CSC wird nicht gefordert

Das holländische Windmill-Team hat nur vier „taugliche“ Boxer im Aufgebot

Die Box-Staffel des CSC Frankfurt hat mit einem souveränen 14:6-Sieg über das punktlose Schlusslicht Windmill Boxteam Holland seine Führung in der Zweiten Bundesliga gefestigt.

Von Michael Löffler

Frankfurt. CSC-Bantamgewichtler Hafid Bouji (rechts) hatte mit Jason Cchung keine Mühe und gewann gegen den Holländer deutlich nach Punkten. Foto: Klein Das "Oranje-Team" präsentierte sich in der Fechenheimer Fabriksporthalle nicht zweitligareif. Einige Holländer brachten das geforderte Gewicht nicht, andere waren nicht startberechtigt. Vier der acht Kämpfe wurden deshalb von vorneherein mit 2:0-Punkten für die Frankfurter gewertet.

Um die Boxfans nicht zu enttäuschen, wurden alle acht Fights ausgetragen. Und weil die Gäste teilweise starke Ersatzleute in den Ring schickten, bekam das am Sonntagvormittag nur spärlich erschienene Publikum – lediglich 350 Zuschauer fanden den Weg in den Frankfurter Osten – teilweise erstklassige Kämpfe zu sehen.

Schon im Fliegengewicht war André Stoika Chef im Ring und beherrschte mit seiner offenen Kampfweise den kleinen Holländer Zueab Galasvili nach Belieben. Der wie immer spektakulär boxende Publikumsliebling Hafid Bouji (Bantamgewicht) zeigte einmal mehr seine Klasse. Er punktete den mit vier Kilogramm Übergewicht in den Ring gegangenen Jason Cchung (17:3 Punkte) mit vielen schönen Aktionen souverän aus. Wegen des Übergewichts bekam der Holländer nicht einmal den Antrittspunkt, so dass es bereits 4:1 stand.

Im Leichtgewicht zeigten der holländische Meister Juliano Westhiner und der für den CSC boxende kroatische Champion Stipan Prtenjaca ein gutes, vor allem aus der Halbdistanz geführtes Gefecht, das der mit einem sehr guten Age ausgestattete Holländer mit 17:10 nach Punkten gewann. Im Halbweltergewicht stellte sich der seit Wochen an einer komplizierten Schulterverletzung laborierende Dündar Yildiz in den Dienst der Mannschaft, doch dann musste er in der zweiten Runde wegen der immer stärker werdenden Schmerzen aufgeben. Zur Pause stand es plötzlich nur noch 6:5.

Ohne Startgenehmigung

Was die Zuschauer zu diesem Zeitpunkt nicht ahnten, wusste bereits die CSC-Führung: Da drei Gäste-Fighter keine Startgenehmigung besaßen, konnte von den vier noch ausstehenden Kämpfen theoretisch nur noch ein Duell verloren gehen. Doch die Frankfurter sorgten aber auch im Ring für klare Verhältnisse. Der für den CSC anstelle von Slawa Kerber (hat sich tags zuvor eine Lebensmittelvergiftung zugezogen) erstmals eingesetzte Ilhami Aydemir dominierte im Weltergewicht den wild um sich schlagenden Koshan Razmi. Er boxte aus einer sicheren Deckung und traf immer wieder mit seiner gut getimten Rechten ins Ziel.

Im Mittelgewicht trafen zwei gute Boxer aufeinander. Marco Grund, der mit seinen erst 21 Jahren bereits zum 136. Mal im Ring stand, bekam es mit dem in 24 internationalen Kämpfen erprobten alten Fuchs Erdina Cetin zu tun. Beide Fighter wechselten wiederholt die Auslage. Cetin wurde bereits in der ersten Runde wegen eines Tiefschlags verwarnt. In der zweiten Runde musste er zu Boden und wurde auch in der dritten Runde angezählt. Der 17:8-Punktsieg drückte die Überlegenheit des Frankfurters aus.

Im Halbschwergewicht ersetzte Igor Teziev den besten Frankfurter Leon Bunn. Er führte gegen Ben Tinger vor allem dank der guten Rechten nach Punkten. In der zweiten Runde gab der Holländer wegen eines gebrochenen Daumens auf. Im Schwergewicht präsentierte der CSC ein neues Gesicht: Der erst 18-jährige Erhan Aci begeisterte gegen den erfahrenen Holländer Ardnin Astrando die Fans vor allem mit seinen schnellen Händen. Ein solches Schwergewichtstalent sah man in der CSC-Ecke bisher nicht gerade oft.

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