13.07.2010 Lokales Frankfurt Nieder-Eschbach

Sie retten nicht nur Menschen

Lebens-Rettungs-Gesellschaft feiert ihren 40. Geburtstag im Freibad

Das Nieder-Eschbacher Freibad in seinen frühen Jahren, es war das erste mit beheiztem 50-Meter-Becken. Das Nieder-Eschbacher Freibad in seinen frühen Jahren, es war das erste mit beheiztem 50-Meter-Becken.

Von Simone Wagenhaus

Vor knapp zehn Jahren stand das Nieder-Eschbacher Freibad vor dem Aus. Nur dank des Engagements der Deutschen Lebens-Rettungs-Gesellschaft konnte sein Fortbestand gesichert werden. Nun feiert der Verein seinen 40., das Freibad seinen 80. Geburtstag.

Nieder-Eschbach. Heike Stauder (45) kennt das Freibad seit ihrer Kindheit, sie ist dem Wasser von klein auf verbunden. Das ist es, was die Vorsitzende der Deutschen Lebens-Rettungs-Gesellschaft (DLRG) und ihre Mitstreiter weitergeben wollen, ebenso wollen sie ein Signal setzen, dass es wichtig ist, sich für die Gesellschaft zu engagieren. Das macht der Verein, zum Beispiel, als er 2003 die Badeaufsicht im Nieder-Eschbacher Bad ehrenamtlich übernahm und so die Sport- und Freizeitstätte vor dem Aus rettete. Nun feiert die DLRG ihren 40. Geburtstag – und steht dabei mitten im Leben.

Heike Stauder ist seit März Ortsgruppenchefin, sie folgte ihrem Vater Horst Maier, der im Februar gestorben war, auf den Posten. Eine vorgezeichnete Vereinskarriere. Ihr Vater war es, der den Nieder-Eschbacher Stützpunkt mit aufbaute, schon mit acht Jahren war Heike Stauder in der Kindergruppe aktiv und blieb, wie auch ihr Bruder Thorsten, den Lebensrettern bis zum heutigen Tag treu. «Wir machen mehr als Wassersport, wir leisten Hilfe, geben Jugendlichen eine Aufgabe und sind eine tolle Gemeinschaft», begründet Heike Stauder ihr Engagement. «Bei der DLRG erfahre man viel über seine eigenen Stärken und Schwächen, man lerne zu führen, zu organisieren – und Verantwortung zu übernehmen. Denn im Rahmen des Bäderkonzeptes stand im Raum, dass das Freibad geschlossen werden soll, vor allem die Personalkosten waren zu hoch. Und genau da konnte die DLRG eingreifen – indem die Mitglieder die Badeaufsicht übernahmen und seitdem eine Betriebsgemeinschaft mit den Bäderbetrieben sind. An Wochenenden und feiertags ehrenamtlich, in der Woche als Minijob oder kurzfristige Beschäftigung. Ein System, das seit gut sieben Jahren funktioniert. «Das geht aber nur, weil wir uns auf unsere Mitglieder verlassen können. Wenn keiner von uns kommt, bleibt das Bad geschlossen», sagt Heike Stauder, deren gesamte Familie sich bei der DLRG engagiert.

In den 70er Jahren wurde das Freibad neu gebaut, ist mittlerweile in die Jahre gekommen. Neidische Blicke, etwa nach Eschersheim oder Rödelheim, wo die Freibäder saniert wurden, hat Heike Stauder dennoch nicht übrig. «Wir sind froh, dass es unser Schwimmbad überhaupt gibt.» Es sei ein kleines, friedliches Bad, ideal für Familien. In die Jahre gekommen ist auch das Vereinshaus, das die DLRG 1981 vom Turn- und Sportverein gekauft hat. Aus den ehemaligen Duschen und Umkleiden ist ein adrettes Gebäude geworden – dank der fleißigen Mitglieder der DLRG. «Wir müssen alles selbst verdienen, etwa mit Erste-Hilfe-Kursen oder Sanitätsdiensten.» Nach mehreren Bauabschnitten ist eine «schöne Ausbildungsstation» entstanden, auch wenn die Arbeiten längst noch nicht abgeschlossen sind. «Ich gehe aber davon aus, dass wir in anderthalb Jahren fertig sein werden», sagt Heike Stauder. Bei der Tatkraft von Vereinschefin und ihrer Mitstreiter sollte das klappen.

Am Samstag, 4. September, von 12 bis 20 Uhr feiert die DLRG ihren Geburtstag mit einem Schwimmbadfest in der Heinrich-Becker-Straße. Nähere Infos auf http://www.dlrg-ne.de. sim

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