Klicken Sie aufs Bild, um über eine Karte zu Meldungen Ihrer Region zu gelangen.
Opernstar zum Anfassen
Ein Tenor spricht über seinen Beruf und gibt im KFG eine Kostprobe seines Könnens
Immer weniger Jugendliche interessieren sich für klassische Musik - dem möchte das bundesweite Projekt "Rhapsody in School" entgegenwirken. Jetzt war Tenor Christian Elsner am Kaiserin-Friedrich-Gymnasium (KFG) zu Gast und begeisterte die Schüler.
Von Simone Dittmar
Bad Homburg. ![]()
Star-Tenor Christian Elsner schmettert für die Schüler, begleitet von Lehrer Lars Keitel, eine Arie. Foto: jrEine Doppelstunde Musik der ganz besonderen Art erlebten die Neuntklässler des KFG am vergangenen Mittwoch: Im Rahmen des Projekts "Rhapsody in School" hatte Musiklehrer Lars Keitel den bekannten Tenor Christian Elsner eingeladen. Dieser gab, von Keitel am Flügel begleitet, eine Kostprobe seines Könnens – eine Arie aus Mozarts "Die Entführung aus dem Serail" – und wurde von den Jugendlichen mit riesigem Applaus belohnt.
"Opernsänger war nicht immer mein Traumberuf", berichtete der in Butzbach lebende Künstler über seine musikalischen Anfänge. "Ganz im Gegenteil: Als Jugendlicher habe ich mich für Rock-Musik interessiert und in einer Blues-Brother-Cover-Band gespielt." Da er in der Schule am lautesten schreien konnte, habe ihn eine Bekannte mit zum Chor genommen. Seinen ersten Gesangsunterricht erhielt er im Alter von etwa 19 Jahren – nach dem Stimmbruch. Noch heute höre er in seiner Freizeit am liebsten Musik von Queen und Joe Cocker, "sehr zum Leidwesen meiner Frau", so der Vater zweier Kinder.
Aus Freiburg in die Welt?
Es war die lockere und humorvolle Art Elsners, die die 14- bis 15-jährigen Schüler begeisterte. Nach anfänglicher Zurückhaltung wurden immer mehr Fragen an den berühmten Gast gestellt. "Ob er bereits im Bolschoi-Theater aufgetreten ist?" wurde er von einem Jungen gefragt. "Ja, vor der Renovierung stand ich dort bereits auf der Bühne und habe sogar eine russische Oper gesungen." Da er kaum Russisch spreche, habe er den Text mit Hilfe eines Sprach-Trainers auswendig gelernt.
Nicht nur in Moskau war der Tenor bereits zu Gast, die New Yorker Carnegie Hall, das Sydney Opera House und die Mailänder Scala sind nur einige Stationen seiner Karriere. Das Reisen gehört zum Beruf: "Alle zwei Jahre brauche ich einen neuen Pass" erklärte Elsner. Von den jeweiligen Städten sehe er allerdings nicht viel. Nur die Kneipen dieser Welt lerne er kennen, denn aufgrund des Adrenalins sei nach einer Aufführung erstmal nicht an Schlaf zu denken.
Der in Freiburg im Breisgau geborene Tenor, der einst unter anderem bei Professor Martin Gründler in Frankfurt studierte, ist nicht nur Opernstar, sondern auch bayerischer Beamter. Als Professor unterrichtet er an der Hochschule für Musik in Würzburg – neun Stunden Gesang stehen jede Woche auf dem Stundenplan. Über mangelnde Nachfrage kann sich Elsner nicht beschweren: Bereits am Tag nach seinem Besuch im KFG ging es nach Amsterdam und für 2012 ist, neben weiteren Projekten, "Die Walküre" von Richard Wagner mit den Berliner Philharmonikern unter Sir Simon Rattle geplant.
In die Frankfurter Oper
KFG-Lehrer Lars Keitel, selbst begeisterter Musiker, hatte die beiden neunten Klassen intensiv auf den großen Tag vorbereitet. Im Unterricht wurden die Opern "Tosca" von Giacomo Puccini und Mozarts "Die Entführung aus dem Serail" besprochen. Für Januar ist nun ein Besuch der Frankfurter Oper geplant. Ob Elsner dort auch auf der Bühne stehe, wurde der Lehrer nach Unterrichtsende gefragt. "Nein, leider nicht", erwiderte Lars Keitel. "Dann werde ich nicht mitkommen", stellte der Schüler entschlossen fest.



Umfassend über den Lieblingsverein informieren lassen. Gratis. Und bequem per Mail.
Folge uns unter