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Da bebt ganz Orschel: 50.000 feiern Fassenacht
Riesen Besucherandrang beim farbenfrohen und ausgelassenen Taunus-Karnevalszug
Rund 140 Musik- und Fußgruppen sowie bunte Motivwagen schlängelten sich gestern beim Taunus-Karnevalszug durch Orschels Straßen. Vor allem die Kleinen hatten ihren Spaß und alle Hände voll zu tun.
Von Nadine Biersack
Oberursel. ![]()
Versuchten vergeblich den schiefen Marktplatz gerade zu blasen: Die Guggemusiker der Kinziggeister. Fotos: Jochen Reichwein Der Wettergott meinte es am Sonntag mit den Narren aus Oberursel und Umgebung gut. Die klirrende Kälte der vergangenen Wochen verging rechtzeitig ein paar Tage vor dem großen Taunus-Karnevalszug und auch der angekündigte Regen fiel – zumindest für die Dauer des Zuges – nicht.
Den närrischen Lindwurm eröffnete der Fanfarencorps aus Königstein, der mit fetzigen Karnevalschlagern die Narren auf "Betriebstemperatur" brachte. Die Stimmung im närrischen Volk stieg dann von Zugnummer zu Zugnummer.
Dazu beigetragen hat sicher auch, dass es viele närrische Jubiläen in diesem Jahr zu feiern gab. "Die Pitschis gibt‘s jetzt 20 Jahr‘, das finden wir ganz wunderbar!", lautete das Motto der "Staabacher Pitschetreter", und dieser runde Geburtstag wurde in knalligen Clownskostümen denn auch gebührend gefeiert. Einen Grund zu feiern hat in dieser Kampagne auch der Weißkirchener Club Geselligkeit Humor (Clu-Ge-Hu). In seiner 60-jährigen Vereinsgeschichte reiste er laut eigener Aussage bereits um die ganze Welt, schaute dabei allerdings Jahr für Jahr beim Orscheler Umzug vorbei.
Den Bommersheimer Carneval Verein (BCV) gibt es mittlerweile 25 Jahre. Verkleidet als putzige "Urmel aus dem Eis" erweckten die Karnevalisten aus dem Stadtteil die legendäre Augsburger Puppenkiste zum Leben – sehr zur Freude der vielen Kinder am Straßenrand. Und auch die Handballer der Turn- und Sportgemeinde Oberursel (TSGO) ließen es sich nicht nehmen, ihren 75. Geburtstag ausgelassen mit den Oberurseler Narren zu feiern.
Ihre Tollität Prinzessin Danica I. aus Bad Soden gab sich auf ihrem schick hergerichteten Komitee-Wagen die Ehre. Ein Ausflug in Oberursels Historie gelang dem Verein Kunstgriff, der das gute alte Seifenkistenrennen wieder aufleben ließ und die "wahrscheinlich größte Seifenkiste der Welt" dabeihatte.
Besser besucht
Die Stimmung auf der rund fünf Kilometer langen Zugstrecke war ausgelassen. Immer wieder schallten fröhliche "Helau"-Rufe durch die Brunnenstadt. Die meisten der rund 50 000 Zuschauer – damit war der Umzug weit besser besucht als im vergangenen Jahr – waren verkleidet, es wurde gesungen, geschunkelt und gelacht, und so war das närrische Treiben auf wie neben der Strecke ausgelassen und farbenfroh.
Dies unterstrichen auch die Tänzer des "Rock‘n‘Roll-Clubs Lollypop", die in knalligen Retrokleidern und mit flotten Tanzschritten zum Mitmachen animierten und für einen kurzen Moment die 60er-Jahre wieder aufleben ließen.
Natürlich muss bei einem richtigen Karnevalsumzug auch die Politik auf die Schippe genommen werden. Die Männer der TSG Pfaffenwiesbach nahmen Italiens Ex-Regierungschef Berlusconi und dessen berühmt-berüchtigten "Bunga-Bunga-Partys" als heiße Blondinen in sexy Bademänteln aufs Korn, und die "Lustigen Stierstädter" zogen als Stierstädter Superhelden den Euro aus der Krise.
Ein neuer "Ohlenspiegel"
Ein Hingucker waren die "Maasgrunder Entenbrüder". In Anlehnung an vergangene Zeiten entwarfen sie einen "Ohlenspiegel". Die Orscheler Kerbeburschen zeigten stolz den längsten Kerbebaum aller Zeiten und hatten sich wie jedes Jahr einiges einfallen lassen, um alle Blicke auf sich zu lenken. Tierisch wurde es mit "Kraut und Rüben" aus Oberhöchstadt. Egal ob Giraffen, Erdmännchen oder Löwen – sämtliche wilden Tiere hatten sie mit dabei.
Das Kinderprinzenpaar Ronja I. und Marius I. vom BCV leitete auf seiner königlichen Wagenkutsche, gezogen von einem Schimmel, das Finale des Umzugs ein. Als standesgemäß letzte Zugnummer grüßte dann Prinz Patrick I. samt Hofstaat seine närrischen Untertanen und genoss "seinen" Karnevalsumzug sichtlich. Fleißig warf er Süßes in die Menge. Schwerstarbeit vor allem für die jüngeren Zugbesucher, die mächtig am "Kamelle sammeln" waren.
Auch für Patrick I. hieß es im Anschluss ab in die Stadthalle, wo die Ergebnisse der Kostüm- und Zugnummern-Prämierung bekannt gegeben wurden (siehe Text unten).



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