Meier wieder Retter

Erst Pfiffe, dann Beifall: Beim Zweitliga-Heimauftakt konnte ein herber Dämpfer gerade noch vermieden werden. Eintracht Frankfurt erkämpft sich im „Geisterspiel“ ein 1:1 gegen St.Pauli.

Von Markus Katzenbach

Frankfurt. Lieferte eine überzeugende Leistung ab: Sebastian Rode. Foto: Schüler Zwar verloren sich im weiten Rund nur 16 500 Zuschauer, genug für ein Pfeifkonzert aber waren das allemal. Als sich die neuerdings zweitklassigen Fußballer der Frankfurter Eintracht zur Halbzeitpause in ihre Kabine trollten, schallte ihnen von den infolge der Strafe nach Fan-Ausschreitungen nur zu einem Drittel gefüllten Rängen versammelter Unmut entgegen.

Als das umkämpfte Duell der Bundesliga-Absteiger am späteren Montagabend dann ganz vorbei war, überwog freilich der Beifall. Alexander Meiers Ausgleichstor in der 78. Minute rettete der Eintracht das 1:1 (0:1) gegen den FC St. Pauli – und verhinderte so, dass das Unternehmen Wiederaufstieg gleich im ersten Heim-Auftritt einen herben Dämpfer erlitt. Zuvor hatte Fin Bartels für St. Pauli getroffen (38.).

Rustikaler Einsatz: St. Paulis Sobiech (oben) bringt Eintracht-Stürmer Hoffer aus dem Gleichgewicht. Foto: Klein Schon beim Saison-Auftakt hatte die Eintracht erstmal einige Rückschläge gebraucht, um in der neuen Klasse anzukommen. In Fürth freilich gelang es, ein Pausen-0:2 noch in ein 3:2 umzuwandeln. Trainer Armin Veh veränderte seine Startelf erwartungsgemäß dann auch nur auf einer Position, notgedrungen: Ricardo Clark half für den nach Wolfsburg abgewanderten Marco Russ im Abwehrzentrum aus.

Torwart Thomas Kessler und Mittelfeldmann Matthias Lehmann trafen also gleich beim ersten Spiel in der neuen Heimat auf ihren alten Verein – der wiederum mit recht forschen Tönen angereist war: "Den Mutigen gehört die Welt", hatte St. Paulis Trainer André Schubert erklärt und sich gar nicht vor dem eigenen Tor verstecken wollen.

Viele Fehlpässe

Leere Ränge: Nur 16.500 Zuschauer durften zum gestrigen Heimspiel ins Stadion. Foto: SchülerTatsächlich war den beiden seit dem Winter so tief gestürzten Widersachern das Bemühen anzumerken, möglichst flott nach vorne zu spielen – was allerdings selten klappte: Hüben wie drüben häuften sich Fehlpässe. Dem Frankfurter Mittelfeld-Dreieck mit Lehmann, Pirmin Schwegler und Sebastian Rode fehlte die Präzision, der neuen Not-Abwehr mit Gordon Schildenfeld und Aushilfe Clark verständlicherweise die Abstimmung. Und so erwies sich der FC St. Pauli, obgleich anfangs auch großzügig mit Abspielen zum Gegner, bald als zielstrebiger.

Deniz Naki (10.) und Fin Bartels (20.) köpften und Charles Takyi schoss übers Eintracht-Tor, ehe wiederum Bartels den Ball dort unterbrachte: Schildenfeld hatte ein Kopfballduell an der Strafraumlinie verloren, Torwart Kessler zögerte, Fabian Boll legte den Ball auf den ebenso freien und genauso wenig im Abseits stehenden Bartels quer.

Veh hatte da schon auf die Kombinationsprobleme der Seinen mit einem Systemwechsel reagiert: Alexander Meier wurde vom Linksaußen zur hängenden Spitze im 4-2-3-1, der nimmermüde Rode rückte an seine Stelle. Caio zwang danach Gäste-Schlussmann Philipp Tschauner zu einer Parade (29.), viel besser aber wurde es vorne nicht – und hinten schlug Bartels zur verdienten Hamburger Führung zu.

Anweisungen verstanden: Alexander Meier erzielte den Frankfurter Ausgleichstreffer. Foto: Schüler Nach der Pause wechselte der Frankfurter Trainer dann auch Personal: Der Fürther Siegtor-Glücksbringer Karim Matmour kam für Caio. Die Eintracht drängte nun stärker nach vorne und St. Pauli in die eigene Hälfte.

Und sie bekam auch ihre Chancen: Nach Erwin Hoffers Treffer hallte gar Torjubel durchs Stadion – doch Linienrichter Detlev Scheppe hob spät noch die Fahne: Er hatte nach Schweglers Freistoß noch Meier vor Hoffer am Ball und damit eine Abseitsstellung gesehen. Eine enge, aber wohl falsche Entscheidung. "Ich war nicht dran", meinte Meier hinterher: "Ich verstehe nicht, warum der Schiedsrichter abgepfiffen hat."

Die Eintracht indes suchte weiter ihr Glück, wenn auch mit mehr Kampfgeist als fußballerischer Klasse. Meiers Kopfball lenkte Tschauner gerade noch über die Latte (56.) ehe der Faden wieder riss. Martin Fenin wurde anstelle des glücklosen Hoffer zur alleinigen Spitze (63.), bald brachte Veh auch Theofanis Gekas zur Sturm-Unterstützung. Und dann war es wieder der Auftakt-Doppeltorschütze Meier, der die Eintracht rettete – mit einem Volltreffer, der fast wie eine Wiederholung aus Fürth wirkte: eine Direktabnahme aus 18, 19 Metern.

Auf der nächsten Seite: Aufstellung und Spielstatisitk

Statisitik

Frankfurt: Kessler – Jung, Clark, Schildenfeld, Djakpa – Rode, Schwegler, Lehmann (74. Gekas) – Caio (46. Matmour), Hoffer (63. Fenin), Meier.

St. Pauli: Tschauner – Schachten, Thorandt, Sobiech, Kalla – Boll – Bartels (84. Daube), Kruse, Takyi (57. Bruns), Naki (78. Funk) – Ebbers.

SR: Kinhöfer (Herne).

Zuschauer: 16500.

Tore: 0:1 Bartels (38.), 1:1 Meier (78.).

Gelbe Karten: Clark – Takyi, Boll.


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FC Augsburg – Hamburger SV
1:0
Hannover 96 – 1. FC Kaiserslautern
2:1
Hertha BSC Berlin – TSG 1899 Hoffenheim
3:1
VfB Stuttgart – VfL Wolfsburg
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Werder Bremen – FC Schalke 04
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