29.05.2010 Lokales Kelsterbach

Noch retten, was zu retten ist

Die Rodung der Wälder für den Flughafen war ein großer Eingriff in die Natur

Rund 200 Totholzstämme, wie den Pressevertretern hier präsentiert, wurden von der Fraport an verschiedenen Stellen im Kelsterbacher Restwald gesetzt. Rund 200 Totholzstämme, wie den Pressevertretern hier präsentiert, wurden von der Fraport an verschiedenen Stellen im Kelsterbacher Restwald gesetzt.

Die Fraport hat nun eine eigene Abteilung «Nachhaltigkeitsmanagement» gegründet, um sicherzustellen, dass sich die Natur rund um die neue Landebahn des Frankfurter Flughafens wieder erholen kann.

Kelsterbach. Stefan Schulte, Vorstands-Vorsitzender der Fraport, betonte zum Thema Landebahn Nordwest: «Wir sind uns natürlich der Tatsache bewusst, dass die Versiegelung einer solchen Fläche einen Eingriff in die Natur unserer Nachbarschaft darstellt.» Schulte stellte während einer Pressekonferenz auf der Landebahn Nordwest einen ganzen Katalog vor, um die Auswirkungen der Rodung des Waldes so gut wie möglich zu minimieren.

Wald wieder ansiedeln

«Der Wald ist nun mal weg, aber wir haben bereits vor den Rodungen, aber auch jetzt noch, mit verschiedenen Projekten versucht, der Natur zu helfen, sich in den noch verbleibenden Flächen wieder anzusiedeln», stellte auch Fraport-Förster Jörg Ebert heraus. Die Bezeichnung «Förster» ist jedoch zu eng gefasst, denn Ebert ist zuständiger Projektleiter für alle Ausgleichsprojekte der Fraport.

«Alle unsere Eingriffe geschehen mit Bedacht und die Fraport AG wird alles tun, um Belastungen für Flora, Fauna und Ökosystem so gering wie möglich zu halten», so Stefan Schulte. Er betonte jedoch, dass sich die Fraport dem massiven Eingriff stelle, weil er notwendig war. «Nach unserem Verständnis symbolisiert diese Baustelle derzeit wie kein anderer Ort die nachhaltige Sicherung der Zukunftsfähigkeit unseres Heimatflughafens und damit des Luftverkehrsstandortes Deutschland», hob Schulte hervor.

Neben den Vorhaben zum Erhalt des Ökosystems will sich die Fraport aber auch anderen Belästigungen vom Flughafen widmen und für eine Verbesserung der Lebensqualität sorgen. «Die Nachhaltigkeitspolitik der Fraport wird sich in den kommenden Jahren intensiv mit den Themen Lärmüberwachung, aktiver Schallschutz und Lärmwirkungsforschung befassen», erklärte Stefan Schulte.

Andere Lärmquellen

In diesem Zusammenhang verwies er auch auf andere Lärmquellen als den Flughafen, die ebenfalls mit einbezogen werden müssten. Mit der Gründung der Fachabteilung «Nachhaltigkeitsmanagement» zu Jahresbeginn, die von Jörg Krämer geleitet wird, habe die Fraport ein Bekenntnis zum besonderen Anspruch des Flughafenbetreibers auf nachhaltige Wertschaffung im Interesse aller Beteiligten belegt.

Im Anschluss an die Pressekonferenz wurden während einer Rundfahrt um die Landebahn Nordwest bereits realisierte «Vermeidungs- und Verminderungsprojekte» der Fraport von Jörg Ebert vorgestellt.

So wurde ein neuer Amphibienteich für Frösche und Kreuzkröten angelegt, rund 200 Totholzstämme «verpflanzt», Eichenstubben samt Hirschkäferlarven versetzt und zahlreiche Fledermauskästen und Nisthilfen für Vögel in den verbliebenen Wald gehängt. lp lp

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