Herbers Tipp: Vertragt euch!

Ein Stabwechsel müsse nicht trocken und traurig sein, erklärte Alt-Bürgermeister Hellwig Herber (FWG), nachdem er von Parlamentschef Eike von der Heyden (SPD) aus seinem Amt als Bürgermeister verabschiedet worden war.

Hundstadt. Es war die letzte Rede als Bürgermeister, die Hellwig Herber hielt.Noch einmal trat Herber ans Mikrofon, um all denen zu danken, die ihm in seiner Zeit als Bürgermeister beigestanden hatten.

Die Liste derjenigen war lang. Genaugenommen 24 Jahre lang. Und Herber nannte sie alle und bedankte sich bei ihnen, bei den anwesenden Bürgermeisterkollegen, bei seinen beiden Chefs, dem jetzigen Landrat Ulrich Krebs (CDU) und dem früheren Landrat Jürgen Banzer (CDU), bei den Kollegen im Rathaus, der Feuerwehr, den Weggefährten und den Freunden aus Wuenheim.

Seinem Nachfolger Roland Seel (CDU) wünschte er eine glückliche Hand und einen klaren Kurs. Es handele sich immerhin um die wichtigste Gemeinde im Hochtaunuskreis, die ab jetzt von ihm regiert werde, sagte Herber humorvoll und konnte sich einen Seitenhieb gen Neu-Anspachs Rathauschef Klaus Hoffmann (CDU) nicht ersparen, der als Stadt-Bürgermeister zum Land-Bürgermeister gesprochen hatte. "Da könnte ich doch gar nicht mithalten", schmunzelte Herber förmlich ins Mikrofon: "Wir haben NaunStadt, MönStadt und HundStadt – also drei Städte." Zum Thema Schulden erinnerte er daran, dass man Zukunftsfähigkeit nicht umsonst bekomme. Seinem Nachfolger übergebe er ein "top-renoviertes Rathaus und ein kompetentes Team". "Vertragt euch", rief er Seel und der Verwaltung zu. Die Bürger bat er, ihn zukünftig nicht nach seiner Meinung zur Gemeindepolitik zu fragen. "Ich habe Vertrauen in den neuen Bürgermeister, haben Sie es auch", sagte er.

Wie seine Zukunft jetzt aussieht, umriss er auch mit wenigen Worten. "Ich werde ein ganz normales bürgerliches Leben führen." Mit einem bewegten "Glückauf" endeten 24 Jahre als Bürgermeister der Gemeinde Grävenwiesbach für Hellwig Herber, dem die Gäste daraufhin minutenlang stehend applaudierten.

Die vier Bläser der Gruppe "Four in Harmony" nahmen diese bewegte Stimmung auf und spielten für Hellwig Herber den Beatles-Song "Yesterday". Denn gestern war er noch Bürgermeister. Heute ist er einfach nur Hellwig Herber, ein Bürger Grävenwiesbachs, der sich aber weiterhin politisch für die FWG im Kreistag engagieren will.

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