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Tolpatsch will Schein-Ehe
Burgspielschar feiert Premiere: Es gibt nur noch wenige Karten für „Ein Mädchen für alles“
Eine erfolgreiche Premiere hatte die Burgspielschar Burgholzhausen mit der turbulenten Komödie des französischen Autors Claude Magnier. Das Stück "Ein Mädchen für alles" erwies sich als erstklassiger Unterhaltungsstoff.
Von Dieter Becker
Burgholzhausen. ![]()
Turbulente Komödie: Szenenbild aus "Ein Mädchen für alles". Foto: ys Der erfolglose Pariser Kunstmaler Charles d‘Ambrieux und Marie, ein naives Mäd-chen aus der Bretagne, sind die Protagonisten des Bühnenstückes "Ein Mädchen für alles" des französischen Autors Claude Magnier. Ort der Handlung ist ein Luxusappartement in der französischen Hauptstadt. Die noble Herberge hat Charles vorübergehend gegen sein heruntergekommenes Zimmer eingetauscht, um damit der reichen Familie Bertier zu imponieren.
Deren Tochter Laure will er unbedingt ehelichen – und zwar nicht aus Liebe, sondern des schnöden Mammons wegen. Den hinterhältigen Plan hat Charles gemeinsam mit seiner ehrgeizigen Freundin Yvonne ausgeheckt, die ihrerseits alles daran setzt, mit Hilfe ihres vermögenden Liebhabers reich zu werden. Am Ende kommt jedoch alles anders als gedacht – und die einfältige Marie entpuppt sich nicht nur als gefragte Kunstmalerin, sondern wird überdies zur erfolgreichen Geschäftsfrau. Regisseur Manfred Fels bewies nicht nur mit der Auswahl des Stückes eine glückliche Hand, sondern auch mit der Besetzung der Komödie.
Hausbacken
Zu Beginn des Dreiakter-Lustspiels tritt Arne Harff als verarmter Maler auf. Er spielt in seinen abgenutzten Klamotten die Rolle des ewigen Verlierers, der zwar ein moralisch verwerfliches Ziel verfolgt – nämlich die Schein-Ehe mit der vermögenden Unternehmertochter Laure (Andrea Kösters) – sich aber letztlich als sympathischer Tollpatsch erweist.
Ähnlich ergeht es dem Publikum mit Francesca Peinze, der die Rolle des naiven und hausbackenen Mauerblümchens Marie auf den Leib geschrieben scheint. Peinze spielt das "Dummchen vom Land" mit altmodischer Haarschleife, das selbst im korrekten Umgang mit einem Fernsprecher Mühe hat und auch sonst nur wenig vom Beruf der Haushälterin zu verstehen scheint. "Meine Nichte kann nicht viel, ist aber ein anständiges Mädchen", heißt es in einem Empfehlungsschreiben Maries, das die Zuschauer mit einem herzhaften Kichern quittierten. Die Unbedarftheit des Hausmädchens entwickelt sich zu einem echten Problem, als die reiche Familie Bertier zu Besuch kommt, um den künftigen Ehemann und Schwiegersohn Charles kennenzulernen. Just in diesem Augenblick meldet sich nämlich Charles‘ Geliebte Yvonne (Michaela Kunkel) incognito am Telefon, was Marie lauthals lachend zum Besten gibt: "Die Da-me, die ständig versucht, Sie zu umarmen, ist am Telefon und nennt sich Monsieur Dupont." Die versnobte Mutter Sabine Bertier (authentisch verkörpert von Ilona Kunz) ist außer sich, als kurz darauf auch noch ein gewisser "Monsieur Duval" anruft und Charles sich mit einem zärtlichen "Salut Liebling" verabschiedet.
Das Verwirrspiel gewinnt weiter an Fahrt, denn nun bestellt der Unternehmer und Lebemann Georges Bertier (Oliver Glaap) ein "schweinisches" Aktgemälde bei Charles, das letztlich Marie als abstrakte Kunst auf die Leinwand zaubert. Als Georges dann zu allem Über-fluss Charles‘ Appartement für ein Schäferstündchen anmietet, ohne zu ahnen, dass Charles in der Geliebten seine Freundin Yvonne wähnt, kommt es zum turbulenten Finale: Während Yvonne auf Marie trifft, die dem Maler Charles nicht nur als Aktmodell dient und ihn durch den Verkauf von 50 000 Besen reich macht, sondern ihm darüber hinaus ihre Liebe gesteht, ertappt wiederum Sabine ihren Ehemann Georges in flagranti mit der rassigen Spanierin Pepita (Renate Takac) und trifft dazu noch die leicht bekleidete Laure an, die "eigentlich Charles verführen" wollte. Bleibt schließlich allein Charles, der bei allen Beteiligten irgendwie in Ungnade fällt – Marie natürlich ausgenommen.
"Mädchen für alles" in der Inszenierung von Manfred Fels ist ein schnelles Stück. Die Komödie bietet Spannung, glänzt mit überzeugenden Charakteren und beeindruckt durch schauspielerisch hervorragende Leistungen. Kurzum: Es gibt wohl kaum etwas Amüsanteres, das man sich für einen langen Winterabend vornehmen könnte.
Für die weiteren Vorstellungen im Forum am Freitag, 27., und Samstag, 28. Januar, gibt es noch Karten (8 Euro im Vorverkauf, 9 Euro an der Abendkasse und ermäßigt 1,50 Euro). In Burgholzhausen sind die weiteren Aufführungen bereits ausverkauft. Einlass ins Forum ist um 19 Uhr, Beginn um 20 Uhr.



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