Das erste Dankeschön

Ein glänzender Einstand für Stürmer Roland Mayr: Der Neuzugang der Frankfurter Löwen benötigt lediglich 31 Sekunden, um seine Verpflichtung zu rechtfertigen.

Von Michael Löffler

Frankfurt. Schon ist er drin: Roland Mayr nach seinem Blitztor für die Löwen gegen Ratingen. Foto: Roskaritz "Ja mei. Wen ich aus der Mannschaft bereits kannte? Thomas Schenkel, Daniel Sevo, Max Seyller." Seine Antworten kommen im besten Bayerisch. Kein Wunder: Roland Mayr erlernte das Einmaleins des Eishockeys auf den offenen bayerischen Eisflächen. Und so kannte der gebürtige Augsburger bei den Löwen natürlich die Bayern-Fraktion.

Den 27-Jährigen kennen dafür auf Anhieb nun alle Löwen-Fans. Denn einen solchen Einstand hatte in Frankfurt noch niemand. Fünf Tage nach seiner Verpflichtung gewann der Neu-Löwe das Eröffnungsbully gegen den früheren Frankfurter und heutigen Ratinger Kapitän Christian Kohmann. 31 Sekunden später ließ er nach einem Pass von Martin Schweiger Ice Aliens-Keeper Marc Dillmann, ebenfalls ein Ex-Frankfurter, überhaupt keine Chance. Um den Einstand noch perfekter zu machen, erzielte der Stürmer beim 8:1-Triumph im ersten Spiel der Oberliga-Meisterrunde nur 17 Sekunden nach dem Beginn des zweiten Drittels auch noch das 5:0.

"Wenn es weiter so läuft, ist es perfekt", strahlte Roland Mayr, der nach der Schlusssirene die Ovationen der Fans genoss. Als alle schon in der Kabine verschwanden, gab er dem Drängen der Fans nach und kehrte noch einmal auf die Eisfläche zurück, um sich zu bedanken. "Die Stimmung war so, wie ich sie in Erinnerung hatte. Jetzt habe ich zum Glück die Seiten gewechselt. Wie wird die Stimmung wohl erst in einer ausverkauften Halle sein?" Dies wird er spätestens in zwei Wochen herausfinden, wenn die Roten Teufel Bad Nauheim am Ratsweg gastieren.

Warum und weshalb er in Frankfurt überhaupt gelandet ist, weiß Roland Mayr nicht so ganz genau. Auch nicht, dass er bereits im Sommer am Main heiß begehrt war. "Das macht alles mein Agent." Eine Rolle spielte aber sicherlich die Empfehlung des langjährigen Lions-Trainers Rich Chernomaz, unter dem der Stürmer mit einem Probevertrag ausgestattet einige DEL-Partien für Ingolstadt absolvierte. "Cherno meinte, ich brauche Spielpraxis. Und empfahl mir Frankfurt, wo ich sowohl ein gutes Training als auch viel Eiszeit bekommen würde", erklärte Mayr, der einen Vertrag bis zum Saisonende unterschrieb. "Natürlich wäre ich gern in Ingolstadt geblieben. Aber derzeit ist für mich wirklich das Wichtigste, viel Eiszeit zu haben. Was danach kommt, weiß ich nicht. Es wäre verfrüht, sich bereits jetzt darüber Gedanken zu machen."

Lesen Sie auf der nächsten Seite: "Viel und gut spielen"

Hingegen weiß er schon nach dem ersten Oberliga-Match, wo die Unterschiede zur DEL liegen: "Man hat vor allem viel mehr Zeit. In der DEL musst du die Scheibe sofort abgeben, sonst ist der Puck weg. Hier ist auch die Taktik anders. Man kann mehr selbst unternehmen. Was nicht heißt, dass ich immer so gut treffe. Tore sind nicht programmierbar."

Und das weiß Roland Mayr ganz genau. Schließlich ist es bereits lange her, dass der 344-malige DEL-Spieler ins Schwarze traf. "Ich erinnere mich genau. Das war im dritten Finalspiel der Zweiten Bundesliga. Da traf ich am 21. April 2011 in der 8. Minute für Schwenningen. Aber Ravensburg drehte den Spies noch um und gewann mit dem 2:1 die Meisterschaft."

Auf den nächsten Treffer wird der als Center wie auch als Flügel einsetzbare Stürmer sicher nicht so lange warten müssen. "Ich will viel spielen. Und vor allem gut spielen. Damit kann ich meinen Dank für das Vertrauen, das man mir entgegenbringt, am besten ausdrücken."

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