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Anleitung zum Weltverbessern
Mehr als 40 Erzieherinnen beschäftigen sich mit dem Energiesparen
Wie viel CO2 steckt in meinem Frühstück? Und was hat meine Jeans mit Nachhaltigkeit zu tun? Bei der Fortbildung in Schönberg geht es um die Folgen unseres Konsums und die Frage, wie sich das Thema an Kindergartenkinder vermitteln lässt.
Von Boris Schöppner
Frankfurt. ![]()
Das Kennenlern-Bingo setzte bei den Teilnehmern schon einmal Energie frei. Foto: Jochen ReichweinWer andere für ein Thema begeistern möchte, der muss selbst davon überzeugt sein. Das gilt auch für die 40 Erzieherinnen, die ihren Kindern etwas über Energiesparen und Nachhaltigkeit vermitteln wollen. Für zwei Tage sind sie im RPZ in Schönberg zusammengekommen, um sich mit der kindgerechten Vermittlung der Zusammenhänge von Konsum und CO2-Bilanz zu beschäftigen und dafür Anknüpfungspunkte an die Lebensrealität der Kinder suchen.
Das geht zum Beispiel in der Lernwerkstatt zum Thema "Ernährung" und der Frage "Wie viel CO2 steckt in meinem Frühstück?": Zwei Brötchen, eine Tasse Kaffee, Marmelade, Butter und ein Glas Saft, – für jeden Bestandteil gibt es ein Gewichtssäckchen, das zur Kontrolle auf eine Waage gelegt werden kann – das macht 423 Gramm CO2.
An weiteren Stationen dieser Lernwerkstatt lässt sich erfahren, dass die CO2-Bilanz eines Orangensafts wesentlich ungünstiger ausfällt als die eines heimischen Apfelsafts. Auch am nächsten Tisch geht es um Regionalität und Saisonalität. "Das Wissen über regionale Produkte ist bereits bei den Erwachsenen kaum noch vorhanden", erläutert Lena Heilmann, die diesen Teil der Lernwerkstatt betreut. Interessant auch die Fotografien, die zeigen, in welchen Ländern sich Familien wie ernähren. Hier wagen die Umweltpädagogen buchstäblich den Blick über den Tellerrand.
Jennifer Lusmöller ist Erzieherin aus Kriftel. Sie hält Energie für ein sehr wichtiges Thema, das man den Jungen und Mädchen so früh wie möglich vermitteln sollte. Von der Fortbildungsreihe erhofft sie sich Ideen und Impulse, wie sie das Thema im Alltag spielerisch einbauen kann. Die Fortbildungsreihe hat die gemeinnützige "Leuchtpol" GmbH organisiert. Insgesamt umfasst die Fortbildung fünf Tage, die Teilnehmer bekommen zudem eine Starterbox mit allerlei Spielen und Materialien, die sich im Kindergarten einsetzen lassen. Und genau das trifft die Motivation von Andrea Koch, einer Erzieherin, die aus Rothenberg im Odenwald angereist ist. Ihre Einrichtung verfügt über jede Menge Forscherkisten, doch nichts, was mit Energie und Umwelt zu tun hat.
Strampeln für Musik
"Energie wird für Kinder eine große Rolle spielen", ist Natalie Beißel aus Langen überzeugt. Auch sie will lernen, wie sie das komplexe Thema am besten vermitteln kann. Gestern hatte sie mit gemeinsam mit den Kollegen die Chance selbst zu erfahren, wie sich Energie anfüllt: Auf dem "Energiefahrrad" hieß es, mächtig in die Pedalen zu treten, damit die Lampe glühte, der CD-Spieler ohne Leiern Musik wieder gab und sich langsam das Wasser im Kocher erhitzte.
Gestern Abend gab es darüber hinaus die Gelegenheit, sich den Film "Home" des französischen Journalisten und Fotografen Yann Arthus-Bertrands anzusehen. Dieser hat mit dieser Dokumentation ebenso wie mit seinem Buch "Erde von oben" nicht nur viel Wissenswertes und Faszinierendes über die Entstehungsgeschichte der Erde und das ökologische Gleichgewicht auf den Planeten zusammengetragen. Er weist auch auf die Gefahren durch den Klimawandel hin und appelliert, endlich mit dem Gegensteuern zu beginnen. Sein Credo. "Es bleibt keine Zeit für Pessimismus."



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