FIS-Hallenbau: Kompromiss in Sicht?

Kommenden Montag treffen sich die Mitglieder des Runden Tisches erneut in Sachen FIS-Sporthallenbau. Vorab bemüht sich Bürgermeister Hans-Georg Brum, die zuletzt spannungsgeladene Atmosphäre zu entschärfen.

Oberursel. Es sind versöhnliche Worte, die der Rathauschef vor allem in Richtung Bürgerinitiative "Rettung und Schutz des Stadtwaldes am Hans-Rother-Steg" sendet. "Ich wollte die Bürgerinitiative nicht auf wenige Leute reduzieren, sie herabsetzen oder angreifen", wehrt sich Hans-Georg Brum (SPD) gegen Interpretationen seiner Aussage, die er auf dem Neujahrsempfang der Oberurseler SPD getroffen hat.

Wie die TZ berichtete, bezeichnete es Brum bei der Veranstaltung als "ausgesprochen kritisch, wenn Schulinvestitionen an nachbarschaftlichen Interessen scheitern". Damit hatte sich der Verwaltungschef unter anderem auf den geplanten Turnhallenbau der Frankfurt International School (FIS) bezogen, was wiederum den Mitgliedern der Bürgerinitiative sauer aufstieß. Folge davon war auch, dass vier BI-Aktivisten dem Bürgermeister diese Woche eine Liste mit 931 Unterschriften von Anwohnern überreichten, die sich damit gegen den Bau der Turnhallen auf dem Waldgelände aussprachen. Diese Variante schien die FIS bislang nach den bekannt gewordenen Plänen zu bevorzugen.

"Wir haben uns eine Dreiviertelstunde ausgetauscht. Das zeigt, dass eine Lösung machbar ist", wertet Brum das Gespräch als positiv, das sich bei dieser Gelegenheit entsponnen hat. Generell sieht der SPD-Politiker den Diskussionsprozess auf einem guten Weg. Der bisherige Verlauf des Runden Tisches sei "ganz positiv". "Ich hatte den Eindruck, dass wir uns einer Lösung nähern." Beide Parteien – FIS und Bürgerinitiativen sowie Umweltverbände – seien "nicht so weit voneinander entfernt". Details könne er zwar noch nicht verraten, da sich die Runde auf Verschwiegenheit verpflichtet habe. Man sei aber bemüht, verträgliche Lösungen für die Anwohner zu finden.

Die FIS arbeite an Vorschlägen, das ist laut Brum nicht einfach. Hinter dem Projekt stecke eine "wahnsinnige Komplexität". "Wir befinden uns in einem Ballungsgebiet, nichts ist hier so knapp wie Raum", weist Brum auf einen quasi natürlichen "Nutzungskonflikt" hin. Zugleich macht er deutlich, dass sich beide Parteien "bewegen müssen". Auch für die Verkehrsproblematik gelte es, eine "annehmbare Lösung" zu finden.

Weitere Fortschritte erwartet der Bürgermeister nun vom zweiten Runden Tisch am Montag. Danach lasse sich wahrscheinlich mehr sagen. Vorstellbar sei, dass vielleicht schon Mitte Februar der Kompromiss stehe, deutet Brum vorsichtig an. Und etwas offensiver fügt er hinzu: "Das könnte eine positive Überraschung für die Öffentlichkeit sein." ks

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