Turmsanierung nähert sich dem Ende

Teil der Höchster Stadtmauer soll im November im neuen Glanz erstrahlen

Die Sanierungsarbeiten am alten Turm der Stadtmauer im Justinusgärtchen gehen zügig voran. Im kommenden Jahr soll im Bau aus dem 14. Jahrhundert – zuletzt als Geräteschuppen genutzt – eine kleine Antoniter-Ausstellung einziehen.

Höchst. Die Fenster- und Türrahmen sind aus rotem Sandstein. Noch ist die neue Schönheit des alten Turms der Höchster Stadtmauer nicht zu erkennen. Denn noch ist das Wehrgebäude von Gerüst und Schutzhülle umgeben, lässt sich nur erahnen, dass das Schmuckstück bald in neuem Glanz erstrahlt. "Die Natursteinrestaurierung ist fertiggestellt", sagt Werner Meyer von der ausführenden Firma, dem Institut für Baustoffuntersuchung und Sanierungsplanung. Die Abdeckung bleibe nur, um den Regen empfindlichen Fugenmörtel noch zu schützen.

"Derzeit lassen wir die Fenster machen", ergänzt Meyer. Dies gehe erst jetzt, da erst nach der Sanierung die Maße feststanden. Bodenbelag, Türen und Fenster würden in den kommenden Wochen eingebaut. Spätestens Ende November soll dann alles fertig sein und das Gerüst verschwinden.

Das Stahlgeländer vom Treppenpodest vor dem Eingang und das Törchen der Großen Außentreppe werden bis dahin ebenfalls instand gesetzt oder erneuert. Damit bleiben Meyer und sein Team in der gesteckten Zeit. Auch die Kosten von 250 000 Euro, die die Stadt trägt, würden eingehalten.

Einst Gerätschuppen

Sehr zufrieden mit dem Fortschritt der Sanierung zeigt sich Ernst-Josef Robiné. Der Vorsitzende der Stiftergemeinschaft der Justinuskirche, in dessen Justinusgärtchen der Turm steht, hatte die Maßnahme angeregt. "Ich kann die Stadt nur loben. Es ist ganz toll geworden", freut sich Robiné. Vor der Sanierung war das Wehrgebäude, das unter dem Mainzer Erzbischof Gerlach von Nassau (1346 – 1371) errichtet wurde, als Geräteschuppen für den Garten genutzt worden.

Doch die Stiftergemeinschaft hat nun konkrete Pläne, den Stadtturm der Öffentlichkeit zugänglich zu machen. "Er soll auf sein, wenn der Garten geöffnet hat", sagt Robiné. Das ist von April bis Ende Oktober immer dienstags bis sonntags von 14 bis 17 Uhr der Fall. Um den Raum nicht kahl zu lassen, plant Robiné eine kleine Ausstellung zur Geschichte und zum Wirken der Antoniter in Höchst.

Der Hospitalorden kam 1441 in den heutigen Frankfurter Stadtteil und ließ sich im Antoniterkloster nieder. Er betrieb in Höchst bis zu seinem Verlassen im Jahr 1803 unter anderem ein Krankenhaus zur Behandlung der Krankheit Ergotismus. Diese Vergiftung, auch Antoniusfeuer genannt, trat durch den Verzehr von mit Mutterkorn verunreinigtem Getreide auf. Die heilenden Kräuter baut Robiné seit einiger Zeit wieder im Justinusgärtchen an.

Modell des Klosters

"Sechs Schrifttafeln mit Bildern sind an den Wänden geplant", sagt der Chef der Stiftergemeinschaft. Mehr passe nicht hinein. Zudem müssten die Ausstellungsstücke gezeigt werden können, ohne das eine Aufsicht dabei ist. Grenzsteine oder Dachziegel könnten sie ergänzen. Robiné träumt auch davon, hinter Glas ein Modell des Klosters zu zeigen. Noch aber sucht er Spender für die Ausstellung, die im kommenden Mai oder Juni eröffnet werden soll.

Dann sind Meyer und sein Team längst abgerückt. "Alles war mit irgendwelchem Mörtel beschmutzt", blickt er auf den Beginn der Sanierung zurück. Nachdem dieser abgetragen war, wurde neuer Fugenmörtel aufgetragen – ein Kalkmörtel, der nach historischem Vorbild rezeptiert wurde. "Jetzt sieht der Turm wieder aus wie im Mittelalter", sagt Meyer. Und bald wird nicht nur der Stadtturm wieder so aussehen. Auch der benachbarte Zollturm wird saniert.ses

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