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Speckhardt: Wir wollen keine Bettenburg
Die Debatte über die Seniorenzentren geht in die nächste Runde. Für den Bürgermeister geht Qualität vor Schnelligkeit.
Eschborn. ![]()
w. SpeckhardtDie Opposition legte den Finger in eine alte Wunde, als SPD-Fraktionschef Reinhard Birkert im Haupt und Finanzausschuss (HFA) des Stadtparlamentes fragte, wie es denn nun um die Realisierung eines Seniorenzentrums in Niederhöchstadt stehe. Allen Versprechungen zum Trotz konnten die Macher im Rathaus immer noch keine Verträge mit Investor und Betreiber präsentieren (wir berichteten). So musste Stadtrat Thomas Ebert (Grüne) wie schon im Gespräch mit dem Kreisblatt bekennen: "Wir sind in der Verlängerung der Verlängerung."
Laut Ebert herrscht nach wie vor keine Klarheit über die Struktur der Gebäude auf der Hofreite zwischen Gartenstraße und Hauptstraße, ebenso gebe es noch Klärungsbedarf zu den künftigen Eigentumsverhältnissen, auch ein energetisches Konzept existiere noch nicht. Ebert: "Es muss in sehr naher Zukunft ein wasserdichter Vertrag vorliegen." Die SPD fasste nach: "Scheitert Niederhöchstadt noch?", fragte Horst Fuhrländer. Eberts Antwort: "Ich hoffe nicht, aber auf dieser Welt ist nichts unmöglich." Immerhin berichtete Ebert auch, dass es inzwischen für ein Seniorenzentrum in Eschborn "konstruktive Gespräche" mit der katholischen Kirche gegeben habe: "Die Stimmung war positiv, in vier Wochen treffen wir uns wieder."
"Das Ding ist so klein"
Auf Nachfrage dieser Zeitung äußerte sich Bürgermeister Wilhelm Speckhardt (CDU) zu den Problemen mit der Hofreite. "Wir wollen eine hohe Qualität an dieser Stelle", erklärte der Rathauschef. "Wir wollen keine Bettenburg." Die Rechnung sei "schwierig, weil das Ding so klein ist", fügte Speckhardt hinzu. Die Stadt hatte bereits einen Zuschuss von 2,5 Millionen Euro für einen Investor zugesagt, der sich an das vergleichsweise kleine Projekt mit Servicewohnungen und Pflegeplätzen heranwagen will. Dennoch sprangen die Interessenten im vorigen Jahr reihenweise ab. Übrig blieb nur noch das Frankfurter Unternehmen MMZ, mit dem man jetzt um finale Lösungen ringt, ebenso wie mit dem möglichen Betreiber, dem Sozialzentrum Niederhöchstadt.
Die Verpflichtung eines externen Investors ist für Speckhardt zwingend. "Fürs Selbstbauen reichen die Kapazitäten nicht in der Verwaltung", hält der Bürgermeister fest und gibt weiter zu bedenken: "Außerdem bauen wir immer teurer." Klar – wo immer der Krösus Eschborn auftritt, hält jeder sofort die Hand auf. Was bei der komplizierten Gemengelage am Ende herauskommt, wie etwa die städtische Wohnungs-Baugesellschaft eingebunden wird, wie die Betreuung der vermutlich 36 Servicewohnungen und der 24 Pflegeplätze aussehen wird, scheint zurzeit völlig offen. Speckhardt bestätigte, dass der jetzt noch ein Gebäude auf der Hofreite bewohnende Mieter nicht das Problem sei. Wenn nämlich das Seniorenzentrum gebaut wird, gibt es einen Kündigungsgrund.
Schwierige Gemengelage
Bliebe anzumerken, dass Speckhardt für das Vorhaben in Eschborn zusammen mit der katholischen Kirche eine ähnlich "komplizierte Gemengelage" sieht. Im Gegensatz zu Niederhöchstadt ist dort die Stadt auch noch nicht im Besitz aller Grundstücke. "In Eschborn haben wir nichts", gibt Speckhardt zu. Jegliche Seniorenzentren fehlen. Er ist aber genervt, wenn er immer wieder die Frage hört, warum das ausgerechnet im reichen Eschborn nicht gelinge.hasch



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