Kein weiteres Geld für PPR-Ausbau

Bleibt der Kreis der einzige Gesellschafter?

Wenn der Landrat einlädt, kommen die Zusagen sofort, sollte man meinen. Nicht so bei der Einladung zur Mitwirkung in der Gesellschaft, die sich primär um die Untertunnelung der PPR-Kreuzung kümmern soll.

Von Nadine Klein

Ampelarbeiten an der PPR-Kreuzung. Kommt die Untertunnelung? Archivbild: Jochen Reichwein Usinger Land. Die Begeisterung über diese Einladung von Landrat Ulrich Krebs (CDU) hält sich in Grenzen. Er hatte bei der Vorstellung der neuen Infrastrukturgesellschaft Hochtaunus betont, dass diese für Dritte offen sei. Im Usinger Land gebe es Kommunen, die sich ernsthafte Gedanken machten, sich der Gesellschaft, die zum 1. Juli ihre Arbeit aufnehmen soll, anzuschließen, hatte Krebs weiterhin gesagt. Dass besonders dort Interesse bestehen könnte, liegt nahe. Schließlich ist die vorrangige Aufgabe der Gesellschaft der Ausbau des Nadelöhrs PPR-Kreuzung, durch das sich viele Berufstätige aus dem Usinger Land täglich quälen.

Wie eine Beteiligung im Detail geregelt würde, sei noch offen, sagt Kreissprecherin Pamela Ruppert. "Das ist Verhandlungssache." Möglich sei eine Aufteilung des Stammkapitals von 25 000 Euro, das zunächst der Kreis allein trägt, oder aber eine Ergänzung.

Doch ob sich überhaupt andere Kommunen beteiligen wollen, ist offen. Die ob der Lage prädestinieren Usinger-Land-Kommunen halten sich mit Zusagen zurück. Neu-Anspachs Rathauschef Klaus Hoffmann (CDU) betont, dass die Kommunen sich ja durchaus schon an dem Projekt beteiligen, indem sie die Kreisumlage zahlen. Bekanntlich wurde diese für die neue Gesellschaft um einen Punkt auf den maximalen Satz angehoben. "Das ist die größte Ausgabe, die ich habe", sagt Hoffmann und weist auf die Funktion des Kreises hin, der ja schließlich ein Zweckverband der 13 Kommunen sei. Hoffmann hält es folglich nicht für notwendig, dass sich Neu-Anspach noch zusätzlich in die Gesellschaft einbringt.

Genauso sieht es sein Usinger Kollege Steffen Wernard (CDU). Auch er weist darauf hin, dass sich die Stadt ja durchaus schon beteilige. "Wir haben keine weiteren Mittel, die wir bereitstellen können."

Für Gregor Sommer verhält sich das Ganze etwas anders. Schließlich ist er nicht nur Bürgermeister in Wehrheim, sondern auch Fraktionsvorsitzender der CDU im Kreistag. "Ich finde die Gesellschaft gut und positiv. Gerade wir kleineren Kommunen sind auf sie angewiesen, denn nur so bewegen sich auch die größeren." Ob es zu einem Beitritt Wehrheims komme, sei aber noch nicht entschieden.

Gleiches gilt auch für Grävenwiesbach. Der künftige Bürgermeister Roland Seel (CDU) muss erst einmal mit den Fraktionen über das Thema sprechen, was er aber zeitnah machen will, wie er betont. "Grundsätzlich muss alles, was die Verkehrssituation verbessert, angepackt werden." Er selbst stehe auf jeden Fall hinter der Planungsgesellschaft.

Auch Weilrods Bürgermeister Axel Bangert (SPD) begrüßt es sehr, dass Bewegung in die Sache kommt und die Initiative ergriffen wurde, die Kreuzung auszubauen. Er weist darauf hin, dass durchaus auch der Vordertaunus von den Pendlern profitiere, besonders natürlich Bad Homburg, wohin viel Kaufkraft fließe. Dass sich Weilrod finanziell noch weiter einbringe, sei nicht möglich. "Wir zahlen ja schon jährlich 70 000 Euro über die Kreisumlage. Wir reden derzeit von einem Rettungsschirm, da können wir nicht noch zusätzliches Geld aufbringen."

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