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Hier könnte die Party steigen
Für heute Abend lädt die Stadt zur Info-Veranstaltung ins Kurhaus ein – Gegner befürchten Schulden
Die Resonanz ist riesig: Deutlich über 1000 Rückmeldungen gab‘s zur FNP-Umfrage "Soll der Hessentag 2015 nach Bad Vilbel kommen?" Obwohl dabei eine klare Mehrheit mit "Nein" stimmte, lohnt sich ein Blick in die detaillierten Begründungen.
Von Thomas Schwarz
Bad Vilbel. ![]()
Wenn die Bad Vilbeler den Zuschlag für den Hessentag in drei Jahren bekommen, könnte die gesamte Innenstadt (rosa Fläche in der Grafik) zum Festbereich werden. Schwerpunkte sollen das Marktgelände, der Burg- und der Kur- sowie der Quellenpark werden, sagte Vorab-Planer und Kulturamtsleiter Claus Kunzmann vor wenigen Tagen im FNP-Gespräch. Auswärtige Gäste könnten problemlos über den Nord- und den Südbahnhof anreisen."Schon vom zentralen Standort der Stadt in Hessen, der Nähe zu Frankfurt, Bad Vilbel als Tor der Wetterau, ist eine Eignung zur Ausrichtung des Hessentags gegeben", schreibt Heidi Jung. Die Marketing-Kauffrau, die sich auch im Freiwilligen Polizeidienst in Bad Vilbel engagiert, schiebt aber Voraussetzungen nach.
Zum Beispiel "der Wille von allen Seiten, ein solches Ereignis im Interesse der Stadt, der Bürger, der Einzelhändler, der Gäste perfekt durchführen zu wollen". Und ein Rahmenprogramm zu bieten, das Vilbels Vorzüge unterstreicht. Voraussetzungen seien auch, dass im Bau befindliche Vorhaben abgeschlossen sind und einige Gebäude wie das Kurhaus und der Bahnhof einer "Schönheitskur" unterzogen werden. Heidi Jung ist bereit, bei der Organisation zu helfen. "Bei der Kostenkalkulation sollten rechtzeitig wichtige Sponsoren gewonnen werden", betont sie. Joachim Feuchter wird da schon konkret: "Sollen doch die Werbe-Nutznießer Hassia Sprudel und Hitradio FFH dafür bezahlen!"
"Sinnvollere Projekte"
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Zentrale Bedeutung könnte das Marktgelände zwischen FFH-Platz und Büdinger Straße bekommen. Es wäre der nördlichste Bereich des Hessentags und würde ausreichend Platz für die Landesausstellung bieten. Fotos: Thomas SchwarzÜberhaupt die Kosten. "Bad Vilbel soll das Steuergeld für sinnvollere Projekte ausgeben", findet Paul Zydun. Seine Meinung: "Als Aprilscherz geboren – soll auch ein Aprilscherz bleiben!" Das sehen auch Gudrun und Walter Selbach so – sie bezeichnen die Bewerbungspläne als "Profilierungssucht" der Kommunal- und Landespolitiker. Karl-Heinz Diehl und Sabine Frank möchten das Geld lieber in sinnvollere Projekte angelegt haben – in ein ordentliches Schwimmbad, mehr U3-Kindergartenplätze oder ein Jugendhaus auf dem Heilsberg. Petra Schärpf findet, dass die Dortelweiler, Gronauer und Heilsberger nichts von möglichen Bau-Investitionen hätten.
Konkreter argumentiert Thomas Franke. Er macht darauf aufmerksam, dass die Stadt die Grundsteuer im Dezember anhob, um jährlich 1,5 Millionen Euro mehr einzunehmen. Die Mehreinnahmen mehrere Jahre würde ein Hessentag gleich wieder verschlingen. In dieselbe Kerbe hauen auch Leander Krug und Wilfried Demel. Letzterer verweist auf die jeweils mehreren Millionen Euro Schulden, die bisherige Hessentage verbuchen mussten – zuletzt im vergangenen Jahr Oberursel mit 3,5 Millionen Euro.
Mit den Finanzen steht und fällt der Hessentag auch für Klaus Bußmann. Er bittet Stadt und Land um "eine solide Grundrechnung ohne Hurra-Rufe und mit der gebotenen Ehrlichkeit". Bußmann outet sich als "absoluter Befürworter" des Hessentags: "Ich habe mich schon seit Jahren gewundert, dass Bad Vilbel noch nie auf der Liste der Austragungsorte stand."
"Eine große Kerb"
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Das denkmalgeschützte Kurhaus könnte mit Landeszuschüssen innen und außen saniert werden.Als "einmalige Chance" sieht auch Peter Schenk eine Hessentagskandidatur. Er wünscht sich dabei eine Sanierung des Kurhauses und bemerkt zu dem Schuldenargument vieler Gegner: "Sollte die Subventionierung seitens der Landesregierung stimmen, so kann man als Stadt keine Schulden machen." Möglichen Lärmgegnern ruft er zu: "Die ewige Ruhe kommt noch früh genug . . ."
"Alle Bürger müssten vorher gefragt werden, ob sie ihr Geld für einen Hessentag ausgeben wollen", findet Annamaria Sisignano – schließlich schreibe Bad Vilbel bereits jetzt rote Zahlen. "Wenn die Politiker unbedingt den Hessentag veranstalten wollen, müssen sie ihn wirtschaftlich so konzipieren, dass er sich selbst trägt." Die Karbenerin nennt noch einen weiteren Grund, warum sie gegen einen Hessentag ist: "Er ist zu einer großen Kerb mutiert – der ursprüngliche Gedanke wird nicht mehr gelebt."
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Hässliches Eingangstor zum Hessentag, an dem viele der Gäste ankommen könnten: Der Nordbahnhof ist kein schöner Anblick. Problem: Das Gebäude entzieht sich dem Zugriff der Stadt, denn es gehört der Bahn . . .Ein ganz anderes Nein-Argument liefert Luise Schmidt: "Die Bad Vilbeler Bürger haben nach den ganzen größenwahnsinnigen Bauarbeiten wirklich ein einigermaßen normales Leben verdient . . ." Sie legt nach: "Was die Geschäftsleute und den Profit angeht, sollte man sich in den Orten erkundigen, die bereits einen Hessentag abgehalten haben. Da war die fast einhellige Meinung, dass die Besucher auf Attraktionen aus waren – und sich nicht Schuhe oder Kleider gekauft haben."
Ganz andere und sehr pragmatische Gedanken macht sich Matthias Beller vom Niederberg: "Ist gewährleistet, dass man aus den einzelnen Stadtteilen aus Bad Vilbel herauskommt?"
Öffentliche Werkstatt zur möglichen Hessentagsbewerbung heute (Mittwoch) ab 19 Uhr im Kurhaus. Ein zweiter Termin ist für den 19. März geplant.



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