Die Titelseite der Frankfurter Neue Presse vom 26.05.2012 als PDF zum Downloaden.
Veh wartet geduldig
Der Eintracht-Trainer braucht „auf jeden Fall“ noch einen Stürmer – und dieser soll Helmes sein
Vorstandschef Bruchhagen würde am liebsten gar nicht über den Wechselfall Helmes sprechen, Trainer Veh betont: Ein Stürmer fehlt ihm noch.
Von Peppi Schmitt
Frankfurt. ![]()
Alles unter Kontrolle? Einen neuen Angreifer hätte Armin Veh schon gerne noch zur Verfügung. Foto: RhodeDen letzten Gegner der Vorbereitung hat die Frankfurter Eintracht gefunden. Am Sonntag (14 Uhr) empfangen die Frankfurter in der WM-Arena zur Generalprobe auf den Zweitliga-Neustart am 5. Februar gegen Eintracht Braunschweig den Schweizer Erstligisten FC Lausanne. Die Zuschauer haben zu diesem Spiel freien Eintritt. Den letzten Fußballprofi, den Trainer Armin Veh für sein Mannschaftspuzzle benötigt, haben die Frankfurter dagegen noch nicht.
Nach wie vor bemüht sich die Eintracht um Patrick Helmes vom Bundesligisten VfL Wolfsburg, nach wie vor ist keine Einigung in Sicht. Vorstandschef Heribert Bruchhagen, der die Verhandlungen mit VfL-Trainermanager Felix Magath führt, hält es für das Beste, "wenn wir darüber öffentlich nicht reden". Daran hält sich auch der Trainer, lässt aber keinen Zweifel, "dass ich auf jeden Fall noch einen Stürmer brauche". Sonst sei das Ziel Wiederaufstieg akut gefährdet. Und dieser Stürmer soll Helmes sein.
"Wir machen einfach zu wenig Tore", sagt Veh und bezieht sich dabei nicht auf die allgemeine Ausbeute von bisher 41 erzielten Treffern in 19 Spielen, sondern auf die letzten Begegnungen vor der Winterpause, als die Eintracht auch wegen der mangelnden Treffsicherheit etwas an Boden verloren hat. Mit der Verletzung von Mohamadou Idrissou (8 Tore) und dem Verkauf von Theofanis Gekas (7 Tore) fallen dem Trainer zudem ja noch zwei erfolgreiche Angreifer weg. Und da auch Spielmacher Pirmin Schwegler wegen eines Zehenbruchs zu Beginn der zweiten Halbserie nicht zur Verfügung stehen wird, ist die aktuelle Stimmung eher etwas gedämpft.
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"Ich hätte uns gerne weiter gesehen", gibt Veh zu. Dennoch sei der Aufstieg natürlich möglich und werde mit Verve angestrebt. Nötig wäre die sofortige Rückkehr in die Bundesliga sowieso. Vorstandschef Bruchhagen sprach bei einem Neujahrsempfang für die Medien davon, "dass wir ein verlustreiches Jahr haben werden". Er legte aber Wert darauf, dass es zwischen Verlusten und Schulden Unterschiede gebe. Schulden würde die Eintracht nach wie vor nicht machen.
Ob dies nun ein gutes Signal für den Trainer und seinen Personalwunsch ist, blieb offen. Da der genaue Zeitpunkt für die Rückkehr Idrissous, der gestern bei der ersten Übungseinheit auf deutschem Boden nach dem Trainingslager in Katar immerhin mit Reha-Coach Michael Fabacher auf dem Platz arbeitete, nach dessen Knöcheloperation nicht abzusehen ist, werde er weiter "geduldig" auf die Verpflichtung von Helmes warten, sagte Veh.
Klappt diese nicht bis zum Ende der winterlichen Transferperiode am nächsten Dienstag, will der Trainer sich ganz unorthodox behelfen. Der Brasilianer Caio soll dann im Angriff aushelfen, soll zur Alternative zu Erwin Hoffer und Rob Friend ("Er muss mich mehr überzeugen") werden. Von der Praxis aus dem ersten Halbjahr, mit zwei Spitzen zu spielen, hat sich der Frankfurter Trainer wegen der personellen Engpässe im Sturm vorerst verabschiedet. Nun wird wie gegen Anfang der Saison wieder im 4-2-3-1-System gespielt.
Klicken, um weiterzulesen: Anfrage für Caio
Da passt es gar nicht, dass es aus Österreich Gerüchte gibt – Caio könnte zu Austria Wien gehen. Sportdirektor Bruno Hübner bestätigte eine "lockere Anfrage", sagte aber auch, "dass es im Moment fahrlässig wäre, auch noch Caio abzugeben". Die Eintracht würde sich damit selbst "Flexibilität" berauben. Dabei hat der Brasilianer in der Vorrunde kaum eine Rolle gespielt. Aber die sportlich Verantwortlichen sind der Überzeugung, dass sie im Grunde jeden Mann brauchen im Endkampf um den Aufstieg. "Wir reden über Helmes, müssen aber aufpassen, die eigenen Leute nicht verrückt zu machen", meinte Hübner.
Auf der aktuellen Verkaufsliste stehen demnach nur noch Georgios Tzavellas und Ricardo Clark. Nur bei diesen beiden Spielern würde es Sinn machen, sie abzugeben. Für den Griechen Tzavellas gebe es Anfragen, so Hübner, "da könnte es zu einer Lösung kommen". Sollte die Genesung von Bamba Anderson weiter so fortschreiten wie zuletzt, wäre die Eintracht eventuell auch bereit, den Franzosen Habib Bellaid, derzeit Innenverteidiger Nummer vier, abzugeben. Anderson konnte nach seiner Knieoperation aus dem Dezember gestern zum ersten Mal das komplette Trainingsprogramm mitmachen.




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