Dicke Patzer, wieder kein Heimsieg

Der FSV Frankfurt bringt sich beim 1:1 gegen Ingolstadt selbst um den Lohn für ein gutes Spiel

Die fast schon unheimliche Negativserie im eigenen Stadion hält an. Innerhalb von nur 60 Sekunden verschenken die Bornheimer zwei Punkte.

Von Michael Helms

Frankfurt. Im Bann des Balles: Frankfurts Marc Heitmeier (links) und der Ingolstädter Jose Alex Ikeng. Foto: Klein Kurz vor dem Abpfiff ließ Tomas Oral seinen Gefühlen freien Lauf. Der Trainer des FC Ingolstadt kniete kurz auf dem hartgefrorenen Rasen des Frankfurter Volksbank Stadions, ballte in bester Boris-Becker-Manier die rechte Faust und freute sich über ein nicht mehr für möglich gehaltenes Erfolgserlebnis.

Nach einer Kette von haarsträubenden Fehlern der Frankfurter war dem eingewechselten Ahmed Akaichi in der 88. Minute noch der Ausgleich für die Gäste gelungen. Er zerstörte damit die Hoffnungen der Bornheimer, endlich ihre schon fast unheimliche Negativserie im eigenen Stadion zu beenden. Am 15. April des vergangenen Jahres war dem FSV beim 2:1 über den TSV 1860 München der letzte Heimsieg gelungen.

Gestern wäre es allerdings ein Leichtes gewesen, diese schwarze Serie zu stoppen. Der FSV Frankfurt war bei frostigen Temperaturen die leidenschaftlichere und vor allem bessere Mannschaft, hatte ein deutliches Chancenplus, verschenkte aber innerhalb von nur 60 Sekunden zwei Punkte.

Zunächst steuerte Ilian Micanski alleine auf Ramazan Özcan zu, aber der Bulgare in Diensten des FSV scheiterte kläglich am Ingolstädter Torhüter und verpasste so das 2:0 für die Gastgeber.

Sekunden später unterlief dem eingewechselten Zafer Yelen ein folgenschwerer Fehlpass im Mittelfeld, der einen Gästekonter einleitete, bei dem Patric Klandt völlig unnötig sein Tor verließ und es so Akaichi ermöglichte, den Ball zum 1:1 ins leere Tor zu befördern. "Das war auch ein Fehlverhalten unseres Torhüters, da muss er nicht raus kommen", kommentierte FSV-Cheftrainer Benno Möhlmann diese Szene: "Wir haben uns heute nicht belohnt und unterm Strich zu wenig mitgenommen."

Weiter auf Platz 15

Oral, der im November des vergangenen Jahres Möhlmann in Ingolstadt abgelöst hat, war bei seiner Rückkehr an die alte Wirkungsstätte trotz der dürftigen Vorstellung seiner Mannschaft natürlich zufrieden. "Wir haben glücklich einen Punkt mitgenommen. Wir müssen zufrieden sein, denn der Gegner konnte uns nicht enteilen", erklärte Oral, der zehn Jahre lang am Bornheimer Hang als Spieler und Trainer wirkte, ehe er im Oktober 2009 als Chefcoach des FSV zurücktrat. Nach dem gestrigen Remis liegen die Oberbayern weiter auf dem Relegationsplatz, die Bornheimer haben zwei Punkte mehr auf dem Konto und sind weiter Tabellen-15..

Möhlmann hatte gestern Abend vor 3000 Zuschauern wie erwartet nur eine Veränderung in seiner Startformation vorgenommen: Für den verletzten Gledson spielte Manuel Konrad neben Björn Schlicke in der Innenverteidigung und zeigte eine solide Vorstellung wie die gesamte Frankfurter Mannschaft, die nur mit ihren Tormöglichkeiten zu fahrlässig umging. Alleine Micanski, der vor einer Woche beim 2:1-Erfolg in Duisburg noch zwei Mal getroffen hatte, vergab gleich drei hochkarätige Chancen.

Besser machte es Chadli Amri. Der Algerier, wie Micanski vom 1. FC Kaiserslautern an den FSV ausgeliehen, gelang in der 35. Minute nach einer feinen Leistung die hochverdiente Führung für die Hausherren, die im Gegensatz zu den vielen blutleeren Vorstellungen aus der Vorrunde gestern nicht wieder zu erkennen waren. Vor allem Amri und Marcel Gaus, die beiden Außenspieler der Bornheimer, sorgten immer für Gefahr im Strafraum der Ingolstädter, die ihrerseits nur zwei nennenswerte Möglichkeiten durch Adam Nemec besaßen.

FSV Frankfurt: Klandt – Huber, Schlicke, Konrad, Teixeira – Heitmeier (78. Stark), Cinaz – Amri, Gaus (83. Chrisantus) – Yun (63. Yelen), Micanski. – Ingolstadt: Özcan – Görlitz, Biliskov, Gunesch, Schäfer – Leitl, Ikeng (46. Haas), Matip, Buchner (80. Quaner) – Lappe (46. Akaichi), Nemec. – SR: Fischer (Hemer). – Zuschauer: 3027. – Tore: 1:0 Amri (37.), 1:1 Akaichi (88.). – Gelbe Karten: Gaus (4) – Akaichi (3).

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Borussia Dortmund – SC Freiburg
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FC Augsburg – Hamburger SV
1:0
Hannover 96 – 1. FC Kaiserslautern
2:1
Hertha BSC Berlin – TSG 1899 Hoffenheim
3:1
VfB Stuttgart – VfL Wolfsburg
3:2
Werder Bremen – FC Schalke 04
2:3
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2 2 Bayern München
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