28.01.2012 Eintracht Frankfurt

Alles neu bei der Eintracht

Vor der Generalprobe krempelt Trainer Veh die Mannschaft um – Helmes-Wechsel droht zu platzen

Mit Kessler im Tor, Bellaid in der Anfangsformation neben Neuzugang Butscher und einem neuen Mittelfeld experimentiert der Eintracht-Coach gegen Lausanne mit dem Duo Meier/Caio im Angriff. Was auch nötig ist, denn mit der erhofften Verstärkung aus Wolfsburg scheint es nichts zu werden.

Von Peppi Schmitt

Frankfurt. Nicht gegeneinander wie hier im Training, sondern miteinander im Sturm werden Alexander Meier (links) und Caio gegen Lausanne spielen.	Foto: RhodeNicht gegeneinander wie hier im Training, sondern miteinander im Sturm werden Alexander Meier (links) und Caio gegen Lausanne spielen.	Foto: RhodeNicht gegeneinander wie hier im Training, sondern miteinander im Sturm werden Alexander Meier (links) und Caio gegen Lausanne spielen. Foto: Rhode Das Interesse von Ailton, in Zukunft für die Frankfurter Eintracht zu spielen, war nur ein schlechter Scherz und der Werbegag eines hessischen Radiosenders. Kein Scherz aber ist, dass Trainer Armin Veh bei der Generalprobe vor der Saisonstart nach der Winterpause am Sonntag (14 Uhr) gegen den FC Lausanne auf die Mittelfeldspieler Alexander Meier und Caio als vorderste Angreifer setzen wird.

Mit dieser Formation hat Veh beim Training am Freitag lange geübt, erst im zweiten Teil eines internen Testspiels durfte sich Stürmer Erwin Hoffer im Angriff versuchen. Womöglich will Veh mit dem Experiment Meier/Caio auch dem Letzten im Klub deutlich machen, wie groß die Not im Angriff wirklich ist. In jedem Fall wächst der Druck auf Vorstandschef Heribert Bruchhagen und Sportdirektor Bruno Hübner.

Dass es ihnen gelingt, Wunschstürmer Patrick Helmes bis zum Dienstagabend, dem Ende der Transferperiode, noch zu verpflichten, scheint allerdings mehr als fraglich. Gegenüber "Sport1" soll Bruchhagen gesagt haben: "Ich konnte mit Felix Magath keine Einigung erzielen." Unserer Zeitung gegenüber relativierte der Eintracht-Chef seine Aussage. Es sei noch nichts endgültig entschieden, gab aber zu, dass die Verhandlungen bisher "ergebnislos" verliefen.

Friend nur dritte Wahl

In einer ganz schwierigen Position befindet sich mit Rob Friend ein anderer Stürmer. Am letzten Tag der sommerlichen Transferperiode wurde er von Hertha BSC Berlin geholt, hatte mit einem Treffer beim 3:3 in Cottbus einen guten Einstand und ist danach in der Versenkung verschwunden. Als Konkurrent Mohamadou Idrissou verletzt war und man Friend eigentlich gebraucht hätte, war er selbst verletzt. Jetzt, wo die Not im Angriff wieder groß ist, fehlt dem Trainer das Vertrauen.

"Rob muss mich einfach überzeugen", sagt Veh. Heißt: Bisher konnte ihn Friend im Training nicht überzeugen. Dies liege nicht an der Einstellung, versichert der Eintracht-Coach, Friend würde sogar Extraschichten fahren. So auch am Freitag wieder, als er nach Ende der offiziellen Einheit noch Abschlüsse übte. Doch Friend ist trotz des Ausfalls des "ersten Sturms" nur noch dritte Wahl.

Aktuell ist er sogar von Caio überholt worden. Der Brasilianer, seit vier Jahren über eine Reservistenrolle im Mittelfeld nicht hinausgekommen, darf sich nun sogar im Angriff versuchen. "Er kann den Ball halten und hat eine gute Technik", sagt Veh, "einen Versuch ist es wert." Im Grunde ist es aber nur ein Notfallexperiment, von dem niemand bei der Eintracht wirklich glaubt, dass es erfolgreich sein kann. Zu einem guten Mittelfeldspieler haben Caio Ehrgeiz und Durchsetzungsvermögen gefehlt, warum sollte es jetzt im Sturm anders sein? "Ändern werde ich ihn nicht mehr", gibt auch Veh zu, Caio ruhe in sich "wie einer mit 50 oder 60." Doch Caio ist erst 25.

Auch ein anderer bereits mehrfach abgeschriebener Profi wird gegen Lausanne in der Anfangsformation stehen. Habib Bellaid wird neben Neuzugang Heiko Butscher in der Abwehrzentrale verteidigen. Grund dafür sind die Verletzungen der Konkurrenz. Bamba Anderson kann nach seiner Knieoperation im Dezember schon wieder mittrainieren und wird womöglich für ein paar Minuten eingewechselt, Gordon Schildenfeld muss wegen Rückenproblemen pausieren.

Neue Abwehr also bei der Eintracht, dazu ein anderer Torwart – Thomas Kessler spielt –, durch die Verletzung von Kapitän Pirmin Schwegler ein neues Mittelfeld und wegen der Experimente ganz vorne auch eine neue Offensive – alles neu also bei der Eintracht im neuen Jahr. Das hatte sich so vor fünf, sechs Wochen noch keiner vorgestellt. Ob die Konkurrenz damit zu beeindrucken sein wird oder ob es wenigstens reicht, der Konkurrenz Paroli bieten zu können, ist die spannende Frage.

Eintracht: Kessler – Jung, Bellaid, Butscher, Djakpa – Lehmann, Rode – Matmour, Meier, Korkmaz – Caio.- Bank: Nikolov – A.Jung, Anderson, Kittel, Köhler, Hoffer, Friend, Soriano.


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Kommentare

Manfred Gast schrieb am 28.01.2012 14:12 Uhr

Testspiel mit freiem Eintritt?

Ich habe vor Tagen im Videotext des HR gelesen, dass das Spiel in Commerzbank-Arena stattfindet und dass der Eintritt frei ist. Stimmt das?


Anmerkung der Redaktion
Ja, der Eintritt ist frei, los geht es um 14 Uhr.

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