Die Titelseite der Frankfurter Neue Presse vom 25.05.2012 als PDF zum Downloaden.
Antl und Nießner: Hawaii-Quali
Die beiden Athleten der Triathlon-Equipe Elz zählten in Frankfurt zur Crème de la Crème
Jörg Antl und Gerhard Nießner von der Triathlon-Equipe Elz haben sich beim Ironman in Frankfurt für Hawaii qualifiziert.
Frankfurt/Limburg. ![]()
Hinterließ einen starken Eindruck in Frankfurt: das Elzer Team mit (von links) Matthias Knossalla, Oliver Stückel, Gerhard Nießner, Matthias Zimmermann und Jörg Antl. "Das war klimatisch das Härteste, was uns bisher bei einem Ironman abverlangt wurde", war die einhellige Meinung aller Teilnehmer am diesjährigen Ironman in Frankfurt. Diese Ansicht teilten natürlich auch die sechs Teilnehmer der Triathlon-Equipe Elz voll und ganz. Allen voran "Floh" Matthias Zimmermann, der schon in der ersten Radrunde nach der zweiten längeren Abfahrt unterkühlt ins Mediziner-Zelt musste. Mit provisorischer Kleidung wenigstens etwas vor der Kälte geschützt, kämpfte er sich dann durch den ganzen Wettkampf. Nach einer unglaublichen Willensleistung und 13:16:51 Stunden schleppte er sich durchs Ziel. Für ihn, der super trainiert und mit der berechtigten Hoffnung auf einen Hawaii-Startplatz angereist war, natürlich eine Riesenenttäuschung.
Die Hawaii-Qualifikation knapp verfehlt hat der schnellste Elzer, Matthias Knossalla. In der Altersklasse M 25-29 wurde er sensationell Siebter von 129 Teilnehmern und 87. der Gesamtwertung. Nach seiner schwächsten – an diesem Tag übrigens "wärmsten" Disziplin – dem Schwimmen, lag er mit 1:11:34 Stunden noch an 79. Stelle. Mit der zweitbesten Radzeit (4:54:53) startete er auf der 180 km langen Radstrecke eine unglaubliche Aufholjagd. Mit dem sechstschnellsten Marathon (3:15:49) und der Gesamtzeit von 9:27:05 Stunden beendete er den Wettkampf. Leider wurden in dieser Altersklasse nur fünf Startplätze vergeben, wodurch sein Hawaii-Traum nicht in Erfüllung ging. Nach dieser Leistung kein Grund, traurig zu sein.
Jörg Antls Leistung hingegen wurde belohnt. Er darf als 21. von 389 Teilnehmern in der AK M 45-49 im Oktober zum zweiten Mal auf Hawaii an den Start gehen. 1:06:31 benötigte er für das Schwimmen, 5:08:22 für das Radfahren und 3:37:59 für den Marathon. Nach 9:58:55 Stunden hatte er den Wettkampf im "Eiskanal" hinter sich. Einen denkbar schlechten Tag hatte sich Oliver Stückel (AK M 40-44) für seine Ironman-Premiere ausgesucht. Trotzdem meisterte er diese erste große Herausforderung mit Bravour. Nach 10:38:02 Stunden (1:01:39, 5:36:59, 3:48:06) war er überaus zufrieden im Ziel und darf sich jetzt "Ironman" nennen. Auch Matthias Jost (AK M 45-49) trotzte den widrigen Umständen. Er kam nach 11:57:12 Stunden (1:25:57, 6:08:20, 4:09:37) auf dem Römerberg an.
In der M 70-74 trafen zwei Weltmeister aufeinander. Winfried Schmidt, amtierender Champion im Ironman 70.3 (der Mitteldistanz), und Gerhard Nießner, amtierender Weltmeister der ITU (Internationale Triathlon-Union)-Langdistanz. Beide lieferten sich einen, wenigstens in dieser Beziehung, heißen Zweikampf. Am Ende triumphierte Nießner und konnte seinen dritten Ironman-Europameister-Titel feiern. Nach für ihn mäßigen 1:18:01 Stunden hatte der Erbacher das Schwimmen hinter sich gebracht und nur 1:21 Minuten Vorsprung auf Schmidt. Auf dem Rad blieb er mit 6:25:53 Stunden weit unter seinen Möglichkeiten und musste seinen Kontrahenten 20 Minuten davon ziehen lassen. Mit seinem unbeugsamen Siegeswillen hatte er diesen Rückstand auf der Laufstrecke aber schon bei Kilometer 25 wett gemacht und lief auf den restlichen Kilometern noch einen Vorsprung von fast neun Minuten heraus (Marathonzeit: 4:39:05). Nach 12:38:41 Stunden lief Nießner jubelnd durchs Ziel. "Das war der am härtesten errungene Sieg meiner sportlichen Laufbahn", so sein Kommentar. Von der damit verbundenen Hawaii-Quali wird er zum wiederholten Mal jedoch keinen Gebrauch machen.


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