Martin Amedick – hat er das Aufstiegs-Gen?

Der Verteidiger soll bei der Eintracht auch seine Führungsqualitäten einbringen

Auch nach der gescheiterten Verpflichtung von Patrick Helmes hält der Fußball-Zweitligist Eintracht Frankfurt am Ziel Aufstieg fest. Mit Umfrage, Video und einem Kommentar von Klaus Veit!

Von Klaus Veit

Frankfurt. Neuzugang Martin Amedick behauptete beim gestrigen Training den Ball gegen Mo Idrissou, der erstmals nach seiner Verletzung mit der Mannschaft übte. Foto: KleinNein, große Sprüche wollte Martin Amedick nicht machen, als er am Mittwoch von seinem neuen Arbeitgeber Eintracht Frankfurt vorgestellt wurde. Rund 24 Stunden nach seinem Wechsel vom Erstligisten 1. FC Kaiserslautern an den Main wollte sich der 29-Jährige, der die Innenverteidigung stabilisieren soll, nicht zu weit aus dem Fenster lehnen: "Ich kann jetzt doch nicht gleich ein paar Sprüche raushauen, ich muss erst einmal in die Mannschaft wachsen." Schließlich sei es auch sein Ziel, "den Unfall mit dem Abstieg" schnell wieder auszubügeln.

Aber dann rutschte Amedick, den Trainer Armin Veh für einen möglichen neuen Führungsspieler hält, doch einer raus: "Ich glaube schon, dass etwas Aufstiegs-Gen in mir steckt." Schließlich ist ihm das bereits mit Eintracht Braunschweig und den Lauterern gelungen. Mit der Eintracht will es der ehemalige Kapitän der Pfälzer das dritte Mal packen.

Veh und Sportdirektor Bruno Hübner versuchten an diesem eisigen Tag, dem ersten nach der winterlichen Transferperiode, vom Scheitern der Bemühungen um Patrick Helmes abzulenken. Natürlich habe man den Stürmer gerne geholt, aber die sechs Millionen, die der VfL Wolfsburg gefordert hatte, waren eben deutlich zu viel gewesen. Nach einer gefühlsmäßigen Berg- und Talfahrt hatte die Eintracht erst am Dienstag um 17.35 Uhr, 25 Minuten vor Schließung des Transferfensters, ihre Bemühungen endgültig eingestellt.

Bei Hübner war zu erkennen, dass er nicht gerade begeistert ist über die starre Haltung von Felix Magath, dem Trainer-Manager des VfL: "Sehen wir es doch mal positiv: Helmes hatte klargemacht, dass nur ein Wechsel zur Eintracht infrage komme. Hut ab!" Magath hätte den Profi gerne nach England verkauft, wo er seine finanziellen Ideen hätte durchsetzen können.

Veh, der am Mittwoch seinen 51. Geburtstag feierte, bestätigte, dass der Club keinen "Plan B" in der Schublade hatte: "Helmes war unser Wunschstürmer. Ihn wollten wir – oder keinen." Deshalb sei es auch kein Fehler gewesen, Theofanis Gekas zu verkaufen, ohne bereits einen adäquaten Ersatz in der Hinterhand zu haben: "Das war uns bewusst, dieses Risiko sind wir eingegangen."

Immerhin habe die Eintracht nun im Sommer "rund 800 000 Euro mehr" zur Verfügung, um die kommende Saison zu planen: "Wir hatten ja auch Vorgaben des Aufsichtsrates zu erfüllen."

Dass diese auch ohne Helmes in der Ersten Liga stattfinden soll, ist das unveränderte Ziel. "Wir haben eine gute Mannschaft, wir können jeden schlagen", meinte Veh und fügte hinzu: "Das haben wir doch schon 1000 Mal erlebt, dass Dinge nicht klappen." Schließlich hätte sich Helmes, wenn er gekommen wäre, auch im ersten Training verletzen können: "Dann hätten wir unser Ziel ja auch nicht geändert."

Lesen Sie im zweiten Teil, was es Neues von Eintracht-Stürmer Mo Idrissou gibt. Außerdem haben wir ein Video zu der Vorstellung von Martin Amedick!

Idrissou im Training

Ein Hoffnungsschimmer war bereits im Vormittagstraining zu sehen gewesen: Mo Idrissou hielt erstmals nach seiner Fußverletzung eine komplette Einheit durch. "Ohne Schmerzen", wie er dem Trainer anschließend erklärte. Doch ein Einsatz am Sonntag gegen Braunschweig kommt wohl noch zu früh, am 13. Februar beim Spitzenspiel in Düsseldorf könnte der Torjäger dagegen zumindest wieder auf der Bank sitzen.

Bis dahin wird Veh voraussichtlich das System umstellen, wird Erwin Hoffer oder Rob Friend als einzige Spitze bringen, unterstützt vom "hängenden" Alexander Meier und zwei offensiven Mittelfeldspielern aus dem Quintett Köhler, Matmour, Kittel, Korkmaz und Caio.

Dass die Eintracht nun ein Überangebot an Innenverteidigern habe, bestritten Trainer und Manager. Auf dem Papier sind es fünf. Doch Habib Bellaid ist einfach zu schwach, Bamba Anderson noch verletzt. So bleiben neben Amedick nur Gordon Schildenfeld und Heiko Butscher übrig. Der Neue aus Freiburg kann aber auch als linker Außenverteidiger eingesetzt werden, wie beim gestrigen Trainingsspiel. "Das ist gut so, schließlich kann auch Constant Djakpa mal was passieren. Oder wenn er mir mal wieder nicht zuhört", grinste Veh.

Außerdem seien Amedick und Butscher auch "perspektivische Transfers", die für Planungssicherheit im Sommer sorgen. Von beiden erwartet der Coach, "dass sie von hinten unser Spiel auch dirigieren. Solche Spielertypen fehlten uns bisher."

Amedick, den die Eintracht eigentlich schon im Sommer hatte verpflichten wollen, was jedoch am Lauterer Veto scheiterte, und Butscher sind es gewohnt, Regie zu führen, schließlich waren sie in ihren Teams lange Zeit Kapitäne gewesen. Auch deshalb gab sich Veh trotz Helmes-Enttäuschung angriffslustig: "Wir steigen trotzdem auf. Fertig. Aus."

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FC Augsburg – Hamburger SV
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Hannover 96 – 1. FC Kaiserslautern
2:1
Hertha BSC Berlin – TSG 1899 Hoffenheim
3:1
VfB Stuttgart – VfL Wolfsburg
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Werder Bremen – FC Schalke 04
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