Klicken Sie aufs Bild, um über eine Karte zu Meldungen Ihrer Region zu gelangen.
Die Quint markiert den Wind
Drei Isländer bringen ihr 150 Nordland-Fans Land in Ton und Bild nahe
Drei Monate sind seit der Buchmesse in Frankfurt vergangen. Das Interesse für das Gastland 2011 ist jedoch ungebrochen: Zum vom Verein Kunstgriff organisierten Island-Abend am Mittwoch im Café Portstraße kamen mehr als 150 Gäste.
Von Christoph Rech
Oberursel. ![]()
Der Vulkan, der Europas Luftverkehr in Atem hielt: Emil Thor näherte sich ihm (dennoch) per Kleinflugzeug. "Wir sind noch immer im Rausch", sagte der in Höchst lebende Isländer Arthur Björgvin Bollason mit Blick auf den viel gelobten Buchmesseauftritt der Nordmänner im vergangenen Oktober. Und das hat nicht nur mit der Masse der Neuübersetzungen aus dem Isländischen zu tun – mit einigen Neuauflagen erreichten die Neuerscheinungen die stolze Zahl von 200.
Für den Gastlandauftritt der Chinesen ein Jahr zuvor wurden 85 Buchtitel auf dem deutschen Buchmarkt neu veröffentlicht. Gemessen an der chinesischen Gesamtbevölkerung hätten die Asiaten aber wohl eher Laster und Jets voller Bücher ankarren müssen, meinte Bollason schmunzelnd. Denn: In Island leben lediglich 320 000 Menschen.
Dass die Vorfahren der Wikinger einen Hang zur Muse haben, zeigte der vom Verein Kunstgriff organisierte Island-Abend. Bollason, der selbst Buchautor ist, moderierte mit viel Witz durch einen abwechslungsreichen Abend, bei dem das Multikunstwerk "Zauber der Freiheit" im Mittelpunkt stand – ein Buch, das gemeinsam von der isländischen Sopranistin Arndís Halla, dem isländische Fotografen Emil Thor und Arthur Bollason entstanden ist.
Multikunstwerk deshalb, weil die von der Reitshow "Apassionata" bekannte Sängerin Arndís Halla die dem Buch beigefügte CD und DVD musikalisch begleitet hat. Die Sopranistin stimmte beispielsweise das unter Isländern bekannte Volkslied "Augun mín og augun þín (Meine Augen und deine Augen)" an. "Wenn wir das Lied hören, bekommen wir Isländer immer ganz feuchte Augen", erklärte der Moderator.
Hallas Lieder seien stark von der isländischen Natur geprägt. "Wir gebrauchen übrigens gerne Quinten und Quarten, das ist eine isländische Spezialität. Das ist wie der Wind", erläuterte die Sängerin in dem voll besetzten Forum für Jugend und Kultur. Was das Projekt mit dem Fotografen betraf, erläuterte die Sängerin dem Publikum: "Ich fand die Idee sofort sehr gut, wir haben beide begriffen, wie gut sich Ohr und Auge ergänzen können."
Auf die Großleinwand wurden schließlich die beeindruckenden Naturfotografien von Emil Thor projiziert, zur Untermalung lief die eigens für dieses Gesamtwerk komponierte Musik mit der Stimme von Arndís Halla. Sieben Themen gibt‘s: "Das Land", "Wasserwelten", "Das Meer", "Im Grünen", "Eiswelten", "Freiheit der Pferde" und "Welt der Unsichtbaren". Emil Thor hat beeindruckende Fotos von bizarren Felsformationen, stürmischer See, karger, aber üppiger Vegetation gemacht. Kuriose Eisgebilde, gespenstisch wirkende Nordlichter und tosende Wasserfälle gehören zur Fülle seines Repertoires wie Detailaufnahmen von Islandpferden, heißen Quellen und dem vergangenen Vulkanausbruch, der im April 2010 den Flugverkehr über Europa lahmlegte.
Damals ließ sich der Fotograf mit einem Flugzeug sehr nah an den ausbrechenden Eyjafjallajökull bringen. Der Vulkan, der von einem riesigen Gletscher bedeckt ist, habe schon zur Zeit der isländischen Sagas eine Rolle gespielt. Obwohl die Präsentation mit ihren teils magischen Bildern die Gäste in ihren Bann zog, war klar, dass es sich nur um einige Facetten handelte. "Island ist so unbeschreiblich und unerklärlich für jemanden, der nicht dieselbe Herkunft", sagte Bollason, der das Publikum zu einem Besuch auf die Insel im Atlantik ermunterte.



Umfassend über den Lieblingsverein informieren lassen. Gratis. Und bequem per Mail.
Folge uns unter