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Neubeginn im Frankfurter Haus
Die Gastronomie GmbH geht in die Insolvenz, Monika Schwebel führt den Betrieb weiter
Das Frankfurter Haus ist zugleich Traditionslokal und beliebtes Ausflugsziel. Foto: Klaus Braungart
Neu-Isenburg. Die Geschäftsführerin des Frankfurter Hauses, Monika Schwebel, will aus der verschuldeten GmbH heraus. 30 Jobs hängen an dem Betrieb. Das Personal steht hinter der Chefin, die zudem den Bau eines Romantik-Hotels plant.
Gerdi (88) sitzt an ihrem mit Sonnenschirm geschützten Tischchen auf dem Parkplatz des Frankfurter Hauses. Neben sich hat sie eine Schale stehen, in welche die Gäste, die mit dem Auto vorfahren und die sie dann höflich – aber mit Nachdruck – einweist, Trinkgeld legen. Bei der Frage, wie es um die Zukunft des historischen Gasthofes an der Grenze zwischen Neu-Isenburg und Frankfurt steht, reagiert sie erstaunt: «Es läuft gut, warum sollte ich mir Sorgen machen?»
Doch die Frage kommt nicht von Ungefähr: Denn die Frankfurter Haus Gastronomiebetrieb GmbH, Betreiberin des Gasthofes, hat Insolvenz angemeldet. Geschäftsführerin Monika Schwebel aber versichert: «Das hat mit meinem Lokal direkt nichts zu tun. Der Betrieb geht auf jeden Fall weiter.» Um dann ins Detail zu gehen: «Das ist eine GmbH, die mit Altlasten behaftet ist, da wollte ich raus.» Dafür hat sie den Weg der Insolvenz gewählt.
Richtige Führung
Nun wagt sie einen Neuanfang mit dem Lokal. «Es ist mir so sehr ans Herz gewachsen.» Über eine Schließung des historischen Gasthofs hätten sich die Gäste sicherlich auch gewundert. Ein oft gehörter Kommentar: «Das ist bei richtiger Führung doch eine Goldgrube.» In den alten Gemäuern am Waldrand mit malerischem Garten gegenüber der Straßenbahn-Endhaltestelle lassen sich auch prominente Gäste gerne bedienen.
Die Immobilie gehöre ihr schon seit mehreren Jahren, sagt Schwebel, jetzt führe sie den Betrieb in eigener Regie und ohne die alte GmbH weiter. Wichtig ist für sie: «Das Personal steht zu mir, die Leute ziehen mit.»
Im Januar allerdings war sie kurz davor, hinzuschmeißen: «Wir hatten einen Wasserschaden im Nebengebäude. Das hat mich 220 000 Euro gekostet. Auch hatte ich Geschäftseinbußen, weil ich die Räume dort mehrere Monate nicht nutzen konnte.» Nach einem Gespräch mit ihren Mitarbeitern war sie sich sicher: «Ich gebe nicht auf.» Immerhin hängen 30 Jobs an dem Betrieb.
Romantik-Hotel
Nun laufe das Geschäft aber wieder rund und Schwebel hat auch schon neue Pläne: «Ich will mit Hilfe eines Investors im hinteren Teil des Grundstücks ein Romantik-Hotel für bis zu 30 Betten bauen.» Der Baustil werde sich am historischen Vordergebäude orientieren. Von der Bauaufsicht gebe es bereits positive Signale. Außerdem möchte sie die Scheune für Tagungsräume umbauen.
Monika Schwebel hatte das Frankfurter Haus im Januar 2004 von Promi-Wirt Ulrich Mlcoch übernommen, der das Lokal jahrelang erfolgreich geführt hatte. Das Frankfurter Haus galt als Schickimicki-Treff. Mlcoch sollte danach die Führung des Waldschwimmbadrestaurants in Neu-Isenburg übernehmen, sprang dann aber im letzten Moment aus Gründen ab, die bis heute nicht bekannt sind. Zurzeit führt er das Lokal Druckwasserwerk am Frankfurter Westhafen und erntet für den schlechten Service und gesalzene Preise auch viel Kritik.
Die Insolvenzverhandlung für die Frankfurter Haus Gastronomie GmbH ist beim Amtsgericht Offenbach. Der Berichts- und Prüfungstermin für die offenen Forderungen zum Insolvenzverfahren über das Vermögen des Betriebs wurde für den August angesetzt. Der Termin ist nicht öffentlich. Als Insolvenzverwalter fungiert der Mannheimer Anwalt Marc Schmidt-Thieme.


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