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Moderne Zeiten für die Patienten
Hospital zum heiligen Geist erinnert an Grundsteinlegung vor 175 Jahren
Arbeiter inspizieren schon mal das Gelände für den Neubau des Hospitals zum heiligen Geist. Die kolorierte Zeichnung ist datiert auf das Jahr 1830. Darauf zu sehen ist das Literaturhaus (Bildmitte), rechts verläuft die Lange Straße, auf der reges Treiben herrscht. Abbildung: Historisches Museum
Am 22. Mai 1835 wurde der Grundstein für den Neubau des Hospitals zum heiligen Geist gelegt. Mit diversen Vorträgen und einem Tag der offenen Tür wird das gefeiert.
Innenstadt. Als die Ärzte 1839 im Neubau des Hospitals zum heiligen Geist in der Lange Straße erstmals praktizierten, durften sich die Frankfurter glücklich schätzen: Sie wurden in einem der modernsten Häuser in Deutschland versorgt. Einen Schritt voraus ist das Krankenhaus nach Ansicht von Dr. med. Gerd Neidhart, dem ärztlichen Direktor der Klinik, auch heute noch.
Denn wer im Wettbewerb bestehen wolle, müsse innerhalb der Häuser rationalisieren. «Bei uns hat schon eine Bettenreduktion begonnen», erklärt Neidhart. Die Kapazität von ehemals 330 Betten sei auf aktuell 306 zurückgefahren worden. Und im Zuge des bevorstehenden Umbaus sei zudem geplant, diese Zahl um weitere fünf bis acht Prozent zu reduzieren. «Dafür wird aber die Zahl der Zwei-Bett-Zimmer erhöht», verspricht der ärztliche Direktor mehr Komfort.
Intensivere Pflege nötig
Weniger Betten bedeuteten aber nicht, dass gleichzeitig Personal abgebaut werde. «Die Talsohle bei Pflegekräften ist erreicht», glaubt Neidhart und macht dies an der Entwicklung der Bevölkerungsstruktur und veränderten Anforderungen in der medizinischen Versorgung fest. Die Menschen würden älter, und die Krankheitsschwere nehme ständig zu. «Das erfordert intensivere Pflege bei rückläufiger Liegedauer. Mit der Folge, dass die Zahl der Pflegekräfte gleich bleibt.» Im Moment beschäftigt das Hospital 200 Pfleger, 65 Ärzte sowie 35 Verwaltungsangestellte.
Kapazität wird erhöht
Laut Neidhart sind aber sogar Neueinstellungen nötig. Denn Ausgangspunkt für die bevorstehende Umstrukturierung in der Klinik, die 2014 abgeschlossen sein soll, ist die geplante Erweiterung der Psychosomatischen Tagesklinik um 20 auf dann 50 Plätze (wir berichteten). Bedarf gibt es genug. «Der Anteil psychosomatischer Krankheiten wie Depressionen oder Überlastung haben mittlerweile die Herz-Kreislauf-Erkrankungen eingeholt», weiß der ärztliche Leiter und fügt an: «Die Behandlung ist therapeutenintensiv, Maschinen sind überflüssig.» Psychosomatische Erkrankungen können nur an einer kleinen Einheit an der Universitätsklinik sowie am Hospital zum heiligen Geist therapiert werden.
Als «Leuchtturmangebote» bezeichnet Neidhart diese Alleinstellungsmerkmale. Eine Herausforderung für die Zukunft sei es, diese Angebote zu intensivieren. Dazu zählt auch die Chest Pain Unit-Einheit, die eben erst zertifiziert wurde. Hier werden Patienten, die mit Herzinfarkt oder entsprechenden Symptomen eingeliefert werden, rund um die Uhr versorgt. Vier Kardiologen und 20 Betten stehen zur Verfügung.
Das Hospital zum heiligen Geist profitiert davon, dass die gleichnamige Stiftung auch das Nordwestkrankenhaus betreibt. «Verwaltung, Labor, Einkauf und EDV wird gemeinsam erledigt. Die medizinische Ausrichtung ist jeweils individuell geblieben», erklärt Neidhart.
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