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Die Werkstatt Hessentag
Mehr als 200 Besucher bei offenem Forum in Bad Vilbel – Arbeit in Kleingruppen – Viele Für und Wider
"Sie sollten den Mut besitzen, Ja zum Hessentag zu sagen." Das riet Manfred Vollmer (CDU), der Bürgermeister der Hessentagsstadt 2010, Stadtallendorf, den Bad Vilbelern. Er gab bei der ersten offenen Projektwerkstatt im Kurhaussaal seine Erfahrungen mit dem Landesfest an mehr als 200 Bürger weiter. Mit einem Kommentar von Thomas Schwarz!
Von Beppo Bachfischer
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Fleißig sammeln die Werkstatt-Teilnehmer in ihren jeweiligen Kleingruppen die Anregungen und Kritikpunkte zur diskutierten Hessentagsbewerbung 2015. Karlheinz Weinert (Mitte), Vorsitzender der DRK-Ortsvereinigung Bad Vilbel, notiert sie alle auf orangefarbenen und grünen Kärtchen, die später an Stellwände gepinnt werden. Fotos: Beppo Bachfischer (2) / Thomas Schwarz In der mehr als 50-jährigen Geschichte des Hessentages seien die Bürger noch nie so früh in die Entscheidung einbezogen worden, sagte Dennis DiRienzo, der den Abend unverkrampft moderierte. Umso erfreulicher sei es, dass so viele Menschen die Gelegenheit ergriffen hätten, ihre Fragen zu stellen. Der Hessentag lasse sich nicht auf eine Antwort "dafür" oder "dagegen" reduzieren, sondern es seien viele Puzzleteile zu berücksichtigen.
So waren am Mittwoch auch keine Antworten zu erwarten. Was die Bürger interessiert, werde man versuchen, so weit wie möglich bis zu einer zweiten Projektwerkstatt zu klären. Um möglichst alle Besucher zu Wort kommen zu lassen, wurde nicht im großen Plenum diskutiert, sondern in vier Arbeitsgruppen, die sich wiederum aufteilten.
Geleitet wurden sie von Mitarbeitern der Stadtverwaltung, die alles notierten und thematisch schon vorzuordnen versuchten, was die Bürger an offenen Fragen nannten, als Chancen oder Schwierigkeiten sahen.
Eine Million Besucher
Maria Ochs vom Kulturamt, die am Schluss vor der Versammlung ein Resümee zog, stellte fest, dass häufig ähnliche Aspekte sowohl positiv als auch negativ gesehen wurden. Als Beispiel nannte sie die Stärkung des "Wir-Gefühls". Dieses fundamentale Ziel hatte den damaligen Ministerpräsidenten Georg August Zinn (SPD) überhaupt erst veranlasst, den Hessentag 1961 ins Leben zu rufen. Die Bad Vilbeler hätten das nicht nötig, meinten die einen. Andere sahen es als erstrebenswert an. Dritte sagten: Ja, aber dazu brauchen wir nicht eine Million Menschen.
Ob die Stadtteile eine Chance haben, sich darzustellen oder außen vor bleiben, ob Schulunterricht während des Festes stattfindet, ob eine andere Landesregierung bereits zugesagte Fördermittel für Maßnahmen im Zusammenhang mit dem Hessentag streichen könnte – all das geht den Menschen durch den Kopf.
Was die Verkehrsinfrastruktur betrifft, schwanken die Erwartungen zwischen "dauerhaften Verbesserungen" und dem "absoluten Chaos". Wie die erhoffte Imageverbesserung der Stadt konkret aussehen könnte und wie der Hessentag dem Kurhaus zu neuer Blüte verhelfen könnte, wurde gefragt.
"Anpacker" wollten wissen, was ehrenamtliche Helfer zu tun haben, und einige, die nichts mit dem Begriff Ehrenamt anfangen können, fragten, ob es eine Entlohnung gebe.
Kulturamtsleiter Claus Kunzmann vermittelte einen Eindruck vom Ausmaß dieses "Mega-Events" mit seinen mehr als 1000 Einzelveranstaltungen. Großveranstaltungen finden in der Hessentagsarena, einem Open-Air-Gelände für 25 000 bis 30 000 Zuschauer, statt. Daneben gibt es das Festzelt für weitere Kultur-, Diskussions- und Partyveranstaltungen, die Landesausstellung, in der sich Politik und Wirtschaft, Verbände und Institutionen darstellen, die Ausstellung "Der Natur auf der Spur" und die Hessentagsstraße, die in Oberursel 2011 über 700 Stände umfasst hat. Daraus könne die Stadt wichtige Einnahmen erzielen.
Zwölf Millionen Euro – lesen Sie auch den zweiten Teil unseres Artikels.
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