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Barrieren stufenweise abbauen
Sozialverband VdK hat Wünsche für die Stadtentwicklung – Handlungsbedarf bei Bibliothek und Bahnhof
Ein barrierefreies Friedrichsdorf ist der Wunsch des Sozialverbands VdK. Viel wurde bereits erreicht, doch zum Jahreswechsel erneuerte der Verein die verbliebene Wunschliste, auf der Änderungen an der Bahnhofsinfrastruktur ganz oben stehen.
Von Christel Wösner-Rafael
Friedrichsdorf. ![]()
Die Situation am Bahnhof (großes Foto) ist dem VdK ein Dorn im Auge – hier wird seit langem ein barrierefreier Zugang zu den Gleisen gewünscht. VdK-Chefin Margot Brunner (kleines Foto, Mitte) will weiter für die Ziele von Benachteiligten eintreten. Fotos: wös, jr Der Sozialverband VdK, Ortsverband Friedrichsdorf, hat im Seulberger Vereinshaus "Alte Schule" Bilanz gezogen. Begleitet von Kaffeeduft gab die Vorsitzende Margot Brunner vor zahlreichen Mitgliedern und Gästen einen Rückblick auf das Jahr 2011.
"Seit mehr als 60 Jahren ist es der Anspruch des VdK, dass alle Menschen gleichberechtigt am Leben in der Gemeinschaft teilhaben können; das versuchen wir auch in Friedrichsdorf zu erreichen, deshalb streiten wir zum Beispiel für eine barrierefreie Stadt", so Brunner. Und sie fügte an die Adresse des anwesenden Bürgermeisters Horst Burghardt (Grüne) hinzu: "Wir danken der Stadt, dass die meisten Mängel, die wir seit 2006 aufgelistet haben, beseitigt werden konnten." Was an "großen Brocken" noch bleiben würde, seien die Stadtbibliothek und der "Skandal am Bahnhof" – genauer gesagt die Unerreichbarkeit der Gleise beziehungsweise die schwer zu bewerkstellingende Bücherausleihe für bewegungseingeschränkte Menschen in der Bibliothek.
Es gibt Hoffnung
Doch es gibt einen Hoffnungsschimmer. Stadtverordnetenvorsteher Karl Günther Petry (FWG) erklärte: "Die Planungskosten für den barrierefreien Bahnhof sind im Haushaltsplan drin." Gleichzeitig machte er darauf aufmerksam, dass schon einmal Verhandlungen mit der Deutschen Bahn (DB) geführt worden seien mit klaren Zusageergebnissen für den Einbau von Aufzügen. Doch diese Zusagen seien wegen Geldmangels seitens der DB nicht eingehalten worden.
Der Bürgermeister bedankte sich beim VdK für die gute Vorarbeit zum Thema Barrierefreiheit. "Durch Sensibilisierung und persönliche Erfahrungen bei Rundgängen durch die Stadt konnten wir dazu beitragen, das Miteinander zu stärken, Rücksicht auf Menschen mit Behinderung zu nehmen." Vor allem dank Margot Brunner, des "Kampfterriers" des VdK, und der Zusammenarbeit mit dem Seniorenbeirat sei dies gelungen, fügte er noch hinzu.
Für den nächsten "großen Brocken", die Bebauung der Plantation, haben der Vorsitzende des Seniorenbeirates Dr. Dieter Hondelmann und Stellvertreterin Eva Seidel bereits eine Vorbereitungskommission eingerichtet, in der auch der VdK mit dem Vorstandsmitglied Helga Schweitzer vertreten ist.
"Der VdK ist das Stärkste, was die sozial Schwachen haben, hat unser Landesvorsitzender Udo Schlitt kürzlich formuliert und dafür sprechen die neuesten Zahlen", führte Brunner aus. In diesem Jahr erreichte die Mitgliederzahl im Landesverband Hessen-Thüringen den Rekord von 220 000 Mitgliedern. In Friedrichsdorf sind es zurzeit 274, Tendenz steigend. "Doch wir müssen bedenken, dass aufgrund der Alters- und Gesundheitsstruktur immer wieder Mitglieder für immer Abschied nehmen müssen", so Brunner. Seulbergs Ortsvorsteherin Pia Marx (Grüne), Ruth Hübner-Gerling (FDP), Vorsitzende des Sozialausschusses, und Reinhold Bingenheimer, Vorsitzender des Seulberger Vereinsrings, sagten dem VdK in ihren Grußbotschaften auch weiterhin ihre volle Unterstützung zu.
Ziele vor Augen
Auf Bundesebene kämpft der VdK derzeit für die Verbesserung der Pflegeversicherung und eine Pflegereform. Dazu stellte die Vorsitzende fest: "Wir brauchen eine Reform, die endlich Schluss macht mit der Benachteiligung Demenzkranker in der Pflegeversicherung." Außerdem merkte Brunner an: "Pflegende Angehörige müssen rentenrechtlich abgesichert werden." Zu diesem Thema will sie in der anstehenden Jahreshauptversammlung Einzelheiten vorstellen.
Stellvertretend für alle VdK-Ehrenamtlichen überreichte sie dem Ehepaar Helene und Erhard Ebersohn ein Strauß als Dank.



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