Wir sind Papst . . . äh . .. Prinzessin

Für den Club Humor ist 2012 als andere als ein normales Jahr. Das zeigt sich nicht nur am Motto der Fremdensitzung, die am Samstag Premiere feiert. Auch viele Mitglieder machen das "Superjahr" mit ihrem Outfit deutlich.

Von Klaus Späne

Kirdorf. Närrische Corporate Identity im Tollitätenjahr. Eine pfiffige Idee, mit der die Frauen und Männer vom Club Humor viel Aufsehen erregen. Foto: ks Mit ihren türkisfarbenen und schwarzen T-Shirts haben sie bei den Sitzungen für einiges Aufsehen gesorgt. Oder vielmehr war es die Aufschrift "Wir sind Prinzessin", die an die vielzitierte Bild-Zeitungs-Zeile "Wir sind Papst" erinnert und auf dem Bekleidungsstück der Narren zu lesen ist. Über 80 solcher Leibchen seien auf Initiative der Majorettes produziert worden, sagt Thomas Carta über die Textiloffensive, die gut eingeschlagen habe.

2012 ist halt ein Tollitätenjahr für den Karnvalverein Club Humor, zumal man mit Tanja I. die Homburger Prinzessin stellt. "Dadurch sind wir hessenweit mehr als sonst in aller Munde, und für unsere Mitglieder ist es auch ein Ansporn, noch einen draufzulegen", sagt Carta, der diesen Samstag durch die erste Fremdensitzung führt. Klar, dass auch das Schaufenster der Fassenachtsvereinigungen geprägt ist von der Würdenträgerin. So steht die Fremdensitzung unterm Motto "Königliche Kirdorfer Fassenacht". Zudem hat sich ein "ViP" angesagt, der am 24. Januar seinen 300. Geburtstag feierte. Die Rede ist vom Alten Fritz. Das Preußen-Oberhaupt macht dem Club Humor nicht zum ersten Mal seine Aufwartung. Bereits 1986 war Friedrich der Große anlässlich seines 200. Todestags zu Gast. Und wie damals ist es Carta, der die Rolle verkörpert. "Ich habe mir beim ersten Mal die alten Filme mit Otto Gebühr reingezogen", erinnert er sich an seine Vorbereitung, für die er sich ansah, wie der Schauspieler den Regenten interpretierte.

Es ist genug Mist passiert

Einen weiteren "blaublütigen" Akzent setzt im Laufe des Abends die Gesangsgruppe "Krawallos". Sie zeigt ein musikalisches Prinzessinnen-Casting. Musik und Tanz haben generell einen hohen Stellenwert bei den großen Sitzungen, da macht der Club Humor keine Ausnahme. Zu sehen gibt es die Garde, die Majorettes mit einem Leucht- und Feuertanz, Showtänze der kleinen und großen Hoppel-Poppel, die sich "Vier Jahreszeiten" und "Tanz der Vampire" als Themen ausgesucht haben. Nicht zu vergessen das Männerballett, das auf der "neuen deutschen Welle" schwimmt.

Bleibt die spannende Frage: Wie stark nehmen sich die Akteure die Protagonisten der Bad Homburger Lokalpolitik zur Brust, die bekanntlich in den bisherigen Homburger Fremdensitzungen gehörig ihr Fett weg bekommen haben? Immerhin ist OB Michael Korwisi (Grüne), der den Narren ja zum Beispiel mit der umstrittenen Beförderung seiner Gattin zur Personalchefin eine grandiose Steilvorlage geliefert hat, zu Gast und hält auch selbst einen Vortrag. Selbstkritik darf man dabei wohl kaum erwarten. "Wir haben nicht vor, die Politik breitzutreten", verrät Carta. "Es ist genug Mist passiert." Sicher werde im Protokoll von Gerhard Traub "das eine oder andere" auftauchen, aber "im Großen und Ganzen sind wir nicht so politisch aufgestellt", so der Sitzungspräsident.

Aber auch ohne dass man in den Sitzungen in die Vollen geht, hoffen die Narren auf den großen Ansturm. Dieser scheint zumindest für die zweite Fremdensitzung am 11. Februar gesichert zu sein. Für diesen Samstag gebe es aber noch ein paar Plätze. Ob die Halle abgeteilt wird wie bei der CV Heiterkeit, werde man kurz vorher entscheiden.

Ansonsten hält 2012 für den Verein mit seinen derzeit rund 240 Mitgliedern wieder eine Menge närrischer Termine bereit, angefangen von der Hoppel-Poppel-Sitzung über den Kirdorfer Fastnachtsumzug "Uff de Bach" bis zu einigen Auftritten außerhalb der fünften Jahreszeit. Allen voran das zweite Garde- und Twirlingturnier am 31. März in Ober-Erlenbach, das der Club Humor das zweite Mal nach 2011 ausrichtet. Hintergrund ist, dass die Garden seit ein paar Jahren in Liliana Magnapane eine neue Trainerin haben, die die Abteilung laut Carta auf Vordermann gebracht hat. Seitdem sucht man mit einigem Erfolg Turniere auf und hat auch den eigenen Wettbewerb begründet. "Wir wollen das als ständige Veranstaltung etablieren", sagt der Sitzungspräsident, der im erweiterten Vorstand sitzt.

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