Die Wehr setzt sich zur Wehr

Eichener Brandschützer protestieren gegen die Sparpläne der Stadt und setzen sich für eine neue Wache ein

Das Stadtparlament hat es vor drei Wochen beschlossen: Weil Nidderau sparen muss, wird der Neubau des Eichener Feuerwehrhauses auf das Jahr 2013 verschoben. Jetzt melden sich die betroffenen Brandschützer zu Wort: Die Zustände in der alten Wache sind nicht haltbar, sagen sie.

Von Marina Schwabe

Nidderau. So geht das nicht weiter, meint der Eichener Feuerwehr-Vorsitzende Thomas Maxheim: Die Feuerwehrleute müssen sich in der Fahrzeughalle umziehen, wo es ohnehin schon eng ist... Sie wollen nicht nörgeln und nicht jammern. Es gehe ihnen ja einerseits ganz gut, meinen die Eichener Feuerwehrleute: Die Stadt billige jedes Jahr nötige Neuanschaffungen, das sehe andernorts ganz anders aus. Aber das mit dem Feuerwehrhaus, das gehe wirklich nicht mehr, meinen die freiwilligen Helfer. Zahlreiche Mängel habe das alte Haus.

Eine neue Wache sei entsprechend keine freiwillige Leistung der Stadt, "die einfach so weggekürzt werden kann", schreibt die Freiwillige Feuerwehr in einem Brief an Bürger und Politiker. Die Brandschützer wollen ihren Mitmenschen die Augen dafür öffnen, dass das neue Feuerwehrhaus jenseits der B 521, das eigentlich im neuen Jahr gebaut werden sollte, kein Luxusobjekt ist. Und dass die Zustände im alten Haus alles andere als fein sind. Und sich eben nicht provisorisch beheben lassen, wie die SPD vorgeschlagen hatte.

Da ist zum Beispiel das Problem mit der Fahrzeughalle: "Sie ist zu klein, die Fahrzeuge stehen derart eng beieinander, dass es eine erhöhte Unfallgefahr gibt", sagt Feuerwehr-Vorsitzender Thomas Maxheim. Neue Fahrzeuge, die die Wehr gerne anschaffen würde, passen zudem gar nicht in die über 40 Jahre alte Halle: Die Decken sind zu tief. Dafür hängt die Schutzkleidung der rund 50 aktiven Feuerwehrleute dicht an dicht an Kleiderhaken in der Halle, obendrüber liegen die Helme, unter Sitzbänken stehen die Stiefel.

Es fehlen Umkleiden

Eine abgetrennte Umkleide gibt es nicht, geschweige denn einen Extra-Bereich für die vier Eichener Feuerwehr-Frauen. Auch um die drei Duschen ist es schlecht bestellt: "Die sanitären Anlagen sind in einem miserablen Zustand", schreibt die Wehr in ihrem Bürgerbrief.

Die Lage der Feuerwache mitten im Ort beschert den Brandschützern zusätzliche Probleme: Sie fänden bei einem Einsatz kaum Parkplätze für ihre Privatautos, so Maxheim. Und die Fahrer der Einsatzwagen müssten extrem vorsichtig sein, wenn sie das Feuerwehrhaus verlassen: "Die Ausfahrt ist unübersichtlich, man muss aufpassen, dass man keinen Kameraden oder ein vorbeifahrendes Auto erwischt."

Mit einem neuen Feuerwehrhaus würde sich das alles ändern. Es wäre auch genügend Platz für einen Übungshof vor der Fahrzeughalle. Hier könnten die Wehrleute nicht nur parken, sondern auch für den Ernstfall trainieren. Alles wäre technisch auf dem neusten Stand, es gäbe genügend Duschen, ebenso getrennte Umkleiden. Aber das Parlament hat Nein gesagt. Vorerst zumindest. Offiziell ist das Projekt Feuerwache nur vom nächsten auf das übernächste Jahr verschoben.

Die Helfer wollen helfen

...Zudem gibt es rund um das Feuerwehrhaus im Ort kaum Parkplätze, die Ausfahrt ist unübersichtlich. Fotos: Marina SchwabeDoch die Eichener Feuerwehrleute befürchten, dass es auch 2014 nichts wird mit ihrem Traum vom neuen Heim: "Wir sehen die Gefahr, dass der Bau noch einmal verschoben wird", meint Maxheim. Um das zu verhindern, schlägt die Feuerwehr vor, dass die Stadt 2012 schon Vorarbeit leistet – etwa einen Vorvertrag für den Grundstückskauf fertigt oder mit den Planungen beginnt. "Es werden so viele Gutachten eingeholt, da müsste das doch drin sein", meint Maxheim.

Die Wehrleute sind jedenfalls bereit zuzupacken, wo es nur geht: "Wir haben viele Handwerker unter uns und haben auch schon beim Ausbau des Dachgeschosses viel Eigenarbeit geleistet." Maxheim und seine Kameraden hoffen, dass die Stadt auf sie zukommt. "Wir freuen uns über jeglichen Dialog."

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