Umbau zum Jubiläum

Zum 325. Gründungstag werden einige Großprojekte in Friedrichsdorf endlich fertig

In ihrem Jubiläumsjahr wird die Stadt kräftig verändert. Dazu gehören neue Straßen, eine neue Schule, neue Wohnhäuser und ein Einkaufszentrum.

Von Christiane Paiement-Gensrich

Friedrichsdorf. Werden in zwei Wochen abgerissen: die Milupa-Verwaltungsgebäude. 325 Jahre alt wird Friedrichsdorf in diesem Jahr. Im Seulberger Heimatmuseum gibt es deshalb nach den Sommerferien eine Ausstellung zur Gründungsgeschichte der Hugenottenstadt. Doch die Stadt mit dem historischen Jubiläum macht auch einen riesigen Schritt in die Zukunft. Die größte Veränderung ist sicher das Milupa-Gelände mitsamt allen Straßenumbauten, die dazugehören. Auf dem 40 000 Quadratmeter großen Innenstadt-Areal sollen ein Einkaufszentrum und Wohnhäuser entstehen.

Die alten Fabrikhallen des Babynahrungsherstellers und der 65 Meter hohe Milupa-Schornstein sind schon verschwunden. In der dritten Januarwoche sollen schließlich die Verwaltungsgebäude abgerissen werden. Dafür müsse die Bahnstraße zwischen Wilhelmstraße und Philipp-Reis-Straße gesperrt werden, berichtet Erster Stadtrat Norbert Fischer (CDU). Bei aller Freude darüber, dass es mit dem Gelände vorangeht – ein bisschen Wehmut schwingt in Fischers Stimme mit, als er sagt: "Mit der Milupa in der Stadt bin ich aufgewachsen."

Aber dann ist sein Thema wieder der Umbau seiner Stadt. Der Kreisverkehr zwischen Philipp-Reis-Passage und neuem Viadukt und die Verbreiterung der Wilhelmstraße sollen im Februar begonnen werden. Ausgebaut werden auch die westliche Professor-Wagner-Straße, die Kreuzung Bahnstraße/Wilhelmstraße und die Kreuzung am Bahnhof sowie die Straße zum alten Viadukt. Und auf dem Milupa-Gelände entsteht eine neue Straße.

Nagelneue Schule

Vorher jedoch, und zwar noch in diesem Monat, zieht die Philipp-Reis-Schule (PRS) aus dem Hohen Weg in das nagelneue Schulgebäude an der Färberstraße. Am 3. Februar sollen dort schon die Halbjahreszeugnisse übergeben werden. "Die Infrastruktur ist komplett fertig, dazu gehören die erweiterte Färberstraße und der Bahnübergang", so Fischer. Die Gesamtschule ist dann die größte und sicher auch die modernste Schule im Hochtaunuskreis. Und die neue Sporthalle, die die Stadt zur Hälfte mitfinanziert hat, dürfen Friedrichsdorfer Vereine täglich von 17 Uhr an nutzen. Weiter geht es mit dem Sportpark zwischen Schäferborn und Autobahn. Da arbeiten schon seit ein paar Wochen fleißige Bagger. Ein Kunstrasenplatz, eine Kampfbahn C und ein Umkleidegebäude sollen hier entstehen. Bis alles fertig sei, könne es noch über ein Jahr dauern. Erst im Frühjahr oder Sommer 2013 könne dort um die Wette gerannt und gespielt werden, berichtet Fischer.

Ebenfalls erst 2013 wird wohl laut Amt für Straßen- und Verkehrswesen das noch fehlende Entlastungsstraßen-Stück im Seulberger Bereich gebaut. Dieses Jahr jedoch kommt die Ferngasleitung dran, die dafür verlegt werden muss. Für die neue Umgehungsstraße muss zudem eine Feldbrücke gebaut werden und der Rehlingsbach wird verrohrt.

Schon im Februar will das internationale christliche Kinderhilfswerk "World Vision" in sein neues Verwaltungsgebäude am Zollstock ziehen. "Dass eine der größten Kinderhilfsorganisationen in Friedrichsdorf ihren Sitz hat, ist für uns ein wichtiges Aushängeschild", sagt Fischer. Der repräsentative Bau solle auch für Ausstellungen und Aktionen zur Verfügung stehen. Die Wohnbebauung nebenan ist fast abgeschlossen. 4 Einfamilienhäuser, 28 Doppelhäuser und 15 Reihenhäuser stehen inzwischen dort.

Dienstleister gesucht

Im Gewerbegebiet Köppern Nordost seien bisher 40 Prozent der Flächen verkauft, berichtet Fischer weiter. Auf drei kürzlich veräußerten Grundstücken soll vom Frühjahr an gebaut werden. Für den Rest werden noch Käufer gesucht. Einen Dienstleister oder auch produzierendes Gewerbe könnte sich Fischer gut auf dem 16 800 Quadratmeter großen Areal an der Straße Richtung Rosbach vorstellen.

Das erste Konzept für die neue Ökosiedlung an Petterweiler Holzweg und Plantation soll im Februar fertig sein. Und für das Grundstück am Hohen Weg, auf dem jetzt noch die alte PRS steht, soll in Absprache mit dem Kreis, dem das Grundstück gehört, ein Bebauungsplan aufgestellt werden. "Vor Jahresende wird der jedoch nicht zur Satzung", erklärt Fischer.

Ganz wichtig auch: Die Kinderbetreuung wird in der Stadt erweitert – unter dem Vorbehalt, dass der Haushalt genehmigt wird. Vor allem neue Krippenplätze werden gebraucht. Deshalb wird das Jugendzentrum Teichmühle in Köppern nicht verkauft, sondern zu einer Kinderkrippe für 30 Kleinkinder umgebaut. Im Sommer 2013 soll sie fertig sein. Und die Kindertagesstätte Rodheimer Straße in Burgholzhausen soll einen zusätzlichen Betreuungsraum bekommen. Vom kommenden Sommer an sollen dort 25 Plätze für Kinder unter drei Jahren zur Verfügung stehen und 60 Plätze für ältere Kinder. Außerdem muss die Stadt ein neues Konzept für die Hort-Betreuung erstellen, weil der Kreis das in Seulberg geplante Betreuungszentrum jetzt mangels Geldes doch nicht bauen kann. Auch geeignete Räume für ein zentrales Kinder- und Jugendbüro sollen gesucht werden.

Und die Obdachlosenunterkunft im Wald neben den Taunus Quarzit Werken soll endlich aufgelöst werden. Die Bewohner werden nach und nach in städtischen Wohnungen untergebracht.

Und was wünscht sich der Erste Stadtrat für die Stadt? "Dass der Stadtumbau weiter so gut vorangeht. Ich bin stolz und dankbar, dass die Menschen so viel Verständnis dafür aufbringen", sagt Fischer. Und persönlich? "Vor allem Gesundheit, mehr Frieden auf der Welt und dass uns die wirtschaftlichen Turbulenzen nicht allzu viel zu schaffen machen."

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