Zachs letzter Streich als Bürgermeister

Um einen schnellen Internetzugang ging es in der Sitzung der Gemeindevertretung. Übereinstimmung gab es bei Aktionen gegen Fluglärm.

Niederdorfelden. Die Grünen-Fraktion (Daniela Christ, Cornelia Pfeiffer und Horst Schmidt) verabschiedet ihren Bürgermeister Matthias Zach (links) auf seiner wohl letzten Sitzung als Bürgermeister. Foto: Jürgen W. Niehoff Die beiden Kapitel wollte Bürgermeister Matthias Zach (Grüne) auf seiner voraussichtlich letzten Sitzung als Bürgermeister von Niederdorfelden am Donnerstagabend noch unter Dach und Fach bringen.

Während über den Beitritt zur Solidargemeinschaft gegen den Fluglärm im Main-Kinzig-Tal und die Unterstützung der Interessengemeinschaft Fluglärm Hanau-Kinzigtal mit der "Rodenbacher Erklärung" bereits ausführlich in den Fachausschüssen beraten worden war und deshalb auch große Übereinstimmung herrschte, überraschte Zach das Gemeindeparlament an diesem Abend mit einem Dringlichkeitsantrag zum Breitbandausbau im Main-Kinzig-Kreis. Danach soll die Gemeinde der Initiative des Landrates Erich Pipa beitreten und so für ein flächendeckendes und leistungsfähiges Breitbandsystem im gesamten Kreisgebiet bis zum Jahr 2015 sorgen.

Der Landrat hatte eine Studie zum Ausbau des bisher nur lückenhaften Breitbandnetzes anfertigen und sie auf der vergangenen Bürgermeistersitzung von den Gemeindeoberhäuptern absegnen lassen. Aufgrund dieser Machbarkeitsstudie beabsichtig der Kreis, einen eigenen Ausbau durchführen zu lassen. Dazu plant der Kreis die Gründung einer Infrastrukturgesellschaft und Bürgschaften zur Absicherung der Kredite, die Rede ist von 58 Millionen Euro, beim Land zu beantragen.

Da es sich nach Angaben Pipas um ein sehr umfangreiches Infrastrukturprojekt handelt, bei denen rund 1 700 Glasfaser-Kabelverzweiger der Telekom im gesamten Kreisgebiet eingebunden werden müssen, bedarf das Projekt einer erheblichen politischen und organisatorischen Unterstützung durch alle Städte und Gemeinden des Main-Kinzig-Kreises.

Für Niederdorfelden bedeutet das, dass die Gemeinde für das Projekt zwar kein Geld in die Hand nehmen muss, dafür aber Grundstücke und die Mitarbeit der Verwaltung zur Verfügung stellt. Auch wenn Zach die Angelegenheit als Daseinsvorsorge darstellte und deshalb um schnelle Zustimmung möglichst noch in dieser Sitzung bat, beantragten SPD und CDU die Überweisung in den Bau- und Strukturausschuss. Zu viele Dinge bedürften noch der Klärung. Beispielsweise, wie groß der Arbeitsaufwand für die Verwaltung sei und wie viele Grundstücke für die Verteilerkästen benötigt würden.

Verabschiedet wurde dagegen ein Prüfauftrag der Grünen, aufgrund dessen der Gemeindevorstand feststellen soll, ob die Gemeinde für notwendige Baumaßnahmen für eine Gaspipeline durch das Kinzig-Tal Ausgleichsflächen zur Verfügung stellen kann. jwn

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