetzt gibt es natürlich Verzögerungen", sagte Thomas Wild, Geschäftsführer von Titan Networks, im Haupt- und Finanzausschuss. Einen Termin über einen Abschluss nennen konnte er noch nicht, auch wenn damit mögliche Kunden verlorengehen. Er könne niemandem raten, seinen Vertrag jetzt auslaufen zu lassen oder zu kündigen, weil er nicht wisse, wann es weitergehe.
Dabei, so versicherte Wild, habe sein Unternehmen alles getan, um die drei Stadtteile schnell an das DSL (möglichst 6000 mbit/s) anzuschließen. Zurzeit werden dort nicht einmal 1000 erreicht, an vielen Stellen sind es gerade mal um die 300 mbit/s, das ist für vernünftige Arbeit mit dem Internet viel zu wenig.
Sechsstelliger Betrag
Titan-Net habe mit der Telekom, die die letzten Meter Kabel in die Häuser stellt, alles geklärt, sagt Wild. Seine Firma kann auf deren Schaltkästen zugreifen und sie mit ihren eigenen, dahinter stehenden, verbinden. Das verlangt auch die Bundesnetzagentur, die die Aufsicht über die Kabel der Telekom hat. "Wir haben da bereits einen sechsstelligen Betrag investiert", sagte Wild.
Nur der Zugriff auf die Glasfaserkabel der Fremdanbieter zum zentralen Internet-Knoten in Frankfurt ist noch nicht sicher geklärt. Wild ist aber zuversichtlich. Wenn er den Mietvertrag hat, wird er Kabel von den Haupt-Glasfaserleitungen in die Orte zu den Verteilern legen lassen. Das ist eine jeweils gut einen halben Kilometer lange Strecke, die er aufbuddeln muss. Wild möchte, dass das alles schnell geht, "wir wollen die Kosten ja wieder reinholen", und natürlich auch was verdienen. Die Vegetationsphase, die im März beginnt, werde sie kaum am Buddeln hindern. "Wir müssen vor allem Wege aufreißen, das darf man auch im Sommer."
Surfen über Handyverbindungen und W-Lan sei nur eine Notlösung, erklärte Hans-Joachim Ohlenschläger – der mit seinem Kampf um schnelles Internet in Lorsbach inzwischen zum "sachkundigen Experten" geworden ist – im Ausschuss. Das Problem, so Ohlenschläger: "Das ist ein Flaschenhals, je mehr saugen, desto langsamer wird es." Wer jemals in einem Hotel-Lan unterwegs war, wenn es Bundesliga-Ergebnisse gibt oder die "Handlungsreisenden" Feierabend haben und ins Internet wollen, weiß, wovon Ohlenschläger spricht. Da bricht dann oft alles zusammen.
Bleibt den Bewohnern der Stadtteile nur, darauf zu hoffen, dass Wild Erfolg hat. Dann rechnen sich die Investitionen für ihn auch, wenn nur ein Teil der Bewohner Verträge mit seinem Unternehmen abschließt. Die Telekom, die auch Glasfaserkabel in Lorsbach hat, vermietet ihm aber nichts. Sie will ihre Kapazitäten selbst an die Endkunden vermieten, am liebsten über Handy-Verbindungen.hpo



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