Altstars glauben an Eintracht trotz knapper Kasse
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«Alter Bekannter»: Istvan Sztani, ungarischer Nationalspieler und Deutscher Meister 1959 mit der Eintracht Frankfurt. (Archibild aus dem Jahr 2007: Schwarz-Cromm) Frankfurt. Deutscher Meister, Pokalsieger, UEFA- Cup-Gewinner: Die großen Erfolge des Fußball-Bundesligisten Eintracht Frankfurt liegen lange zurück.
Mit breiter Brust starteten die Hessen in die aktuelle Saison - 50 Punkte gab Trainer Michael Skibbe als Ziel aus. Nach zwei Niederlagen zum Auftakt ist die Ernüchterung jedoch groß - auch bei den Altvorderen. «Es wird Zeit, dass die Eintracht was unternimmt, damit die Fans mal wieder einen Meister haben», meinte etwa Istvan Sztani am Mittwochabend im Eintracht- Museum.
Dort stellte der Agon Sportverlag das neue Buch «Adler auf der Brust» vor, in dem 90 Legenden und aktuelle Spieler porträtiert werden.
Zu den alten Bekannten zählt auch Sztani, der als Halbstürmer unter anderem das 4:2 im Finale um die Deutsche Meisterschaft 1959 gegen Kickers Offenbach schoss. «Das Problem beim Fußball ist das Geld», machte der 73-Jährige aus. Ein großes Portemonnaie entscheide über Erfolge, gute Spieler seien deshalb nicht sehr lange bei der Eintracht zu halten.
«Bruchhagens Devise ist ja, dass er nicht mehr ausgibt, als er einnimmt. Das ist ja auch gesund», urteilte Wolfgang Solz. Der 70 Jahre alte ehemalige Linksaußen mit dem Spitznamen «Brasilianer» sieht daher das Skibbe-Ziel kritisch: «Ob man sich mit den 50 Punkten einen Gefallen getan hat, weiß ich nicht.» Damit vertritt er dieselbe Meinung wie Vorstandschef Heribert Bruchhagen.
Der verpatzte Saisonstart des Frankfurter Fußball-Bundesligisten ist Skibbe zufolge nur der mangelhaften Chancenverwertung geschuldet - grundsätzliche Probleme sieht er keine.
«Ich bin mit dem Spiel der Mannschaft, besonders gegen Hamburg, über weite Strecken sehr einverstanden», sagte der 45-Jährige im «kicker»-Interview (Donnerstag). «Wir haben einfach die großen Torchancen nicht genutzt. Ob das Amanatidis oder Gekas in Hannover waren oder Meier und Amanatidis gegen den HSV.»
Um die Eintracht wieder attraktiver für Spitzenfußballer zu machen, ist nach Solz' Einschätzung der Tabellenplatz entscheidend. Da dieser wiederum unter anderem von den Spielern abhängt, sei mehr Geld nötig. «Vereine, die die Mittel haben, haben einen Vorteil», bestätigte der derzeitige Stürmer Ioannis Amanatidis einen Tag nach Ablauf der Transferfrist. «Bei Schalke läuft es die ersten beiden Tage nicht und dann hauen sie 30 Millionen raus. Da können wir nicht mithalten, nicht konkurrieren.»
Die Hessen hatten unter anderem für 1,2 Millionen Euro den griechischen Verteidiger Georgios Tzavellas von Panionios Athen geholt. Er stand wie die anderen Neuzugänge bei der Partie gegen den HSV nicht in der Startelf. Zur Begründung sagte Skibbe nur: «Da möchte ich nicht nachhaken, sondern meinen Blick auf das Spiel gegen Gladbach richten.» Er wehrte sich gegen den Vorwurf, dass die Neuverpflichtungen Fehlgriffe gewesen seien. «Es hat nichts mit mangelnder Qualität der Neuen zu tun, sondern taktische Gründe.»
Der 28 Jahre alte Amanatidis ist der Ansicht, dass seit 10 bis 15 Jahren Geld eine immer größere Rolle spielt - was der Eintracht Erfolge gekostet hat. «Es hat die Liebe zum Fußball zurückgehen lassen.» Und auch Sztani fragte: «Wenn alleine das Geld entscheidet, wo bleibt dann der Fußball?»
Für Amanatidis ist das Umfeld immer das Wichtigste gewesen: «Wenn man sich nicht wohlfühlt, kann man das auch mit Geld nicht wieder gutmachen.» Dem Frankfurter Altstar und Ex-Co-Trainer Dieter Stinka (73) zufolge kommt es zudem auf den Zusammenhalt der Mannschaft an: «Die Mischung muss stimmen.»
Dass dies für das aktuelle Team gilt, darüber waren sich alte und junge Spieler einig. So sagte etwa Sztani: «Unsere Mannschaft kämpft schon sechs Jahre, dass sie nicht absteigt. Die Jungs geben ihr Bestes. Deswegen ist das Stadion immer voll.»

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Kommentare
Sascha Rustler schrieb am 04.09.2010 00:17 Uhr
Traurig aber wahr
Wenn man bedenkt, daß die Eintracht eine der wenigen Vereine ist, die komplett Schuldenfrei sind, stehen sie recht gut da. Selbst den Großen FC Barcelona drücken Verbindlichkeiten weit über der 400 Millionengrenze. Und wie hoch der FC Schalke 04 verschuldet ist, darüber kann man nur spekulieren. Aber trotzdem hauen die nochmal an die 30 Millionen raus. Das ist eigentlich unlauterer Wettbewerb...
Es wird Zeit, daß endlich ein FIFA-weites Lizensierungsverfahren eingeführt wird, damit Vereine wie unsere Eintracht, die ordentlich Wirtschaften, auch mal sportlich Gewinn machen können.
Aber das werde ich wohl nicht mehr erleben...
Nutznießer des ganzen Millionengeschäftes sind im Endeffekt nur überbezahlte Fußballmillionäre die auch mit einer Gehaltsobergrenze von 1-2 Millionen voraussichtlich nicht in Armut leben müssten und diese Brut von windigen Spielervermittlern die nur auf den eigenen maximalen Profit aus sind...